Grüner Tee Studien

Klinische Studien 

Grüner Tee Studien

Grüner Tee Studien: Eine Vielzahl weltweiter klinischer Studien weist auf die positive Wirkung von Grüntee zur Vorbeugung von Krankheiten, wie Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin.

Wirkung von Grüntee

Über die hohe gesundheitliche Wirkung von grünem Tee existieren historisch bereits seit mehreren Jahrtausenden Kenntnisse und Überlieferungen, siehe dazu die Geschichte von grünem Tee. Ursprünglich trank man den Grüntee vorwiegend wegen der wachmachenden und anregenden Wirkung, aber auch wegen seiner zahlreichen weiteren Effekte. Erst später trat der besondere Geschmack und die sich ausprägende Teekultur und -verfeinerung sowie die gesellschaftliche Bedeutung in den Vordergrund.

Klinische Studien zu grünem Tee

Vor allem seit den 70er-Jahren wurden in Japan klinische Studien zur Wirkung des grünen Tees durchgeführt. Dies ist angesichts der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung und des außerordentlich hohen Konsums keine besondere Überraschung.  In den letzten 10-20 Jahren werden nun auch vermehrt und in großer Zahl klinische Studien in den USA, China und Europa und vielen anderen Ländern vorgenommen. Insgesamt dürfte die Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen zur Teepflanze Camellia Sinensis bzw. der Wirkung des Grünen Tees auf mehrere Tausend angewachsen sein. Damit dürfte der Grüntee eine der am besten untersuchten Heilpflanzen weltweit sein und dennoch bin ich der Ansicht, dass bislang nur ein Bruchteil der komplexen Wirkstoffe und Zusammenhänge erkannt wurde. Angesichts der so zahlreich vorliegenden positiven Studien-Ergebnisse ist es für mich äußerst verwunderlich, dass die Teepflanze nicht viel stärker und gezielter bei zahlreichen Krankheiten zur Heilung mit eingesetzt wird. Ein noch stärkeres Mittel wäre der Grüntee zur gesundheitlichen Prävention (Vorbeugung).

Studien zu dem Catechin EGCG 

Grüntee und EGCGDie Forschung scheint sich in den letzten Jahren vor allem auf die Wirkung der Catechine, insbesondere auf das EGCG (Epigallocatechin-3-gallat), zu konzentrieren, die seit etwa den 80er-Jahren Schlagzeilen machen. Das EGCG wird auch häufig als „Hauptwirkstoff“ des grünen Tees bezeichnet, was ich allerdings als deutlich zu kurz gesprungen erachte. Die Konzentration auf das ECGC dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die Catechin-Wirkstoffe sich als Grünteeextrakt extrahieren und als Nahrungsergänzungsmittel vermarkten lassen und in vielen Studien sehr positive Effekte bei verschiedensten Krankheiten und in der Vorbeugung zeigten. Doch entfaltet der grüne (gedämpfte) Tee meiner Ansicht seine größte gesundheitliche Wirkung im Zusammenspiel aller Wirkstoffe und bei optimaler Zubereitung und hoher Qualität. Nur in diesem Wechselspiel kommen auch die so wertvollen Catechine voll zur Geltung. „Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die experimentellen und epidemiologischen Daten stark auf eine positive Wirkung des Grünen Tees zur Vorbeugung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen. Neben den Polyphenolen (Catechinen) üben auch andere Grüntee-Inhaltsstoffe eine heilsame Wirkung aus, weshalb das Gesamtsystem „Grüner Tee“ den einzelnen Inhaltsstoffen vorzuziehen ist.“ (Dr, Matthias H. Kreuter und Dr. Marco I. Netsch – Alpinia Landanum Institute of Phytopharmaceutical Sciences AG, CH – in Peter Oppliger, Grüner Tee, AT Verlag, 2010, S. 79). 

Häufig erscheinen so Presseartikel über neue Studien zur Wirkung des Grünen Tees, während diese Untersuchungen sich tatsächlich „nur“ um die isolierte Wirkung einzelner Catechine bemühten. Dies halte ich für teilweise irreführend und erinnert an ähnliche Sachverhalte bei der Erforschung anderer populärer Mono-Substanzen, wie z.B. das Vitamin-C oder Coenzym Q10, deren isolierte Einnahme und Wirkung heute nicht mehr unumstritten ist. Desweiteren wird in den meisten Studien, die mir zum Thema verfügbar sind, keine oder kaum Angaben über die genaue Zubereitung des Grüntees, oder besser Herstellung und Aufbrauen oder Verwendung des Grünteeextrakts, gegeben. Bei welcher Temperatur und in welchem Verfahren wird der Tee oder das Extrakt hergestellt? Wurde gedämpfter oder gerösteter Grüntee verwendet? Welche Qualität und welche Teesorte bzw. welche Teepflanze ist in der Untersuchung eingesetzt worden? Solcherlei Fragen sind entscheidend für die heilerische Qualität von Grüntee.

Ich möchte aber mit diesen Ausführungen die positive Wirkung der Catechine nicht in Frage stellen. Ganz im Gegenteil. Aus meiner Sicht stellen sie tatsächlich einen wichtigen Pfeiler der Inhaltsstoffe des grünen Tees aus gesundheitlicher Sicht dar. Auch als Extrakt gewonnen, haben sie in Pulverform bzw. als Kapseln durchaus ihre Berechtigung und ihren Platz in der Nahrungsergänzung. In konzentrierter und hochdosierter Form besitzen sie hervorragende Eigenschaften, um bestimmten gesundheitlichen Problemen vorzubeugen, oder ihre Heilung zu fördern.

Finanzierung der wissenschaftlichen Studien

Teefeld mit Berg FujiEine Grundproblematik bei der Finanzierung von Studien über den grünen Tee stellt laut Aussagen von Wissenschaftlern auf einer internationalen Tagung zum Thema „Tee und Gesundheit“ des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch im Oktober 2011 das relativ geringe Interesse der pharmazeutischen Industrie dar.  Zudem würden für erste Pilotstudien in der Regel keine öffentlichen Förderungen zur Verfügung stehen. Trotz dieser schwierigen Lage, werden wegen des großen wissenschaftlichen Interesses weltweit weiter zahlreiche Studien durchgeführt, darunter auch in Deutschland. So hatte z.B. das Team von Prof. Erich Wanker (MDC) 2006 positive Effekte von EGCG bei Chorea Huntington und 2008 bei Parkinson und Alzheimer (Auswirkung auf Protein-Fehlfaltungsprozesse) nachgewiesen. Derzeit laufen Untersuchungen bei mehreren degenerativen Erkrankungen.



8 Responses to “Grüner Tee Studien”

  1. Birgit Thiemann:

    Guten Tag,
    meine Frage ist Folgende: Ist es günstiger,Matcha in einem grünen Smoothie oder als Aufguss zu verwenden, wenn man dies zur Krebsprävention tun möchte?
    Ich hatte eine Melanomdiagnose,bisher sind alle Befunde bestens und ich ,möchte gerne den grünen Tee zur Prävention nutzen.
    freundl. Grüße
    Birgit Thiemann

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Frau Thiemann, die Antwort findet sich im Artikel Grüner Tee und Krebs. Zuvorderst wäre die heisse Zubereitung zu nennen, aber die Verwendung im Smoothie wäre auch sehr förderlich. Ich würde Beides machen. viele Grüße Jörg Schwiekart

  2. Hallo, bin auf der Suche nach einem hochwertigen grünen Tee den ich begleitend zu meiner Krebserkrankung/ Therapie trinken kann. Leider ist das Gebiet grüner Tee recht umfangreich und für mich verwirrend. Können sie mir ein gutes Produkt empfehlen das ich hilfreich bei meiner Erkrankung nutzen kann ?

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, bei einer bestehenden Erkrankung ist es ganz wichtig, die Einnahme von grüner Tee vorab mit dem Arzt zu besprechen. Es können z.B. Wechselwirkungen mit den Medikamenten oder der Chemo etc. bestehen. Der Arzt muss auch entscheiden, ob die Behandlungsphase und der physische Zustand das Trinken von Grüntee erlaubt. Dies vorausgesetzt würde ich die „Basis-Versorgung“ empfehlen, siehe dazu die Beiträge „Sorten> Wann und wie viel?“ sowie „Zubereitung> zur Vorbeugung und bei Krankheiten“. mit den besten Grüßen Jörg Schweikart

  3. Guten Morgen,
    Sie schreiben, dass Sie außerhalb Japans kaum Grüntees kennen, welche gedämpft sind. Ich selbst trinke seit einiger Zeit den südkoreanischen Seogwang Sencha.
    Dieser ist aus dem Bio-Anbau und Testsieger Ökotest. Ich finde allerdings nicht, ob dieser nun gedämpft ist. Wissen Sie etwas?
    Ansonsten mag ich diesen Tee sehr, da er leicht fruchtig ist.
    VG, Y. Weber

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Herr Weber, ich habe diesen Tee noch nicht ausprobiert. Leider kann man ihn auf dem unscharfen Foto nicht gut erkennen. Sonst würde man schon anhand des Bildes eine gute Indikation sehe, ob er geröstet wurde. Dass er Bio-Qualität besitzt und Testsieger bei Ökotest war, besagt nur, dass bei ihm keine Belastungen gefunden wurden, was ich bei gutem Tee aber immer voraussetze. Es wäre schön, einmal einen nicht japanischen Tee zu finden, der schonend gedämpft wurde. Falls Sie es herausfinden, freue ich mich über eine Nachricht. beste Grüße Jörg Schweikart

  4. Christine Kröner:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schweikart, sehr geehrte Damen und Herren,
    jahrelang habe ich den japanischen Grüntee Sencha Gyokuro getrunken, da ihm bescheinigt wird, dass seine EGCG-Konzentration besonders hoch sei.
    Nach Fukushima bin ich jedoch grundlegend verunsichert was japanische Grüntees betrifft.
    Ich suche seitdem nach einem vergleichbaren Grüntee (aus einer anderen Erdregion), welcher eine vergleichsweise ebenso hohe Anreicherung an EGCG enthält.
    Können Sie mir diesbezüglich weiterhelfen?
    Kennen Sie Biokulturen solcher Tees, die Sie mir empfehlen können?

    Außerdem interessiert mich auch, ob mein bisheriger Wissensstand noch richtig ist: Dass man den Grüntee nämlich nach dem Abkochen des Wassers mit auf etwa 65 Grad warmes Wasser zubereiten soll und den Tee dann zehn Minuten ziehen lassen sollte.

    Über eine Antwort von Ihnen freue ich mich sehr.

    Beste Grüße

    Christine Kröner

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Frau Kröner, Ihre Sorge ist verständlich und nachvollziehbar. Auch ich habe mir nach Fukushima zunächst große Sorgen gemacht. Allerdings hat Japan in seinem Unglück wohl besonders großes Glück mit der vorherrschenden Windrichtung und den geografischen Bedingungen. Fukushima liegt eher im Nordosten des Landes und die besten Teeanbaugebiete sind deutlich südöstlich davon. Der Wind zeigt meist in die entgegengesetzte Richtung und das ist der Grund dafür, dass in den Laboranalysen ab der Ernte 2012 keine mir bekannten erhöhten Werte gefunden wurden. Tee aus Japan wird seit Fukushima streng kontrolliert. Für jeden Tee aus den nördlichen Regionen muss der japanische Exporteur ein Labor-Zertifikat besitzen. Am deutschen Zoll werden immer wieder zu Lasten der einführenden Händler Stichproben entnommen und die Werte beobachtet. Diese werden auch teilweise auf Verbraucherschutzseiten veröffentlicht. Und es nicht so, dass die amtlichen Grenzwerte allgemein zu hoch liegen, wie dies ggf. in anderen Bereichen aus naturheilkundlicher Sicht der Fall ist. Unterhalb der Grenzwerte kann man meiner Ansicht nach den Tee bedenkenlos trinken. Bei allen meinen Tee-Testungen ist mir in Deutschland jedenfalls noch kein zu stark belasteter Tee untergekommen. Im Gegensatz dazu habe ich 2012 in Südafrika privat einen japanischen zu hoch belasteten Tee aus der besagten 2011 Ernte gekauft und bin seitdem gewarnt. Für Tee ab der 2012-er Ernte würde ich aber Entwarnung geben. Wir trinken selbst täglich solchen Tee und sind in punkto Reinheit und Qualität von Lebensmitteln sicher sehr kritisch. Ich werde demnächst einen größeren Artikel dazu schreiben. Was Grüntee aus anderen Regionen angeht: Leider kenne ich (fast) keine grünen Tees, außerhalb Japans, die ebenfalls gedämpft sind und qualitativ ausreichend wären. Zumindest keinen Tee den ich empfehlen könnte. Zudem kommt: Viele der Tees aus anderen Regionen sind mit Bioziden oder anderen Toxinen belastet und Bio-Tees sind häufig von besonders schlechter Qualität und Wirkung, da dieser Anbau – gerade wenn er noch nicht viele Jahre stattfindet – Kompromisse in der Erntezahl erfordert, was viele Teebauern aus Profitgründen nicht durchhalten. Insofern empfehle ich also japanischen Grüntee aus den Gebieten Kyushu (Kagoshima, Miyazaki, Fukuoka, etc.), Uji, Aichi / Nishio und teilweise auch aus Shizuoka. Zur Wassertemperatur empfehle ich den langen Artikel „Zubereitung“ zu lesen, da das Thema doch etwas umfangreicher ist. mit den besten Grüßen Jörg Schweikart

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