Tees bei akuter Blasenentzündung

akute Zystitis 

Tees bei akuter Blasenentzündung

Gegen eine akute Blasenentzündung empfiehlt sich vor allem eine Kombination aus Bärentraubenblättertee und Kräutern sowie dem Grüntee Sencha.

Die akute Blasenentzündung

Im Beitrag Tees gegen Blasenentzündung und Harnwegsinfekte wurde die akute von der rezidivierenden (wiederkehrenden) Blasenentzündung abgegrenzt und die verschiedenen Symptome und Ursachen beschrieben. Desweiteren wurde darauf hin gewiesen, dass bei einer komplizierten Harnwegsinfektion und bei Vorliegen von Fieber (>38°C) und/oder starkem Unwohlsein und Flankenschmerzen immer ein Arzt aufgesucht werden muss und die Einnahme von Tees nur in Abstimmung mit diesem erfolgen sollte.

Die Symptome einer akuten Blasenentzündung können äußerst störend und schmerzhaft sein. Betroffene suchen eine schnelle und wirksame Unterstützung. Aufgrund der starken Nebenwirkungen von Antibiotika und der zunehmenden Resistenzraten interessieren sich viele Patienten für naturheilkundliche und ganzheitliche Alternativen oder begleitende Massnahmen. Bitte lesen Sie dazu und für weitere Maßnahmenempfehlungen den o.g. Beitrag.

Anforderungen an die Tees gegen akute Blasenentzündung

Das Ursachen- und Symptomgeschehen einer akuten Blasenentzündung ist sehr komplex. Einzelne Phytodrogen bzw. einzelne Maßnahmen werden dieser Situation nicht gerecht. Vielmehr sollte ein umfassendes und ganzheitliches Maßnahmenpaket getroffen werden, dass auch über die Anwendung von Heiltees hinausgeht. Wesentliche Stichworte sind Basengleichgewicht in der Ernährung, homöopathische Mittel, ausreichend Flüssigkeit, Abbau und Vermeiden von Stress und Kummer. Die Anwendung von Heiltees stellt aber die wesentliche Stütze im gesamten naturheilkundlichen Therapieplan dar. Und dies gilt umso mehr für die akute Situation, in der sie schnelle und wirksame Abhilfe schafft. Die wesentlichen Anforderungen an das Teepaket ist ähnlich komplex, wie die Ursachen der Blasenentzündung. Es sollte vor allem die nachfolgend aufgeführten Themenbereiche hinreichend abdecken:

1. Antimikrobielle und ausspülende Wirkung gegen spezielle Harnwegserreger

Tees gegen eine akute Blasenentzündung sollten zuvorderst eine starke Wirkung gegen die am meisten verbreiteten Erreger im Urogenitaltrakt aufweisen. Dazu zählt vor allem der Eschericia coli sowie weitere pathogene Enterobakterien und auch der Staphylococcus saprophyticus und Staphylococcus aureus. Am stärksten wirkt der Bärentraubenblättertee gegen die typischen erstgenannten Erreger. Bei den Staphylokokken ist die japanische Grünteesorte Sencha besonders wirksam, aber nur bei sehr heißer Zubereitung. Sencha ist eine wichtige Ergänzung zur Bärentraube.

Neben der direkten antimikrobiellen Wirkung ist aber auch wichtig, dass die Haftfähigkeit der Erreger an der Blasenschleimhaut verringert wird und dass sie in möglichst großer Zahl ausgeschwemmt werden. Hier helfen verschiedene zusätzliche Heiltees mit ihrer stark diuretischen (harntreibenden) Wirkung sowie einem Anti-Haft-Effekt. Die Einnahme einer großen Menge Flüssigkeit, insbesondere mittels dieser Tees ist entsprechend wichtig. Positiv macht sich auch der Verzehr ganzer, natürlicher, unbehandelter und ungesüßter Cranberries bemerkbar (Vorsicht, Cranberrysaft ist hingegen säurebildend).

Zusätzlich zu den genannten Heiltees ist auch sehr empfehlenswert Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse einzunehmen. Sie besitzen ebenfalls eine spezielle und kräftige antimikrobielle Wirkung gegen die Urogenitalerreger. Sie können in Form von Tee, aber auch als frische Nahrungsmittel, oder in Form von Präparaten, wie z.B. Angocin, eingenommen werden. Am besten eignen sich Kapseln mit reiner Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse ohne weitere Zusatzstoffe. Wegen der reizenden Wirkung ist auch hier auf die Begrenzung der Einnahme zu achten (siehe auch weiter unten).

2. Reizende Wirkung der Anti-Erreger-Tees mildern

Der Bärentraubenblättertee ist bekanntermaßen sehr magenunfreundlich, so dass er zusammen mit schleimhautschützenden Pflanzen, wie insbesondere die Süßholzwurzel, eingenommen werden sollte. Die zahlreichen Tannine / Gerbstoffe des „heißen“ Sencha gelangen in den Urin und können die Harnwege zusätzlich reizen. Auch in dieser Hinsicht ist geraten, eine unterstützende Teemischung einzunehmen.

3. Schmerzlindernd, entzündungsstillend, wundheilungsfördernd

Darüber hinaus sind die extrem unangenehmen Symptome einer akuten Blasenentzündung, wie das starke Brennen beim Wasserlassen und die ziehenden Schmerzen im Harnwegsbereich sehr bekannt. Die Wirkstoffe der Heiltees sollen stark anti-entzündlich, schmerzstillend und etwas beruhigend wirken. Zugleich sollten Komponenten enthalten sein, die die Wundheilung der Schleimhäute fördert, das Immunsystem und die Blutreinigung unterstützt.

4. Basisches Milieu schaffen

Die Harnwegserreger können nur in einem sehr sauren Milieu überleben. Fast immer ist bei einer Blasenentzündung das Körpermilieu zu sauer. Dies kann durch mehrere Faktoren bedingt sein, wie insbesondere eine zu stark säurebildende Ernährung, Stress, Kummer und zu wenig Bewegung. Gegen dieses saure Milieu können basenbildende Tees kurzfristig anwirken. Besonders empfehlenswert ist hier der Brennesselblättertee. Es gibt zwar andere Heiltees mit noch wesentlich stärkerer basenbildenden Wirkung, doch wirkt die Brennessel sehr sanft und ist allgemein für die Nieren sehr förderlich.

5. Große und harmonische Vielfalt an unterstützenden Wirkstoffen und Pflanzen

Es finden sich relativ leicht Pflanzen, die einzelne der oben genannten Anforderungen erfüllen. Für eine möglichst große Wirksamkeit kommt es aber auf das Abdecken möglichst aller Anforderungen in einer harmonischen, sich gegenseitig unterstützenden Weise an. Nicht nur die einzelnen Tees sollen zueinander passen, sondern auch die jeweiligen Mengen der Tees sind abzustimmen.

6. Eventuelle hormonelle Dysbalancen ausgleichen

Hormonelle Dysbalancen, insbesondere bei einem Progesteronmangel, wie z.B. in der Menopause nicht selten vorkommend, können eine starke Entzündungsneigung im Körper hervorrufen. Ist eine solche Dysbalance bekannt, sind von Anfang an auch Tees zu empfehlen, die zu einem Hormonausgleich beitragen. Zuvorderst ist hier der Himbeerblätter-Tee anzuführen. Außerdem ist auch das peruanische Maca-Pulver hochwirksam.

7. In der Schwangerschaft und Stillzeit, Kleinkinder und bei bestimmten Krankheiten

Das unten aufgeführte Teepaket für eine akute Blasenentzündung eignet sich wegen seiner toxischen und reizenden Nebenwirkungen nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bestimmten Krankheiten. Säuglinge oder Kleinkinder sollten die Tees ebenfalls nicht einnehmen. Bei Vorliegen von Krankheiten oder bei der Einnahme von Medikamenten sollte die Einnahme mit dem behandelnden Therapeuten vorab abgestimmt werden. Die Tee-Pakete eignen sich nur für einen begrenzten Zeitraum. Weiter unten finden sich diesbezüglich detailliertere Informationen zu jedem einzelnen Tee. Für alle, die das Paket nicht einnehmen können, empfehle ich als sanftere Alternative die am Ende des Beitrags „Tees bei chronischer Blasenentzündung“ genannte Anwendung.

Teepaket Blasenentzündung akut

Name
Bärentraubenblätter Tee+++++++++      
Sencha Tee
(heißer Aufguss)
++++++++++++ ++++++
Blasen- und Nierentees ++++++ ++++ ++++ ++ ++ ++ +++ ++ 
 Birkenblätter-Tee+++++++++++
 Brennesselblätter-Tee++++++++++++++++
 Goldrutenkraut-Tee+++++++++++++++++++++
 Hauhechelwurzel-Tee++++++++++++
 Orthosiphonblätter-Tee++++++++++++
 Ringelblumenblüten-Tee++++++++++++++++
 Schachtelhalmkraut (Zinnkraut)+++++++ +++
 Süßholzwurzel-Tee++++++++
 Ergänzend:
Himbeerblätter-Tee (Hormonbalance)+ +++++++++
Maca-Pulver++++
Kapuzinerkressenkraut+++ ++
Meerrettichwurzel+++
Ganze Cranberries+++

Einnahmeempfehlung: Das Paket gegen akute Blasenentzündung

Der Bärentraubenblättertee und der Sencha bilden das antimikrobielle Herzstück des akuten Blasenpakets. Der erstgenannte Tee wirkt am potentesten gegen die typischen Harnwegserreger. Er darf wegen seiner potentiellen Toxizität maximal 1 Woche am Stück und maximal 5 x pro Jahr eingenommen werden. Der Sencha Tee aus Japan wirkt sehr gut ergänzend zum Bärentraubenblättertee, wenn er ebenfalls heiß übergossen wird. Er sollte eine möglichst hohe Qualität besitzen. Während Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kleinkinder und Säuglinge ist der Bärentraubenblättertee, aber auch der Sencha zu meiden.

Der Bärentraubenblättertee gilt allgemein am verträglichsten als Kaltaufguss. Dazu wird der Tee mit kaltem Wasser übergossen und über Nacht abgedeckt stehen gelassen. Er kann so für den ganzen nächsten Tag vorbereitet werden. Erwärmt man den Tee vor der Einnahme leicht, schmeckt er besser und ist angenehmer. Für eine wesentlich stärkere Wirkung aber, sollte er nicht als Kaltauszug, sondern heiß aufgegossen werden. Zugleich ist zu empfehlen, ihn mit anderen Heiltees zu kombinieren, die eine magenschleimhautschützende Wirkung besitzen, wie insbesondere die Süßholzwurzel. Seine Wirkung ist deutlich besser, wenn er heiß zubereitet, in signifikanten Schüben und nicht klein verteilt über den Tag getrunken wird. Das gilt auch für den Sencha. In der Akutphase wären bis zu 4 Schübe täglich zu empfehlen, damit sich genügend Hydrochinon in der Blase bilden kann. Der Bärentraubenblättertee ist nicht zusammen mit sauren Mitteln einzunehmen, wie z.B. Cranberries, da sonst seine Wirkung eingeschränkt ist.

Es empfiehlt sich, in der Akutphase alle unten genannten Tees täglich zu trinken, da sie eine Kombinationswirkung besitzen. Alle Tees sollten nicht nüchtern, am besten etwa 20-30 Minuten nach der Mahlzeit eingenommen werden. Die Einnahme aller Tees sollte bei ernsthaften Symptomen mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Bei Anzeichen einer Nierenbeckenentzündung bzw. einer oberen oder aufsteigenden Harnwegsinfektion, Fieber und extremen Unwohlsein sollten die Tees nicht eingesetzt und sofort ein Arzt aufgesucht werden.

TeesorteDosierung pro PortionWasser pro PortionZieh-
Temperatur
ZiehzeitWie oft (Portion p. Tag)?Für wen
bzw.
wann nicht?
Dauer
Bärentrauben-
Blättertee
3 TL0,2-0,3lkochend5 Min.3-4 x täglich

Kinder <12J., Schwangere,
Stillzeit,
bei besonderer Magen-
empfindlichkeit

Max. 1 Woche u. max. 5 x p.a.
Blasen- und Nierentee
Mischungen
4 gut gehäufte EL0,2-0,3lkochend5 Min.3-4 x täglichSäuglinge, Kleinkinder.
Bei Ödemen infolge eingeschränkter
Herz- und
Nierentätigkeit.
Magen- u. Darm-Ulzera. Nierener-
krankungen.
Max. 2-3 Wochen
Sencha2 gut gehäufte TL0,2-0,3lkochend3 Min.2 x täglichKinder <12J.,
Schwangere,
Stillzeit
Max. 1 Woche

Bärentraubenblättertee gegen Harnwegserreger

Allgemein wird in der westlichen Naturheilkunde bei Zystitis vor allem der Bärentraubenblättertee (Arctostaphylos uva-ursi folium) oder der Preiselbeerenblättertee empfohlen. Die Bärentraubenblätter enthalten u.a. den Wirkstoff Arbutin, der sich im alkalischen Harn unter Einfluss des E. coli Erregers zu Hydrochinon und Methylhydrochinon umwandelt, die beide stark antibiotisch wirken. Es handelt sich also um einen sehr, ja wahrscheinlich den potentesten Tee überhaupt, bei einer akuten Blasenentzündung. Er wird bei diesem Leiden bereits seit Jahrhunderten eingesetzt. Die Bärentraube wirkt u.a. gegen E. coli Spezies, Klebsiella, Staphylococcus Spezies, Proteus, Pseudomonas, Citrobacter und Enterobacter.

Nachteil der Bärentraube ist allerdings, dass der Tee wenig magenfreundlich ist, relativ übel schmeckt und Magenschmerzen und Übelkeit verursachen kann sowie dass eine relativ große Menge eingenommen werden muss, damit er wirksam ist (mind. etwa 400-700mg Arbutin). Bei chronischen Blasenentzündungen sollte die Therapie mit einem guten Tee allerdings mindestens 6 Wochen lang erfolgen. Die Anwendung des Bärentraubenblättertees sollte hingegen maximal eine Woche und maximal 5x pro Jahr vorgenommen werden. Kinder unter 12 Jahren, Schwangere und Mütter in der Stillzeit sollten ihn überhaupt nicht einnehmen. Zudem sollte die Bärentraube nicht mit Mitteln kombiniert werden, die den Harn sauer machen, wie z.B. Cranberries, da hier eine Beeinträchtigung der Wirkung erfolgt.

Fazit: Der Tee ist in hoher Dosierung sehr wirksam, kann aber nur zeitlich sehr eingeschränkt empfohlen werden und wenn der Betroffene über keinen besonders schwachen Magen verfügt. Sehr hilfreich ist die Beimischung von Süßholzwurzel, da diese eine besonders ausgeprägte Magenschleimhaut-schützende und -fördernde Wirkung besitzt. Auch andere reizmildernde und wundfördernde Tees sind zugleich förderlich. Der Bärentraubenblättertee kann insofern in einer passenden Mischung mit anderen Heiltees deutlich verträglicher und genauso wirksam eingenommen werden. Übrigens, etwas verträglicher, besser schmeckend, aber zeitlich auch nur eingeschränkt empfehlenswert ist eine Tinktur aus den Bärentraubenblättern. Sie ist (nur) dann zu empfehlen, wenn der Tee trotz Beimischung von Süßholzwurzel und anderen unterstützenden Tees noch Probleme bereitet, oder wenn der Tee auch als Kaltaufguss (über Nacht ziehend) noch zu reizend wirkt. Falls auch diese Anwendungen nicht geeignet ist, kann auf den Buchu-Tee zurückgegriffen werden, der ein zentraler Pfeiler der Empfehlung für die chronische Blasenentzündung darstellt und in moderater täglichen Menge auf einen kurzen Zeitraum begrenzt auch in der Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden kann (siehe dazu den Beitrag Tees bei chronischer Blasenentzündung). Tipp: Häufig wird empfohlen, die Bärentraubenblätter über Nacht in kaltem Wasser ziehen zu lassen, da ihre aggressive Wirkung dann weniger ausgeprägt ist. Dies ist zwar richtig und der Tee wird magenfreundlicher, allerdings verliert er dadurch im Vergleich zu einem Aufguss mit heißen Wasser etwas von seiner antibakteriellen Wirkung. Ich empfehle also eher den heißen Aufguss zusammen mit der schützenden Süßholzwurzel.

„Heisser“ Grüntee Sencha gegen Erreger und Entzündungen

Die in Japan meist getrunkene Grünteesorte ist der Sencha. Er wird in der Regel nicht beschattet und bildet in höheren Hanglagen, mit viel Sonne und Regen besonders viele wertvolle Catechine aus. Seine Flavonoide gelangen bei heisserer und längerer Zubereitung als üblich in größerer Menge in das Teewasser und wirken stark entzündungshemmend. Seine Wirkung richtet sich aber auch gegen zahlreiche bakterielle und virale Erreger im ganzen Körper. Die Kombinationswirkung vor allem mit dem Bärentraubenblättertee, aber auch mit den unten beschriebenenen andren Blasen- und Nierentees ist hervorragend. Weitere Details zu dieser Grünteesorte finden sich im Beitrag Sencha Tee.

Nieren- und Blasentees als Mischungen

In der Phytoheilkunde existiert eine recht große Zahl an Tees, die positive Eigenschaften gegen eine Blasenentzündung entfalten. Bei der Zusammenstellung der wichtigsten Pflanzen kommt es darauf an, eine möglichst optimale Ergänzung zu dem intensiv wirkenden Bärentraubenblättertee und dem heiß zubereiteten Sencha Tee zu schaffen. Die Heiltees sind so auszuwählen, dass sie miteinander gut harmonieren. Die Erfahrung zeigt, dass die tägliche Einnahme des ganzen Pakets eine deutlich kräftigere und „rundere“ Wirkung entfaltet, als wenn nur einzelne Tees genutzt würden. Am Teemarkt existieren unterschiedliche Heilteemischungen mit verschiedenen Bezeichnungen, wie z.B. Blasentee, Nieren- und Blasentee und Entschlackungs- oder Entwässerungstee. Es kann einfach darauf geachtet werden, dass die in der obigen Tabelle aufgeführten Tees möglichst vorhanden sind. Ggf. sind einzelne Mischungen zusammen zu führen.

Bei allen Nieren- und Blasentees ist auf eine besonders hohe Zufuhr von zusätzlicher Flüssigkeit während der Einnahme zu achten. Zum einen kann bei zu geringem Trinken die Wirkung sich teilweise nicht entfalten, zum anderen fehlt dem Körper dann notwendige Flüssigkeit für seine normalen Aufgaben.

Detailliertere Informationen zu den oben aufgeführten einzelnen Tees in alphabetischer Reihenfolge:

1. Birkenblätter-Tee: Durchspülung

Der Birkenblättertee (Betulae folium) zählt zu den Harnwegstee-Klassikern. Die Birke wurde früher sogar wegen seiner spülenden und sanften Wirkung „Nierenbaum“ genannt. Der Birkenblättertee ist mit seinen besonderen Flavonoiden, Phenolcarbonsäuren, Triterpenester und ätherischen Ölen eine wunderbare sanfte Ergänzung zu den deutlich kräftigeren vorgenannten Tees und hilft besonders bei der Durchspülung der Nieren, zur Anregung des Stoffwechsels und ist blutreinigend.

2. Brennesselblättertee: Antientzündlich, diuretisch, basenbildend

Ein weiterer wichtiger Baustein sind die altbewährten Brennesselblätter (Urticae folium). Sie verfügen über eine Vielzahl positiver besonderer Inhaltsstoffe, darunter ein hoher Gehalt an Mineralstoffen, insbesondere Kalium. Diese verursachen einen osmotischen Druck, der bei ausreichender Trinkmenge von Wasser zu einer starken diuretischen Wirkung führt und Nieren und Blasen spült. Zudem wirken die Blätter antientzündlich, vor allem wegen der Caffeolylapfelsäure und seltenen Fettsäuren. Zugleich wirkt der Tee immunmodulierend und stark basenbildend.

3. Goldrutenkrauttee : Spülend, harntreibend, schmerzlindernd, wundheilend

Einer der großen Klassiker von Nieren- und Blasentees ist der Goldrutenkrauttee. Von ihm existieren sowohl die „Echte Goldrute“ (Solidago virgaurea herba) als auch die „Riesengoldrute“ sowie die „Kanadische Goldrute“. Die Echte Goldrute besitzt zahlreiche bei einer Blasenentzündung geeignete Flavonoide, Saponine, besondere Bitterstoffe und ätherische Öle. Auch das Leiocarposid und Virgaureosid sind hervorzuheben. Die Pflanze wirkt stark harntreibend, entzündungshemmend, blutreinigend, wundheilend und schmerzlindernd. Die Riesengoldrute verfügt im Gegensatz zur Echten Goldrute meist über mehr Saponine und Flavonoide, aber dafür weniger an dem wichtigen Leiocarposid und Virgaureosid. Aus ökonomischen Gründen ist die traditionelle Echte Goldrute am Markt aber zugunsten der Riesengoldrute zurückgedrängt worden. Der Stängelanteil des Tees sollte unter 20% liegen. Der Goldruten-Tee wird seit Jahrhunderten bewährt bei Blasenentzündungen eingesetzt.

Fazit: Meiner Erfahrung nach wirkt die Goldrute weniger ausgeprägt gegen die spezifischen Harnwegserreger, aber umso besser bei den anderen wichtigen Heilfaktoren, wie Entzündungshemmung, spülend, harntreibend, wundheilend und Schmerzlinderung. Er empfiehlt sich als wichtige Ergänzung zum Sencha und Bärentraubenblättertee sowie den übrigen unten aufgeführten Pflanzen. Die Echte Goldrute sollte der Riesengoldrute bevorzugt werden.

4. Hauhechelwurzel-Tee: diuretisch, nierenfördernd und mild

Die Hauhechelwurzel (ononidis radix) genoss schon in der Antike den Ruf nierenheilend zu sein. Sie kann vorwiegend als Ergänzung zu den anderen hier aufgeführten Pflanzen zur Förderung der Harnausscheidung betrachtet werden, ohne die Nieren zu reizen. Die Hauhechelwurzel wirkt zudem entzündungshemmend, blutreinigend, vorbeugend gegen Harnsteine und Nierengriess, stoffwechselanregend und antioxidativ. Sie wird gerne auch bei Rheuma, Gicht, Ekzemen und Hautausschlägen eingesetzt. Als wesentliche Wirkstoffe sind besondere Flavonoide, Triterpene und ätherische Öle zu nennen. Nebenwirkungen sind keine bekannt, allerdings können Ödeme bei eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit entstehen.

5. Orthosiphonblätter-Tee: Indischer Nierentee

Der auch sogenannte „Indische Nierentee“ oder „Javatee“ (Orthosiphonis folium) ist ebenfalls ein hervorragender Tee für die Spülung der Nieren und der Blase. Seine besonderen Flavone, ätherische Öle, Kaffeesäurederivat und die Kaliumsalze wirken nicht nur aquaretisch, sondern auch leicht krampflösend, antientzündlich und leicht antibakteriell.

6. Ringelblumenblüten-Tee: Antientzündlich und wundheilend

Die Ringelblumenblüten (Calendulae flos, Korbblütler Fam. Asteraceae) weisen eine ganze Reihe starker und spezieller Wirkungsfelder auf, die bei einer akuten Blasenentzündung relevant sind. In Studien wurden sehr bedeutende Wundheilungseffekte (granulationsfördernd), antidematöse (gegen Ödeme wirkend), antimutagene (Erbgut schützend) und entzündungshemmende Eigenschaften nachgewiesen. Die Blüten wirken auch bei sehr schlecht heilenden Wunden, Geschwüren und starken Entzündungen. Zudem wird der Lymphabfluss und der Gallenfluss gefördert. Der Tee ist zudem auch antiviral, antibakteriell und antifungal. die Ringelblume wird auch gerne bei Verbrennungen 1. und 2. Grades eingesetzt. Bei einer akuten Blasenentzündung hilft die Ringelblumenblüte wegen ihrer wundfördernden und antientzündlichen Wirkung sehr gegen das heftige Brennen, die starken Schmerzen und das Ziehen in den unteren Harnwegen. Die genauen Wirkungszusammenhänge sind nicht abschließend geklärt. Im Zentrum der Betrachtungen stehen die besonderen Flavonoide, Saponine (Triterpensaponine mit den Glykosiden A-F), Carotinoide sowie freie und veresterte Triterpenalkohole (insbesondere Faradiol). Des weiteren sind spezielle ätherische Öle, wie z.B. Sesquiterpene, Cumarine, Carotinoide und Polysaccharide zu nennen. Allergiker auf Korbblütler (selten vorkommend) sollten diesen Tee vorsichtig ausprobieren. Nebenwirkungen und Interaktionen sind keine bekannt.

7. Schachtelhalmkraut-Tee, Zinnkraut: Wundheilung

Das Schachtelhalmkraut (Equiseti herba), auch Zinnkraut genannt, wird gerne zur Durchspülungstherapie der Harnwege, bei Nierengrieß, bei schlecht heilenden Wunden, Blähungen, Durchfall und Ödeme bzw. Wassereinlagerungen eingesetzt. Er wirkt leicht diuretisch, ohne dabei den Elektrolythaushalt zu schädigen, antioxidativ, antiviral, leberschützend und bindegewebsfestigend. Das Zinnkraut wirkt auch leicht adstringierend, so dass die Wundheilung gefördert wird. Seine besonderen Inhaltsstoffe sind ein hoher Anteil an Kieselsäure, Flavonoide (insbesondere Quercetin, Kämpferol) und Kaffeesäureester.

Weitere sehr dienliche Kräutertees sind:

8. Süßholzwurzel-Tee: schleimhautschützend / magenschützend

Die Süßholzwurzel (Liquiritiae radix) ist traditionell sehr bekannt zum einen für die Herstellung von Lakritze aber zum anderen auch für ihre schleimhautschützenden und -stärkenden Eigenschaften, insbesondere auch bei Magengeschwüren und Sodbrennen. Sie ist zudem entzündungshemmend und krampflösend sowie leberschützend (hepatoprotektiv). Hervorzuheben sind aber auch die bakterienhemmenden Eigenschaften, insbesondere auch gegen bestimmte Antibiotika-resistente Stämme und gegen Helicobacter pylori. In dieser Hinsicht stellt sie eine der zentralen Heilpflanzen bei Magenschleimhaut-Problemen, die Bronchitis, bei Husten und gegen Tuberkulose dar. Die Süßholzwurzel kann mit ihrer schleimhautstabilisierenden und -schützenden Funktion gegen die aggressive Wirkung von Bärentraubenblätter-Tee helfen bzw. vorbeugen, die bei akuten Blasenentzündungen im Zentrum der antibakteriellen Überlegungen stehen.  Als besonders wertvolle Stoffe beinhält sie die Glycyrrhizinsäure (antibakteriell, siehe Lakritze), auch andere Triterpensaponine, spezielle Flavonoide, Isoflavone, Cumarine, Phytosterole und Polysaccharide. Von der Süßholzwurzel sollte wegen der Glycyrrhizinsäure von einer hohen Dosierung (>5-15g Süßholzwurzel täglich, bzw. 200-600mg Glycyrrhizinsäure) und einer längeren Einnahme (>4-6 Wochen) abgesehen werden. Es könnten sonst Nebenwirkungen, wie Bluthochdruck, Ödeme, Hypokaliämie, auftreten. Außerdem sollte sie bei schweren Leber- oder Nierenerkankungen, in der Schwangerschaft, bei Hypokaliämie und bei Bluthochdruck gemieden werden.

Ergänzende Tees / Mittel bei akuter Blasenentzündung

Himbeerblättertee: Hormonbalance

Der Himbeerblättertee (Rubi idaei folium conc.) ist sonst eher als Tee zur Geburtserleichterung, Weheneinleitung, Entspannung der Muskulatur und Regulierung des Menstruationszykluses bekannt. Er wirkt durchblutungsfördernd, beruhigend, adstringierend und blutreinigend. Er besitzt spezielle Gerbstoffe, Flavonoide und Glykoside. Besonders Quercetin und Kämpferol sind hervorzuheben. Doch eine seiner herausragendsten Eigenschaften ist die positive Regulierung des Hormonhaushalts bei Frauen. Dieser Aspekt ergänzt die Blasenmischung in wichtiger Weise, da ein Progesteronmangel (z.B. in der Menopause) zu starker Entzündungsneigung führen kann. Zugleich besitzt der Tee auch förderliche Eigenschaften bei hormonell bedingter sexueller Unlust, was indirekt bei partnerschaftlichen Problemen unterstützend wirken könnte.

Kapuzinerkressenkraut-Tee: Erreger

Das Kapuzinerkressenkraut (Tropaeoli maji herba) stellt vor allem durch seine besonderen Senfölglukoside eine spezielle Ergänzung für diese Blasenmischung dar. Diese wirken speziell bakterien- und virenhemmend sowie antimykotisch und durchblutungsfördernd. Das durch enzymatische Spaltung entstehende Benzylsenföl wirkt ab einer bestimmte Menge schleimhautreizend und kann Magen-, Darm- und Nierenprobleme verursachen. Der Tee ist daher nicht für Säuglinge und Kleinkinder und bei Nierenerkrankungen geeignet. Er sollte nie nüchtern und auch nicht länger als 4-6 Wochen eingenommen werden.

Meerrettichwurzel: E.coli, Staph. aureus

Die Meerrettichwurzel (Armoricae rusticanae radix) sticht ebenfalls wie die Kapuzinerkresse durch seine starken antibakteriellen Eigenschaften hervor. Sie wirkt nachweislich gegen Eschericia coli, den Haupterreger von Blasenentzündungen, aber auch gegen Staphylococcus aureus, der ebenfalls am Geschehen beteiligt sein kann und dem sonst nur recht schwer beizukommen ist. Die Meerrettichwurzel wird daher auch gerne bei Infektionen der oberen Atemwege eingesetzt. Sie fördert aber auch die Verdauung durch eine verstärkte Sekretion von Magensaft und Galle. Wegen der reizenden Wirkung sollte sie nicht von Kleinkindern und bei Magen- und Darmgeschwüren verwendet werden.



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