Sencha Tee

Grüntee 

Sencha Tee

Sencha kann aus gesundheitlicher Sicht als die „Königssorte“ des grünen Tees bezeichnet werden. Je dunkelgrüner die Blätter, desto besser ist die Qualität.

Grüner Tee Sencha

Die japanische Grünteesorte Sencha (煎茶) ist der in Japan mit Abstand am meisten angebaute (etwa 78%) und getrunkene grüne Tee. Gleichzeitig ist er der in westlichen Ländern bekannteste und verbreiteste grüne Tee. „Sen“ hat die japanische Bedeutung von „Aufgiessen / Anbrauen“ mit heissem Wasser und „Cha“ bedeutet Tee. Sencha existiert in sehr unterschiedlichen Qualitäts- und Preisstufen, von niedrig bis hin zur absoluten Spitzenqualität, die sich auch mit allen anderen Grünteesorten messen lässt, inklusive den besten Gyokuros Japans. Je dunkelgrüner und feiner die Blätter, desto höher ist die Qualität des Sencha.

Herstellung von Sencha

Im Gegensatz zu den anderen Spitzensorten Gyokuro und Tencha (Matcha) wird Sencha nicht beschattet, sondern auf den Teefeldern voll der Sonne ausgesetzt. Die jungen und mittleren Triebe werden in der Regel durch Maschinen gepflückt und nach der Ernte schnell verarbeitet. Die japanische Methode der Grüntee-Verarbeitung sieht im Gegensatz zur chinesischen Methode die schonende Dämpfung der Teeblätter anstelle der Röstung vor. Durch diese Verfahren wird die Fermentierung der Teeblätter gestoppt, der Tee bleibt grün. Beim Sencha dauert diese Dämpfung nur etwa 10 bis 30 Sekunden. Nach der Dämpfung werden die Blätter mit heißer Luft getrocknet und geschüttelt und werden über mehrere Intensitätsstufen schließlich zu kleinen grünen flachen Nadeln gerollt. Sencha stammt aus unterschiedlicher Ernte bzw. Pflückung und besitzt dementsprechend eine andere Kombination an Inhaltsstoffen. Für gesundheitliche Zwecke sind sowohl die erste als auch die zweite Pflückung in gleichem Maße zu empfehlen. Möglichst sollten diese abwechselnd getrunken werden.

Sencha Teefeld

Geschichte des Sencha: Rollen der Teeblätter

Der Vorläufer des heutigen Senchas wurde 1738 n. Chr. durch Nagatani Soen aus Uji (die sogenannte Uji-Methode) eingeführt (vergleiche dazu Geschichte des Grünen Tees in Japan). Nagatani Soen entdeckte die Rollmethode der Teeblätter. Durch das Rollen werden die Zellwände der Teeblätter aufgebrochen und lassen die Inhaltsstoffe besser in das Teewasser ziehen.

Rollmaschine

 

Geschmack

Der Geschmack des Sencha variiert stark je nach Anbauregion und Qualität. Er kann von etwas herb und bitter bis hin zu frisch, duftig, grasig und leicht süßlich schmecken. 

Wirkung und Inhaltsstoffe von Sencha

Aus naturheilkundlicher Sicht kann der Sencha als die „Königssorte“ unter den grünen Tees bezeichnet werden. Zwar besitzen die anderen Grünteesorten im Vergleich zum Sencha jeweils individuell ausgeprägtere Stärken. Aber in ihm kommen die zahlreichen positiven Eigenschaften der Teepflanze in der Summe am stärksten und am ausgewogensten zur Geltung. Für die gesundheitliche Vorbeugung, Nährstoffversorgung und auch für die Unterstützung bei zahlreichen Krankheiten ist der Sencha das Herz der grünen Tees. Durch die starke Sonnenbestrahlung entwickelt der Sencha einen besonders hohen Gehalt an Bitterstoffen und insbesondere an Catechinen aus. Die Catechine, vor allem das EGCG, wurden in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untersucht und viele positive Effekte auf die Gesundheit werden ihnen nachgesagt. Im Vergleich zum Gyokuro und Matcha verfügt der Sencha über deutlich weniger Aminosäuren- insbesondere L-Theanin – , aber immer noch über eine relativ große Menge. Das L-Theanin ist für die deutlich größere Verträglichkeit des Koffeins im grünen Tee im Vergleich zum Kaffee und schwarzen Tee verantwortlich. Darüber hinaus enthält hochwertiger grüner Tee viele verschiedene Vitamine in beachtlicher Dosierung sowie zahlreiche Mineralstoffe und vor allem Spurenelemente.

Sencha Zubereitung

Bei der Zubereitung von Sencha gibt es grundsätzlich keine Besonderheit im Vergleich zu den anderen Grünteesorten. Er ist in dieser Hinsicht sogar selbst in Spitzenqualitäten robuster als seine „Geschwister“ Gyokuro und Tencha. Für seine Zubereitung gelten aus gesundheitlicher Sicht die gleichen Regeln, wie in dem Beitrag Grüner Tee Zubereitung im Detail geschildert: 2 Minuten Ziehzeit bei 55-60 Grad Celcius (je nach Qualität). Verfehlt man diese Werte, so wird man nicht das Optimum in der Wirkstoffkombination des Tees erzielen.

Ziehzeit

Wie oben aufgeführt, gilt hier das Gleiche wie bei der allgemeinen Zubereitung von Grüntee: Es sollten genau 2 Minuten Ziehzeit eingehalten werden. Beachtenswert ist, dass sich ab einer Ziehdauer von 2 Minuten Gerbstoffe in verstärktem Maße ins Wasser lösen. Und diese Polyphenole besitzen eine unerwünschte Wechselwirkung mit anderen wertvollen Inhaltsstoffen und beeinträchtigen die positiven Effekte des Grüntees auf die Gesundheit. Lesen Sie dazu den Beitrag Grüner Tee Ziehzeit.

Sencha zum Abnehmen?

In zahlreichen wissenschaftlichen Studien konnte festgestellt werden, dass grüner Tee tatsächlich das Abnehmen fördert, den Grundumsatz ankurbelt und den Fettstoffwechsel und verschiedene Enzyme beeinflusst.Dies gilt grundsätzlich für alle Grünteesorten, aber in größtem Masse für den Sencha. Lesen Sie für mehr Infos den Beitrag zum Abnehmen mit grünem Tee.

Koffein im Sencha

Für koffeinsensible Menschen dürfte die Sorte Sencha eher schwierig zu geniessen sein, denn Spitzenqualitäten besitzen fast so viel Koffein wie der Spitzenreiter Gyokuro und in etwa so viel wie der Tencha. Vergleiche dazu den Beitrag Koffein in mg. Es darf aber nicht vergessen werden, dass das im Grüntee vorhandene Koffein auf andere Weise gebunden ist und mit anderen Inhaltsstoffen in Wechselwirkung steht, wie das beim Kaffee oder Schwarztee der Fall ist. Das früher sogenannte „Tein“ ist im grünen Tee ein äußerst gesunder Wirkstoff, vorausgesetzt, er wird nicht täglich im Übermaß getrunken. Erfahren Sie mehr im Beitrag Grüner Tee und Koffein.

Japan Sencha

Erwähnenswert ist auch, dass nicht jeder Tee, der auf der Verpackung „Japan Sencha“ tatsächlich aus Japan kommen muss. Mittlerweile bauen nicht wenige Firmen nach japanischen Methoden grünen Tee, vor allem Sencha, auch im Ausland an, z.B. in China und Indien. Dieser Tee lautet dann ebenfalls „Japan Sencha“. Einen Testbericht über gute Senchas im Handel finden Sie im Beitrag Sencha Test.



41 Responses to “Sencha Tee”

  1. Hallo!
    Ist Sencha Tee auch zum Senken des Cholesterin geeignat?
    Lg

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, Studien deuten darauf hin, dass grüner Tee sowohl positiv auf das Cholesterin als auch auf das Herz-/Kreislaufsystem insgesamt wirkt. beste Grüße Jörg Schweikart

  2. Guten Morgen,
    das mit dem Eisengehalt ist ja so eine Sache und die Informationen dazu sind ziemlich widersprüchlich. Eisen wird meines Wissens nur in spezieller Wirkstoff-Kombination vom Körper aufgenommen. Wie ist das im Tee-Aufguss und wie beim Verzehr der Blätter genau?

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, siehe dazu den Beitrag Eisen und Grüner Tee. viele Grüße Jörg Schweikart

  3. ich habe 3 mal am tag nch jeder machlzeit sanscha getrunken in 3 Monaten 28 kg gewicht verloren kein diet bischen fitnes mfg

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, erstaunlich. Meinen Sie das kam wirklich hauptsächlich vom Sencha? viele Grüße Jörg Schweikart

  4. Hallo,Herr schweikart,da ich viel positives über grüner Tee gelesen habe,würde ich gerne regelmäßig trinken, habe aber ständig danach Magen schmerzen, welche Sorte würden sie mir empfehlen? Lg

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, das kann alleine schon an der Qualität liegen! Mindere Qualitäten verursachen gerne Magen-, Kopfschmerzen bis hin zu Übelkeit. Suchen Sie doch zunächst einen Premium-Sencha aus dem Sencha-Test heraus (siehe rechte Spalte). Und trinken Sie ihn nicht auf nüchternen Magen. Zubereitung: 60°C, 2 Min. Wenn dies auch nicht funktioniert, dann versuchen Sie die Sorten Bancha und Karigane, sie sind deutlich milder (abwer auch nur Premium-Qualität). viele Grüße Jörg Schweikart

  5. Hallo,
    wie Sie schreiben, soll der Verzehr aufgebrühter Bancha-Blätter die Eisenversorgung verbessern. Ich habe das ausprobiert, allerdings schmecken die Teeblätter beinahe unerträglich bitter.
    Meine Frage ist aber eine andere: dürfen auch die Blätter von Sencha (und ggf. Shincha, Gyokouro,…) nach dem Aufbrühen zum selben Zweck verzehrt werden?

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, meine Empfehlung ist eher den Bancha in einen Smoothie Mixer zusammen mit Früchten und anderen gesunden Zutaten zu geben, also einen grünen Smoothie oder Shake zuzubereiten. Dann ist der Bancha geschmacklich durchaus eine Verfeinerung. Ich würde grundsätzlich Bancha empfehlen, weniger Sencha. Der Eisengehalt ist deutlich höher und auch die Zusammensetzung für die Mineralstoffversorgung günstiger. beste Grüße Jörg Schweikart

  6. Irmgard Neumann:

    Guten Tag Herr DR. Schweikar
    Zufällig habe ich Ihre Seite gefunden.Ich kann nicht oft genug darin lesen. Immer wieder kommt da ,ach so oder aha. Nun kurz und gut ich habe mir Tee bestellt ,eine Tüte davon würde ich ihnen gerne schicken. An welche Anschrift bitte. Ich schreibe da ein paar Worte zu.

    Gruß I. Neumann

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, Sie können mir Ihr Anliegen gerne an info(at)gruenertee.de schreiben. beste Grüße Jörg Schweikart

  7. Hallo Herr Dr. Schweikart,

    zurzeit trinke ich täglich bis zu 6 Tassen Sencha, einfach weil er mir super schmeckt. Ich nehme einen gehäuften Teelöffel Sencha pro Tasse. Grundsätzlich mache ich 2 Aufgüsse mit einem Teelöffel.

    Ist das zu viel für einen Tag? Kann das schädlich sein?

    Seit ich diese Menge täglich zu mir nehme fällt mir das Abnehmen viel leichter und fühle besser als zuvor!

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, grundsätzlich gilt beim grünen Tee, dass er Ihnen durch ein gutes Gefühl oder durch Nebenwirkungen anzeigt, ob er Ihnen gut oder schlecht bekommt. Insofern klingt das erst mal alles in Ordnung. Bitte nie nüchtern trinken und möglichst 20-30 Minuten nach einer Mahlzeit. Bitte immer viel Wasser zusätzlich trinken. 6 Teelöffel Sencha täglich sind in der Regel überhaupt kein Problem und eher sehr gesund. Noch besser wäre es den Sencha etwas herunter zu fahren und Gyokuro morgens und Bancha abends zu wählen. Aber fühlen Sie einfach was Ihnen am besten bekommt. In jedem Fall sollte der Tee mit allen Aufgüssen zusammen nicht länger als 2 Minuten ziehen. Besser wäre ein einziger Aufguss mit diesen 2 Minuten Ziehzeit. beste Grüße Jörg Schweikart

  8. Guten Tag,

    beim „zufälligen“ Lesen Ihrer Site, die ich übrigens sehr umfassend und informiert finde, ist mir aufgefallen, dass ich als Anfängerin für Grüntee mich bei zwei ganz unterschiedliche Angaben über Ziehzeiten für eine entscheiden muss. Ich trinke Sencha Tee von den London Tea Makers, der laut Verpackung von der Shizuoka Region kommen soll. Die Ziehzeiten werden nicht angegeben. Allerdings habe ich in dem Buch „Anti Cancer“, von David Servan-Schreiben, das ich ebenso seriös und informativ finde wie Ihre Site, gelesen, dass für Tumorerkrankte eine Ziehzeit von 8-10 Minuten empfohlen wird. Das mache ich seit einigen Tagen auch so und bin nun ziemlich verunsichert, ob ich mir damit mehr geschadet als geholfen habe.
    Vielen Dank für die Reaktion auf das „Problem“.

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Marlies, bei einer längeren Ziehzeit erhält man tatsächlich entsprechend mehr Catechine im Teewasser. Für Menschen, die an schweren Krankheiten wie Krebs leiden, ist eine höhere Catechin-Dosis auch tatsächlich in der Regel hilfreich. Allerdings wird der Tee dann recht unharmonisch und viele Gerbsäuren kommen vermehrt ins Wasser. Vergleichen Sie einfach einmal den Geschmack einer Portion mit 2 Minuten und einer mit 8-10 Minuten. Der Unterschied ist frappierend. Ich würde die 8-10 Minuten Methode also nur in bestimmten Fällen anwenden und empfehle sie übrigens nie. Viel leichter wäre es mit Matcha entsprechend höhere Dosierungen an Catechinen zu sich zu nehmen und dabei noch einen harmonischen Mix zu erhalten. Ausserdem gibt es noch Grünteeextrakt, da müsste man allerdings auf eine sehr hohe Qualität achten. Ansonsten empfehle ich für die Vorsorge und bei leichten Problemen ausschließlich die moderate Zubereitung. Aber am besten man probiert selbst aus, was einem gut bekommt! viele Grüße Jörg Schweikart

  9. Hallo Herr Dr. Schweikart,

    erstmal ein Kompliment zu der überragend informativen Seite!

    Wie würden Sie den Sencha ***** von diesem Shop bewerten? Ist er Ihnen eventuell bekannt? Die Blätter sind sehr fein und dunkelgrün. Der Geschmack süßlich und seltsamerweise kaum/nicht herb.

    ********

    „Japan Sencha *** – original verpackt aus Japan“

    vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Dennis, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Produktnamen oder Links hier veröffentlichen wollen. Für eine private Meinung können Sie mich aber gerne anmailen. viele Grüße Jörg Schweikart

  10. Hallo,

    eine wirklich Top Informative Seite die mich direkt zum Teekauf bei „sunday“ inspiriert hat.

    Ich habe mir dort vorerst einen Sencha (200 Gramm) bestellt und wollte diesen als Alltagstee 3 x am Tag trinken. Sie schreiben zwar auf Ihrer Seite diese Sorte ist etwas für Mittags/Nachmittags, aber spricht etwas dagegen diesen Tee auch morgens, mittags und nachmittags zu trinken?

    Was halten sie als Alternative für einen Alltagstee vom Kabushea? (habe ich bei sunday entdeckt)
    Da ich mich grundsätzlich gesund ernähre (viel Wasser, Obst (u.a. Beeren, Goji etc) Gemüse und keine gesundheitlichen Probleme habe möchte ich Grünen Tee als weiteren Punkt in einer gesunden Ernährung aufnehmen die den Körperfettabbau oder niedrigen Körperfett Erhalt im Fokus hat.

    Gruß
    Marco

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, man kann guten Sencha und auch Kabuse prinzipiell zu jeder Tageszeit trinken. Aus Gründen der Abwechslung und der Ergänzung der Sorten würde ich aber sehr zu verschiedenen Tees über den Tag verteilt raten. viele Grüße Jörg Schweikart

  11. Guten Tag

    Ich möchte gerne wissen, warum Sie Sencha als gesünder einstufen als Matcha.

    Besten Dank
    Sara

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Sara, Matcha ist ein beschatteter Tee und besitzt daher eine etwas andere Zusammensetzung als der unbeschattete Sencha. Sencha von gehobener Qualität ergibt im Aufguss einen extrem harmonischen und breit wirkenden Stoffkomplex. Allerdings ist Matcha auch ein extrem gesunder Tee, so dass es eher mühselig ist, ein Urteil zu fällen. Dürfte ich nur einen einzigen Tee auf die „einsame Insel“ mitnehmen, wäre es ein erstklassiger Sencha. Dann ein Top-Gyokuro und dann sofort ein gutes Matcha. Allerdings gilt dies nur für die allgemeine Vorsorge. Bei bestimmten Krankheiten ist dies individuell zu betrachten und teilweise ist Matcha wichtiger als die anderen Tees. Alles in allem bin ich sehr froh, dass man sich ja für alle Teesorten entscheiden kann. Zudem ist die Kombinationswirkung der verschiedenen Grüntees das besonders Spannende in gesundheitlicher Sicht. Mein fast tägliches Matcha möchte zumindest nicht mehr missen! viele Grüße Jörg Schweikart

  12. Guten Tag Herr Dr.Schweikart,
    ich ahbe eine grundsätzliche Frage an Sie. Mir fällt auf, dass wenn grüner Tee aus China kommt, ob Sencha oder Gyokura oder auch andere Sortern, dass er wesentlich günstiger ist, oder vielleicht ist auch billiger die richtige Bezeichnung.
    Ist die Qualität und die Wirkstoffe schlechter als bei den Japanischen Sorten. Ich habe gelesen, dass die Chinesen in Sachen Tee vieles „abkupfern“,auch die Beschattungstechniken, aber die Qualität Japans nicht erreichen und großzüger mit Pestiziden umgehen und weniger Biobau betreiben.Ist das richtig oder falsch und schneidet der grüne Tee aus China zu unrecht schlechter ab? Und warum schreiben manche Teeshops (Internet), Sencha und Gyokuro in eine Zeile,es sind doch 2 verschiedene Sorten, oder?
    Vielen Dank im Voraus!
    MfG
    V.Hinz

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Herr Hinz, es ist in der Tat so, dass am Großhandelsmarkt der chinesische Grüntee in einer sehr großen Preisspanne angeboten wird. Man bekommt untere Qualitäten schon für unfassbar niedrige Preise. Bei solchen Tees kann man in der Regel davon ausgehen, dass sie zwar über einzelne interessante Inhaltsstoffe noch in ausreichender Menge verfügen, jedoch meist unharmonisch sind. Das heisst, die Wirkstoffe sind zum einen schwacher ausgeprägt und zum anderen ist die Kombinationswirkung wesentlich geringer. Ausserdem sind die Pflanzen nicht selten sehr mit Giften belastet. Dazu führen zahlreiche negative Faktoren: Zu häufige Ernten der Teesträucher im Jahr (Stress für die Pflanzen), Überdüngung, starker Einsatz von Pestiziden und Fungiziden, Anbau in schlechteren Lagen / Regionen, Vermischung verschiedenster Lagen und mit schlechteren Qualitäten (schlechte Blends), Verwendung der weniger wertvollen Pflanzenteile (alte grobe Blätter, kleinste Teile („Dust“), wie zum Beispiel meist im billigen Teebeutel zu finden). Das Ganze gilt aber auch – wenn nicht ganz so extrem ausgeprägt – für den japanischen Grüntee, nur dass er in der Regel einen etwas höheren Einstiegspreis besitzt. Meine Meinung dazu ist, dass leider der absolute Großteil aller grünen Tees im Handel über keine ausreichende Qualität und über keine harmonische Wirkung verfügt. Bei chinesischen Grüntees sollte man unbedingt auf die eventuelle Pestizidbelastung achten. Bei japanischen Tees, dass das Anbaugebiet nicht zu nahe an Fukushima liegt. Bei beiden Regionen sollte man auf die klare Angabe der Herkunftsregion und möglichst der Teefarm von einem guten Fachgeschäft oder Online-Fachhändler achten. Gibt es Fotos und Infos von der jeweiligen Teefarm? So verhindert man, billigst vermischten und verschnittenen Tee zu kaufen. Gyokuro und Sencha sind absolut zwei sehr unterschiedliche Grünteesorten, das ist richtig. Sie unterscheiden sich in Wirkung, Geschmack und Preis. Übrigens, leider werden fast alle chinesischen Grüntees durch recht hohe Hitze pfannenerhitzt. Dadurch verlieren sie enorm an gesundheitlicher Harmonie. Japanische Tees werden in der Regel gedämpft. Nur einige Ausnahmen werden in China „gebacken“. Grundsätzlich aber verfügt China über die besten Regionen, Lagen und Bedingungen überhaupt für den Anbau von grünem Tee. beste Grüße Jörg Schweikart

    • Unterschied grüner Tee Japan und China:

      Hallo Herr Dr.Schweikart,
      ich möchte mich auf diesem Weg für die umfassende und verständliche Antwort bedanken.Ihre Antwort hilft mir sehr, bei der zukünftigen Auswahl meines grünen Tees, in Bezug auf das Herkunftlande/Orte und Vorprüfungen und hat viele Fragezeichen ausradiert.Endlich jemand, der präzise die Unterschiede neutral darstellt und auf die möglichen Gefahren in beiden Ländern hinweist.Als Endverbraucher kann man dadurch die Preisschwankungen besser nachvollziehen.Zukünftig werde ich mehr Geld für die gleiche Menge investieren, es lohnt sich offensichtlich!
      Vielen Dank noch einmal!
      Mit den besten Grüßen
      Volker Hinz

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Lieber Herr Hinz, vielen Dank für die nette Nachricht und ich wünsche Ihnen viel Spass und gesundheitlichen Erfolg mit den Tees. beste Grüße Jörg Schweikart

  13. Hallo Herr Dr. Schweikart,

    heute ist meine erste Teelieferung gekommen. Ich habe mich für einen Sencha entschieden.
    Er schmeckt eig. ganz ok, die Blätter sind auch trocken und knackig. Allerdings habe ich keinen direkten Vergleich mit einem „guten Tee“. Auf der Verpackung des Tees sind auch keinerlei Angaben bezüglich der Qualität.
    Wie kann ich nun feststellen ob ich hier gute Qualität erworben habe?

    Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

    Freundliche Grüße

    Florian

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, ich habe noch keine „Senchas“ aus China gefunden, die gut wären. Wegen Empfehlungen bemühe ich mich, Tees die ich gut finde, in den Beiträgen in der Kategorie „Test“ abzubilden. viele Grüße Jörg Schweikart

  14. Hallo Dr. Schweikart, bei mir ist die Hepatitis C bekannt, und habe folgende Bericht gelesen habEtwa 160 Millionen Menschen sind chronisch mit Hepatitis C infiziert. Der Virus ist eine Hauptursache von Leberzirrhose und Leber-Karzinomen und stellt weltweit die häufigste Indikation für Lebertransplantationen dar. Doch die Krankheit ist durch eine Transplantation nicht unbedingt besiegt: Unter Umständen haben die Empfänger noch Viren im Blut, die das Spenderorgan erneut infizieren können.

    Aus diesem Grund besteht dringender Bedarf an antiviralen Strategien, die eine Infektion bereits im frühen Stadium unterbinden. Die Standardtherapie ist kostenintensiv und nicht selten mit Nebenwirkungen behaftet; eine Beseitigung der Infektion kann nicht garantiert werden. Die vorliegende Studie nimmt den Grünen Tee als Therapiemöglichkeit in den Blick. Genauer: Den im Grünen Tee enthaltenen Pflanzenstoff Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG).

    In mehreren Laborversuchen wurden infizierte menschliche Leberzellen über einen Zeitraum von 4 Stunden einer steigenden Konzentration von EGCG ausgesetzt und nach 48 Stunden die Virus-Aktivität gemessen. Außerdem wurde die Fähigkeit zur Reproduktion der Viren nach Anwesenheit von EGCG untersucht.

    Auf die Replikation der viralen RNA und die Freisetzung infektiöser Partikel hatte EGCG keinen Einfluss. Es erwies sich allerdings als potentes Mittel, um das Eindringen des Virus in die Leberzelle zu hemmen, indem es bereits dessen Anhaften an die Zelle (und damit den Initialschritt der Infektion) blockierte. Ab einer Dosis von 3µm/mL hemmte EGCG außerdem zuverlässig die Viren-Übertragung von Zelle zu Zelle.

    Jetzt wollte ich wissen ob ein guter grüner Tee in Supermärkten Reformhäusern oder auch Apotheken erhältlich ist also welchen Tee sie mir enpfehlen, und Wieviel Tee ich als Hepatitis c Patient Trinken sollte und wie hoch dosirt. Bedanke mich sehr im Vorraus für ihre Mühe

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Herr Choudry, die erste Frage ist aus meiner Sicht, mit welchen Medikamenten Sie gerade behandelt werden. Hier sollte unbedingt mit dem Arzt vorab abgeklärt werden, ob grüner Tee gleichzeitig angeraten ist. Falls ja, dann lesen Sie bitte den Abschnitt Leberentzündung und Hepatitis im Beitrag http://www.gruenertee.de/zubereitung/gesundheit/. Beste Grüße Jörg Schweikart

  15. Vielen Dank für Ihre Antwort!

  16. Guten Tag,
    ich trinke eig. schon immer sehr gerne Tee. Früher war es neben diversenen Früchte- und Kräutertees hauptsächlich schwarzer Ceylon Tee.
    Grünen Tee trank ich gerne in einer aromatisierten Variante mit Blüten und Citrusaroma von einem bekannten Unternehmen, dass überwiegend als Lieferant für die Gastronomie und das Hotelgewerbe bekannt ist, aber auch in ausgewählten Fachgeschäften mit seinen Produkten verteten ist. Ende letzten Jahres kaufte ich meiner Mutter eine Packung grünen Fair Trade Tee von einem der Martführer aus dem Supermarkt.
    Dabei hatte ich jedoch nicht an ihre Koffeinunverträglichkeit gedacht und so lag der Tee erstmal im Schrank rum.
    Vor ein paar Wochen kaufte ich mir mal wieder oben genannten Tee und da viel mir auch der Tee, den ich meiner Mutter geschenkt hatte wieder ein. Ich fand Gefallen an grünem Tee (beide Sorten) und trinke in letzter Zeit echt viel davon (so um die 2Liter oder mehr pro Tag bei ca. 5 Liter gesamt an Getränken mit Mineralwasser, anderen Tees und gelegentlich weitere Getränke).
    Da habe ich mich mal im Internet umgesehen und bin auf Ihre Seite aufmerksam geworden.
    Dort habe ich auch den Test zum Grüntee und den Vergleich mit der Qualität gefunden und habe mich überzeugen lassen, in Zukunft mir mal etwas Besseres zu gönnen.
    Nach etwas Rumsuchen im Web entschied ich mich mal zu einem bekannten Tee-Franchise-Unternehmen zu gehen, die auch in Münster eine Filiale haben. Dieses Unternehmen hat auch eine Skala zur Beurteilung der Qualität der Tees (Deckt sich diese mit Ihrer ungefähr?). Ich griff zu einem japanischen Bio Sencha (76/100) und zu einem „extra feinem“ japanischen Bio Sencha (90/100). Als Gratisprobe gab mir die Verkäuferin noch einen südkoreanischen Seogwang Sencha in Bioqualität mit, den sie besonders lobte.
    Dazu gab es noch ein Maß zur richtigen Dosierung und ein Termometer gönnte ich mir auch noch.
    Ich habe im Supermarkt noch extra stilles Wasser mit wenig Kalzium dazu gekauft.
    Soweit, so gut Ausgestattet.
    Zu Hause angekommen wollte ich meinen Tee dann auch sofort genießen.
    Zur Zubereitung: Ich nehem 2 große Gläser (etwas über 0,5l), gieße das Wasser ein, lasse es abkühlen, während der Tee im anderen Glas wartet, dann kippe ich es über den Tee, lasse ihn 2 min (eher etwas länger) ziehen und gieße ihn dann durch ein Teesieb zurück ins andere Glas.
    Der Tee war von der Konsistenz grasiger und eher wie der aromatisierte Grüntee aus dem Fachgeschäft, als wie der (wohl geröstete) Supermarkttee, der eher an schwarten erinnern lässt).
    Vorweg: Was alle 3 Tees gemeinsam haben ist, dass überhaupt nicht herb sind und ich würde sagen fast etwas geschmacksärmer im Vergleich zu anderen Tee.
    Zuerst trank ich den extra feinen japanischen. Er schmeckte soweit ok, aber ich konnte keinen besonderen Mehrwert zu anderen Tees erkennen.
    Danach wollte ich mir den südkoreanischen gönnen. Leider schmeckte mir dieser überhaupt nicht gut, ich mochte nichtmal das Glas austrinken und meine Frau bekam die Hälfte ab. Sie fand ihn ok, musste aber auch feststellen, dass sie schon besserschmeckende Tees getrunken hat.
    Wie soll ich das beschreiben, hm, er schmeckte einfach komisch, total seltsam,… unbeschreiblich, nicht direkt auf der Zunge, es kam mehr aus dem Hals, insbesondere wenn ich danach leicht aufgestoßen habe, so kam ein seltsamer Geschmack von diesem Tee,… ich kenne nichts, womit ich es beschreiben könnte, aber ich empfand es einfach als sehr unangenehm.
    Zum Glück nur eine kleine Probe dachte ich mir und vorhin sollte der nächste Tee getestet werden. Der günstigte unter ihnen, der einfache japanische Bio Sencha.
    Zunächst empfand ich ihn als angenehm und auch meiner Frau schmeckte er besser. Nach und nach enddeckte ich aber auch in diesem Glas Tee (wenn auch nicht so stark) den Geschmack des Tees von gestern wieder.
    Meine Frae ist jetzt, was ich dort eigentlich so schmecke, was mir nicht zusagt, können Sie das einordnen?
    Ich werde gleich nochmal den extra feinen testen, befürchte aber, dass es mir mit diesem ähnlich gehen wird.
    Liegt es am Geschäft, meinen Sie, dass Tee von einem anderen Lieferanten mir vielleicht mehr zusagen könnte?
    Oder ist mein Gaumen einfach nicht an diese Qualität oder bestimmte hochwertig Inhaltsstoffe gewöhnt?
    Kann ich den Tee vielleicht mit Hagebutte/Hibiskus mischen oder sei davon abgeraten?
    Haben Sie Tipps, wie ich diesen Tee genießen kann?
    Werde ich mich wohl an diesen Geschmack gewöhnen beziehungsweise Gefallen dran finden?
    Ich bin inzwischen wirklich von den gesundheitlichen Vorteilen überzeugt! Bietet Supermarkttee diese Vorteile gar nicht beziehungsweise signifikant geringer oder kann es auch noch vorteilhaft sein diesen zu trinken? Wie beurteilen Sie einen Tee, wie den von mir beschriebenen aromatisierten? Er schmeckt mir wirklich außerordentlich gut und ist mit ca. 5€ pro 100g auch nicht so teuer.
    Ich würde mich über eine hilfreiche Antwort sehr freuen.
    Danke!

    • Noch eine Anmerkung: der aromatisierte Grüntee ist ein Sencha aus China mit Anmerkung: „Herstellung nach japanischer Art“.
      Der Fair Trade Supermarkttee kommt aus Nilgiri in Indien.

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, Sie können mir auch gerne eine kleine Probe von dem Tee zusenden. Dann teste ich ihn für Sie. viele Grüße Jörg Schweikart

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Mike, vielen dank für die ausführliche Beschreibung. Ich denke, das ist hilfreich auch für andere Leser, die häufig vor einer ähnlichen Herausforderung stehen und mir schreiben. Sie beschreiben genau das Problem vor dem man im Markt steht, wenn man gedämpften Grüntee finden möchte, der gesund, nicht zu teuer und wohlschmeckend sein soll. Gemäß meiner Einschätzung sind etwa 90% (!) des japanischen Tees im deutschen Markt absolut minderwertig, und das gilt auch für die Bio-Tees. Meist besitzen die Bio-Tees sogar noch geringere Qualität, da sie zu oft geerntet werden. Es ist eben so, dass der grüne Tee, wenn er keine ausreichende Qualität besitzt, einfach nicht schmeckt. Dann empfindet man ihn im besten Fall als bitter, grasig und säuerlich, im schlechtesten Fall als fischig, algig und brackig. Solche Tees sollte man einfach nicht trinken. Ich bin überzeugt, dass sie aufgrund fehlender Harmonie auch nicht wirklich gesund sind. Sie haben zwar sicher auch Bitterstoffe und Catechine, aber die Mischung aus allen wichtigen Inhaltsstoffen stimmt nicht. Dies wird durch die Aromastoffe im Tee über unseren Geschmack erfahrbar. Je trainierter man ist und je bessere Tees man selbst kennt, desto schneller kann man das erkennen. Ich selbst nutze in der Testung nicht nur den Geschmack als Sensor, sondern für die gesundheitliche Bewertung sehr stark eine energetische Testung. Die Grünteeindustrie weltweit ist unter einem hohen Wettbewerbs- und Preisdruck. Wenn man sich anschaut, dass ein Teefarmer in Japan oft nur unter 1 Euro pro kg Tee (!) bekommt, dann muss man sich nicht wundern, dass hier keine Qualität geliefert wird. Die Verbraucher müssen mehr Informationen darüber erhalten und ein größeres Bewusstsein entwickeln. Aber auch der Handel sollte die guten und sehr guten Qualitäten nicht überteuern. Es ist oft ein Teufelskreis. Die Top-Qualitäten werden nur wenig nachgefragt und müssen auch aus diesem Grund teuer gemacht werden. Die Supermärkte und Bio-Läden haben das Gros der Grüntee-Interessierten an billigste und schlechte Qualitäten gewöhnt. So wird Sencha als bitter und fischig empfunden, aber man trinkt ihn halt wegen der Gesundheit. Dabei sind solche Tees aus meiner Sicht alles andere als gesund. Ausserdem wissen die meisten Verbraucher gar nicht, dass es verschiedene Sorten mit stark unterschiedlicher Wirkung gibt. Aus diesem Grund habe ich begonnen in der Test-Kategorie alle Tees im Markt aufzuführen, die ich als ausreichend gut empfinde. Leider überblicke ich natürlich nicht den ganzen Markt, aber freue mich in letzter Zeit über ein zunehmendes Interesse von Herstellern, ihre Produkte auch zu testen, was ich sehr gerne mache. Meine Empfehlung an Sie: Suchen Sie doch aus dieser Reihe einige Tees aus, die noch Ihrem Budget entsprechen. Es lohnt sich sehr. Idealerweise sollten die wichtigsten Sorten vertreten sein. Siehe dazu auch den Beitrag: http://www.gruenertee.de/sorten/welche-sorten-wie-oft-wie-viel/. Ich hoffe, Ihnen damit etwas geholfen zu haben. Mit den besten Grüßen Jörg Schweikart

    • Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!
      Wie würden Sie denn Tee von einer großen Kette beurteilen? Der südkoreanische Tee ist auch Ökotest Sieger. Meinen SIe, dass es grundsätzlich am Tee liegt, oder muss ich mich vielleicht erst dran gewöhnen?
      Kann ich grünen Tee mit Hagebutte mischen oder reagieren die Inhaltsstoffe negativ miteinander?

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Gerne, ich habe mit solchen Tees noch keine guten Erfahrungen gemacht. Für große Volumina werden die Tees oft billigst eingekauft und sehr stark geblended (von Tees aus vielen Teefarmen vermischt). Ökotest-Sieger ist kein ausreichendes Qualitätssiegel. Grüner Tee sollte sowieso immer rein sein. Aber er muss auch harmonisch und qualitativ hochwertig sein. Ich kenne den südkoreanischen Tee nicht, aber habe meine Zweifel. Man sollte sich nicht an den Geschmack gewöhnen müssen. Das halte ich für absolut falsch und tut im Zweifel dem Körper nicht gut. Also lieber mit ausreichend gutem und schmackhaften Tee beginnen und wenn es dann immer noch nicht mundet, sollte man es mit einer milderen Sorte versuchen, wie z.B. Karigane oder Bancha. Das sind Top-Einsteigersorten, aber sind auch als wichtige Ergänzung generell empfehlenswert. Grünen Tee sollte man niemals mit anderen Pflanzen oder Stoffen vermischen. Aromatisierte grüne Tees werden meist aus nicht natürlichen Stoffen aromatisiert. Ich kann das nicht empfehlen. Selbst wenn rein natürliche Stoffe verwendet werden, ist das für die Wirkung auch nicht zuträglich. Und Hagebutte und Grüntee sind sogar kontraproduktiv zusammen. Der grüne Tee ist im Gegensatz zu anderen Tees oder Kräuter-Infusionen wesentlich komplexer und in sich geschlossen harmonisch. beste Grüße Jörg Schweikart

  17. Michael Schulze:

    Hallo, Herr Doktor Schweikart! Was ich geschrieben hatte und worauf Sie geantwortet haben, war ein Ergebnis meiner schlaflosen Nacht und einer anderen, nämlich blähbäuchigen Problematik. Ich trinke seit 1999 grünen Tee und etwa seit dieser Zeit entwickelte sich langsam, langsam ein Blähbäuchlein wechselnder Größe. Ich bin 58, 180 cm groß, wiege 72 ausgsprochen durchtrainierte KUNG-FU ähnliche KIlogramm, laufe täglich lange Strecken, mache etwas kraftsport, täglich zweimal Tao Yoga, ernähre mich knapp, aber gut, und habe doch diesen Blähbauch, der nur vom Teegenuss, der es tatsächlich ist, kommen kann. Vielleicht brühe ich ihn zu heiß, lasse ihn manchmal zu lange ziehen, kann schon sein. Also hatte ich heute morgen beschlossen, nie wieder grünen Tee zu trinken, bin aber schon wieder umgefallen, wie das so schon oft der Fall war. Sicher werde ich ihn weiter trinken, nach Ihrer Zuschrift allemal. Bisher war es immer chinesischer, nachher kaufe ich mir japanischen Tee.

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Schulze

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Lieber Herr Schulze, das ist ja spannend. Das kann tatsächlich vom Grüntee kommen. Gerade wenn man den gerösteten Tee mit etwas höherer Temperatur trinkt, ist er doch recht aggressiv. Ich würde in Ihrem Fall aber sogar dazu raten, erstmal nur eine sehr milde Sorte zu trinken, nämlich Karigane Sencha (70°C) und Bancha (60°C) bis sich die Schleimhäute beruhigt haben. Und davon auch nur 0,3 l mit 2 TL täglich. Ggf. muss auch noch mehr gemacht werden, Sie können mich dazu gerne anfunken: info(at)gruenertee.de. Viele Grüße Jörg Schweikart

  18. Michael Schulze:

    Ist, bei gesunder Lebensweise, grüner Tee nötig? Ich behaupte, nein. Die Energie, die scheinbar durch den Tee dem Körper zufließt, kommt nicht vom Tee, sondern von seiner Stimulation der körpereigenen Energiereserven. Die Nebennieren werden stimuliert, Adrenalin herzustellen und auszuschütten. Adrenalin ist eine Notenergie, also nicht wirklich jene, die wir Lebensenergie nennen können. Ständige Stimulation erschöpft sie. Die beste Art, Lebensenergie und also Lebenskraft und Lebensfreude, Grundlage für ein langes, aktives und glückliches Leben, zu gewinnen, sind eine knappe, sehr gesunde und also natürliche Ernährung, körperliche Bewegung und Meditation in diversen Formen, vor allem, um mit ihnen und allen anderen Aktivitäten kosmische Energie im Überfluss erhalten zu können. Durch Training kann das jedem gelingen, und einem langen, erfolgreichen Leben steht nichts im Wege. Tee aber und alle ähnlichen Substanzen sind letztlich immer schädlich.

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo Herr Schulze, Ihre Frage ist natürlich berechtigt, aber ich komme zu einem anderen Ergebnis. Tee besitzt wie jedes andere Lebensmittel auch, eine eigene Energie, die dem Körper zugeführt wird. Aber rein für diesen Zweck würde ich keinen Grüntee trinken, da es viele andere Lebensmittel mit wesentlich stärkerer Vitalität gibt (z.B. Blütenpollen, frische Rohkost, Gemüse, Obst). Die Argumentation, dass Energiereserven über die Stimulierung von Stresshormonen und dem anschließenden notwendigen Abbau verbraucht werden, ist die bekannte Diskussion zum Thema isoliertes Koffein und ist für den grünen Tee so nicht zutreffend. Sie ist jedoch zutreffend für den Genuss von Kaffee und anderen Getränken bei denen das Koffein nicht an bestimmte Gerbstoffe gebunden ist (bei Kaffee ist das Koffein an Chlorogensäure gebunden!) und die über keinen Gehalt an Aminosäuren (L-Theanin) verfügen. Die Stimulation des Körpers durch das Koffein im grünen Tee ist durch die Kombination mit diesen anderen Inhaltsstoffen ja gerade so schonend und vorteilhaft. Die Wirkung ist auf Dauer nicht negativ für den Körper, sondern ganz im Gegenteil höchst förderlich. Ich kann nur empfehlen, dies einmal selbst auszuprobieren. Es handelt sich um ein hervorragendes „Training“ und um eine Aktivierung größerer und gesunder Vitalität im Körper. Dies haben in der Beobachtung schon die meditierenden japanischen Zen-Mönche im 9. Jahrhundert n.Chr. erkannt. Das ganze Leben ist im Grunde genommen eine einzige Stimulation, sowohl auf körperlicher, als auch auf psychischer und geistig/seelischer Ebene. Ohne solche Reize hätte das Leben keinen Sinn und wäre nicht möglich. Es kommt aus meiner Sicht auf die Qualität und Quantität der Reize an, um ein gesundes harmonisches Leben zu führen. Und Grüntee gehört bei richtiger Qualität und Zubereitung definitiv nicht zu den schlechten Reizen, sondern aus meiner Sicht zu den Besten. Ich würde Ihnen aber insofern gerne zustimmen, dass das Trinken von grünem Tee nicht notwendig ist, genauso gilt das aber für eigentlich alle anderen Lebensmittel auch, außer Wasser – es gibt immer eine Alternative. Wenn Sie es schaffen, durch Meditation und natürliche Ernährung glücklich und gesund zu leben, dann beglückwünsche ich Sie. Ich kenne jedenfalls sehr viele Menschen, die nicht in dieser Situation waren oder sind und mit Unterstützung des grünen Tees ihre Gesundheit wieder gewonnen haben und sich stärken. Die bedeutende Wirkung des grünen Tees auf die Gesundheit wird bereits seit mehreren Tausend Jahren geschätzt. Ich sehe keinen Grund, dazu eine andere Haltung einzunehmen. Im Gegenteil, meiner Ansicht und Beobachtung nach handelt es sich um eine der besten Heilpflanzen zur Erhaltung der Gesundheit und zur Vorbeugung, die es gibt. beste Grüße Jörg Schweikart

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