Grüner Tee Wirkung mit Vitamin C / Zitrone

Ascorbinsäure 

Grüner Tee Wirkung mit Vitamin C / Zitrone

Ist Grüner Tee mit Vitamin C / Zitrone gesünder? Studien zeigen eine bessere Verfügbarkeit der Catechine des grünen Tees mit Vitamin C / Zitrone / Ascorbinsäure.

Bioverfügbarkeit der Catechine

Eine Studie der Purdue Universität, USA, aus 2010 legt nahe, dass die Bioverfügbarkeit der Catechine des grünen Tees im menschlichen Körper und dadurch die gesundheitliche Wirkung durch Vitamin C (mit Ascorbinsäure getestet) erheblich gesteigert werden kann (Quelle: Peters CM, Green RJ, Janle E, Ferruzzi MG. Formulation with ascorbic acid and sucrose modulates catechin bioavailability from green tea. Food Research International 43: 95-102, 2010.). Catechine gelten als relativ schlecht bioverfügbar und instabil bei höheren Temperaturen sowie in saurem Milieu (pH-Wert <5). Letzteres macht sich natürlich besonders im Magen durch die Magensäure bemerkbar.

Vitamin C verbessert Aufnahmefähigkeit der Catechine

Formel Vitamin CDie Forschung legt den Schlussnahe, dass man zur besseren Bioverfügbarkeit während, vor oder nach dem Teetrinken Ascorbinsäure, Vitamin, oder frischen Obst- bzw. Zitrussaft zu sich nehmen sollte. Dadurch gelingt es, die wertvollen Catechine besser aufnehmen zu können. Eine andere Studie der Zhejiang Universität (Synergistic effects of tea polyphenols and ascorbic acid on human lung adenocarcinoma SPC-A-1 cells, Wei Li, Jian-xiang Wu, You-ying Tu, J Zhejiang Univ Sci B. 2010 Jun; 11(6): 458-64.) zeigt ebenfalls die sich verstärkende gesundheitliche Wirkung der Polyphenole mit Ascorbinsäure auf, hier am Beispiel von Lungenkrebs.

Soll man grünen Tee mit Zitrone / Vitamin C trinken?

Interessanterweise wurde in der o.g. ersten Studie aber kein frischer grüner Tee gebraut, sondern ein Grünteewasserextrakt von Nestlé Product Technology Center verwendet. Bei der zweiten Studie wurde ein EGCG-Extrakt eingesetzt. Keine Information ist vorhanden, bei welcher Temperatur dieser Grünteeextrakt hergestellt wurde und wie lange die Ziehzeit oder Herstellungszeit war. Ungewiss ist, wie viel Vitamin C in diesem Grüntee noch vorhanden war. Die Möglichkeit besteht, dass bei dieser Herstellung ein wesentlich geringerer Anteil als bei dem Aufbrühen eines frischen Tees mit maximal 60 Grad Celsius und maximal 2 Minuten Ziehzeit der Fall ist. Grüner Tee weist bei richtiger und frischer Zubereitung einen relativ hohen Gehalt an Vitamin-C und auch an anderen Vitaminen auf. Vor diesem Hintergrund bin ich der Ansicht, dass die Zugabe von Vitamin C bei der Herstellung von frischem Grüntee nicht notwendig ist. Bei Grünteeprodukten, die auf andere Weise hergestellt wurden, insbesondere Grünteeextrakt, aber auch bei Schwarztee, bin ich aber der Auffassung, dass die Beimengung von Vitamin C, und zwar insbesondere von natürlichem Vitamin C und in einer massvollen Menge (max. 100mg), tatsächlich sehr empfehlenswert ist.Zitrone

Meiner kinesiologischen Testung nach, ist die Zugabe von Vitamin C bei frischem Grüntee sogar kontraproduktiv. Zwar wird sicherlich die Bioverfügbarkeit der Catechine noch geringfügig erhöht, aber dafür auch die Wirkung zahlreicher anderer Inhaltsstoffe verzögert und teilweise drastisch reduziert.

Meine Empfehlung für die richtige Zubereitung lautet also:

  • Vitamin C bei Grünteeextrakt, oder Grüntee-Produkten und Schwarztee mit geringem eigenen Vitamin-C-Gehalt zugeben (max. 100 mg).
  • Bei frischem Grüntee, der richtig zubereitet (50-60 Grad Celsius, 2 Minuten) wurde, nicht beifügen. Besser mit zeitlichem Abstand zu anderen Lebensmitteln pur trinken.


2 Responses to “Grüner Tee Wirkung mit Vitamin C / Zitrone”

  1. Hallo Herr Dr. Schweikart,

    ich hatte Ihnen hier ja schonmal geschrieben. Nun hab ich mittlerweile auch grünen Tee bestellt und trinke jeden Tag abwechselnde Sorten :-)

    Hin und wieder beschäftige ich mich auch wissenschaftlich mit grünem Tee,
    kennen sie folgende Studie bzw. Anwendungsbeobachtung schon? Kommt von der Uni Gießen und geht um die Beobachtung von Prof Hunstein

    http://fss.plone.uni-giessen.de/fss/fbz/fb11/institute/klinik/humangenetik/studium/PDFs/EGCG/file/EGCG_Piperin%202013.pdf

    Viele Grüße

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Herr Marburg, Dabnke für den Link zur spannenden Studie. Ich würde mich dem inhaltlich anschließen. Verschiedene Inhaltsstoffe wie Vitamin C und Pfeffer erhöhen die Catechin-Aufnahme. Meine Beobachtung ist allerdings, dass es für die vorbeugende tägliche Wirkung gar nicht so sehr auf eine große Catechin-Menge ankommt. Anscheinend reicht dem Körper ein bestimmter Reiz völlig aus (bei bestimmten Krankheiten ist dies aber anders). Wichtiger sind meiner Beobachtung nach die verschiedenen abwechselnden Reize und die Harmonie aller Inhaltsstoffe zueinander. Daher auch die besondere Empfehlung verschiedener Sorten und der besonderen Zubereitung. viele Grüße Jörg Schweikart

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