Sannenbancha

Drei Jahres Bancha 

Sannenbancha

Der besondere Grüntee Sannenbancha wird 3 Jahre gereift. Wirkungen: Blutreinigung, Darmdetox, Hautprobleme, Diabetes, Stoffwechsel, Herz, gegen Radioaktivität.

Zusammenfassung:  Der Sannenbancha (jap.: 三年番茶) ist ein ganz spezieller japanischer Grüntee. Die Selektion vieler älterer Stängel, die Röstung und eine dreijährige Reifung / Alterung bei spezieller Lagerung ergeben einen besonders weichen, leicht süssen, erdigen Röstgeschmack, fast kein Koffein und eine herausragende gesundheitliche Wirkung für: Blutreinigung, Entsäuerung, Hautprobleme (Neurodermitis, Ekzeme, Akne etc.), Herz, Kreislauf, Diabetes Typ 2, Pankreas, Stoffwechsel, Darmkrankheiten, Verdauung, Blutreinigung nach Drogenkonsum und Alkoholgenuss, Schlafstörungen und laut der Makrobiotik auch Abbau von Sauerstoffradikalen als Folge von radioaktiver Strahlung. Er eignet sich auch besonders für Schwangere, Stillende, Kleinkinder und koffeinsensible Menschen und kann auch als Waschungen und für ein Bad eingesetzt werden. Der Sannenbancha ist zudem der zentrale Tee der Makrobiotik, da er je nach Zubereitung einen Ying-/Yang neutralen bis stark ausgeprägten Yang-Charakter besitzt.

Bancha – grüner Tee aus gröberen Blättern

Die japanische Grünteesorte Bancha ist mit etwa 10% der jährlichen Produktionsmenge nach Sencha die zweitbeliebteste Sorte in Japan. „ban“ und „cha“ (jap.: 番茶) bedeuten übersetzt etwa „gewöhnlicher Tee“, „Alltags-Tee“, kann aber auch als späte Pflückung verstanden werden. Das ist darauf zurückzuführen, dass für seine Herstellung die gröberen und älteren Blätter der Teepflanze verwendet werden. Im Gegensatz zu den jungen Blättern der ersten Ernte, wie sie z.B. für die guten Sencha-Qualitäten verwendet werden, ergeben diese einen weniger raffinierten, einfacheren und preislich günstigeren Tee.

Die Blätter des Bancha weisen spezielle Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkungen auf, dazu zählen insbesondere eine stark entsäuernde Wirkung (Basentee), bester Lieferant von Mineralstoffen und Spurenelementen, wenn man die Teeblätter nach dem Aufguss verzehrt (insbesondere enorm hoher Eisengehalt), verdauungsfördernd und eine antimykotische Wirkung. Der Bancha besitzt auch deutlich weniger Koffein als ein Sencha, Gyokuro oder Matcha. Weiterführende Infos finden sich im Beitrag Bancha.

Sannenbancha – der 3 Jahre gereifte Bancha

Eine spezielle Form des Bancha-Tees und damit eine sehr spezielle japanische Grünteesorte stellt der sogenannte Sannenbancha (jap.: 三年番茶) dar. „San nen“ bedeutet übersetzt „drei Jahre“ und weist auf die etwa dreijährige besondere Reifung des Tees hin. Sannenbancha besitzt einen hohen Stängelanteil (teilweise 100%). Zudem wird der Tee geröstet. Der Prozess ist damit deutlich länger und in dieser Hinsicht aufwändiger als bei den meisten anderen japanischen Grüntees. Der Tee erhält so eine dunkelbraune Farbe.

Er gilt auch in Japan eher als Rarität und gute Qualitäten sind sehr begehrt und immer wieder ausverkauft. Entsprechend rarer und unbekannter ist der Tee außerhalb Japans. Bio-Qualitäten sind schwierig zu finden. Der Sannenbancha zählt wie der Bancha zu den japanischen Grüntees und stammt auch von der Teepflanze Camellia sinensis var. sinensis ab. Durch seine besondere Herstellung ergibt sich jedoch ein gereifter Tee mit ganz speziellen gesundheitlichen Eigenschaften und einem besonders weichen, erdigen Geschmack.

Traditioneller Gesundheitstee

In Japan seit Jahrhunderten äußerst populär und der zentrale Tee der Makrobiotik, existieren viele Erfahrungsberichte von Ärzten, Teefarmern und Patienten über die positiven Wirkungen des Sannenbancha, allerdings finden sich bislang leider keine wissenschaftlichen Studien, weder in Japan, USA/UK, Frankreich noch in Deutschland. Die folgenden Informationen wurden daher in mühseliger Arbeit in Japan recherchiert und stützen sich auf Erfahrungsberichte und eigene Erfahrungen mit diesem großartigen Grüntee.

Besondere Gesundheitswirkungen des Sannenbancha

Grüner Tee besitzt gemäß einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien eine extrem große Vielfalt an positiven Wirkungen auf die Gesundheit. Die spezielle Grünteesorte Sannenbancha weist dabei herausragende gesundheitliche Eigenschaften in den folgenden Bereichen auf, wirkt aber ganz herausragend als Blutreiniger, aus dem dann verschiedene positive Nebeneffekte entstehen:

  • Bester Grüntee für die Blutreinigung / Entgiftung des Blutes und  auch sehr gut zur Entgiftung des Darms (Darmdetox),
  • Wirkt blutverdünnend und ordnend bei zu verklumptem Blut,
  • Stärkster Entsäuerungstee (Basentee) aller Grüntees,
  • Bester Grüntee bei Hautproblemen (Ekzeme, Neurodermitis, Milchschorf, Schuppenflechte (Psoriasis), Akne, Juckreiz, juckende Kopfhaut), die mit der Blutreinigung und Giften (Toxine) in Zusammenhang stehen, besonders auch bei Babys, Kleinkindern und Kindern,
  • Unterstützt und entlastet Leber und Nieren,
  • Stärkt das Herz-/Kreislaufsystem, unterstützt sehr bei Herzerkrankungen, kräftigt das Herz,
  • Sehr gut bei (zu) niedrigem Blutdruck (und unterstützt auch leicht bei zu hohem Blutdruck),
  • Hervorragend bei Darmproblemen (Entzündungen, Schleimhautproblemen, Maldigestion, Nahrungsmittelintoleranzen) und zur Unterstützung der Verdauungsorgane  allgemein (besonders Dünndarm, Dickdarm sowie Leber),
  • Lieblingstee der Makrobiotik (noch ausgeprägter als der beliebte Bancha Tee), da je nach Zubereitung neutrales Yin-/Yang-Verhältnis bis hin zu stark ausgeprägtem Yang, „wärmt“ den Körper,
  • Hervorragend bei Diabetes Typ 2 und zur Unterstützung des Pankreas,
  • Regt den Stoffwechsel an, auch insbesondere bei stark inaktivem Stoffwechsel, wie bei Magersucht und Fettleibigkeit (Adipositas),
  • Senilität vorbeugend, unterstützt besonders die Denkleistung, ein waches Bewusstsein, Kreativität und das Gedächtnis,
  • Unterstützt bei Schlaflosigkeit,
  • Wirkungsvoll bei bestimmten Krebserkrankungen (gemäß Dr. Naoki Miura, speziell zur Vorbeugung bei radioaktiver Strahlung durch Abmilderung der Sauerstoffradikale im Blut (Reactive Oxygen Species, ROS); gemäß der Meinung vieler Makrobiotiker in den USA und Japan besitzt Sannenbancha vorbeugende und positive Wirkung gegen die Schäden aus radioaktiver Verstrahlung.

Der Tee wird speziell auch für Menschen empfohlen, die viel Zucker, Süßigkeiten, Alkohol, Drogen, Öle, Milchprodukte, Früchte und rohes Gemüse zu sich nehmen. Er ist auch sehr wertvoll für Veganer / Vegetarierer, die viele Yin-lastige Lebensmittel verzehren. Für die Behandlung eines Hang-overs nach einem zu großen Alkoholgenuß und zur Blutreinigung nach Drogenkonsum (Kokain, Heroin, Ecstasy/MDMA, Amphetamin und Marihuana), vor allem bereits am Tag danach, ist der Sannenbancha auch einer der drei großen zu kombinierenden Heiltees.

Je nach gesundheitlichem Thema wird er verschiedentlich zubereitet, von einem einfachen Aufguss bis zum Köcheln über 45 Minuten (siehe weiter unten). Er wird auch als wohlschmeckender Kaltwassertee (Mizudashi) bei Diabetes eingesetzt.

In geschmacklicher Hinsicht ist er mild, weich, erdig, wärmend und mit schönen Röstaromen versehen. Kalt schmeckt er gerade im Sommer besonders erfrischend. Bei längerer Ziehzeit und höherer Temperatur wird er kräftiger und voller. Er eignet sich sowohl therapeutisch unterstützend als zur Vorbeugung, sowohl für dem täglichen Genuß als auch für eine kurweise Anwendung.

Der Sannenbancha besitzt aufgrund des hohen Stängelanteils und der langen Reifung fast kein Koffein mehr. Gleiches gilt für das im Grüntee sonst reichlich vorhandene Tannin, das in manchen Fällen auf den Darm und die Schleimhäute eine reizende Wirkung besitzen kann. Die starken positiven Effekte als allgemeiner Gesundheitstee werden für die generelle Vorbeugung noch übertroffen, wenn er mit verschiedenen anderen traditionellen Heiltees vermischt wird.

Kenkōcha (mit Sannenbancha): Der große japanische Heiltee für die Gesundheit

Neben den verschiedenen Grünteesorten werden in Japan auch eine Reihe anderer großer japanischer Heiltees für ihre äußerst positive Wirkung auf die Gesundheit geschätzt. Diese sind in Japan und häufig auch im größeren asiatischen Raum bereits seit Jahrhunderten in ihren Gesundheitseffekten erprobt und weit verbreitet. Während die Grünteesorten in der Regel immer alleine getrunken werden und sich nicht für die Mischung mit anderen starken Heiltees eignen, stellt der Sannenbancha eine Ausnahme dar. Dieser ist sogar ganz besonders für Mischungen mit Kräuter-, Wurzel- und Blättertees geeignet. So können die wunderbaren Inhaltsstoffe der anderen großen Heilpflanzen mit den einzigartigen Stoffen des grünen Tees, vor allem die Flavonoide und ihre Catechine, kombiniert werden.

Die richtige Kombination der verschiedenen großen Heiltees ergibt einen synergistischen sich verstärkenden Effekt. So resultiert z.B. eine stärkere Unterstützung der Nieren durch die Kombination aus Sannenbancha, Hatomugi, Tanpoo Wurzel und Yomogi. Solche allgemeine Gesundheitsmischungen der wichtigsten japanischen Heiltees werden in Japan kenkōcha (jap.: 健康茶) genannt. Eine der wichtigsten Mischungen kombiniert auf raffinierte Weise die Wirkungen des Grüntees mit Hilfe des Sannenbanchas (wichtig: signifikanter Blätteranteil enthalten) sowie weitere bedeutenden japanische Heiltees! Dabei kommen nur in Japan heimische Pflanzen zum Einsatz, die besonders gut harmonieren. Es handelt sich dabei meist um die bei uns wenig bekannten, aber in Japan berühmten Tees: Amachazuru, Biwa, Dokudami, Genmai, Habu, Hatomugi, Kaki, Kuko, Kumasasa, Sannenbancha, Shiso, Sugina, Yomogi.

Der Kenkocha Aus dieser Mischung entsteht ein einzigartiger, sich gegenseitig verstärkender Gesundheitstee, der so gut wie kein Koffein besitzt, harmonisch schmeckt, mild und bekömmlich ist, aus Sicht der Makrobiotik ideal Yin-/Yang-neutral und bei längerer Ziehhzeit stark Yang und basenbildend ist und eine extreme breite Vielfalt an positiven Gesundheitswirkungen erzielt. Bei diesem Kenkocha handelt es sich um einen sehr wirksamen Tee für die allgemeine Vorbeugung und das Wohlbefinden. Der Tee kann zu jeder Tages- und Nachtzeit und in grossen Mengen genossen werden. Er ist im weltweiten Vergleich einer der großen Gesundheitstees.

Dreijährige Reifung – Kern der besonderen Wirkung

Im Zentrum der besonderen Wirkung des Sannenbanchas steht die volle dreijährige Reifung. Die Zahl Drei spielt bei vielen ähnlichen Reifungsprozessen von gesunden japanischen Lebensmitteln eine große Rolle. Dazu zählt die dreijährige Reifung von Miso, bei der ein spezieller Geschmack und Inhaltsstoffe entstehen, die sehr wertvolle gesundheitliche Wirkungen entfalten. Wichtig ist, dass es sich um einen Bio-Tee handelt bzw. einen Tee ohne Pflanzenschutzmittel, da sonst der Reifungsprozess empfindlich gestört werden könnte.

Es entwickelt sich ein Umami-Geschmack, der an tierisches Protein erinnert (Hacchomiso). Gleiches gilt für Sojasauce, die auch nach drei Jahren einen besonders vollen Geschmackskörper und Wirkungen besitzt. Und ähnlich verhält es sich auch mit grünem Tee. Bekannt ist der Effekt hier bei der Reifung von Gyokuro und Matcha (Kuradashi genannt), der von Teekennern besonders geschätzt wird. Nicht zuletzt sei auch der Silbernadeltee (weißer Tee) erwähnt, der nach einem alten chinesischen Sprichwort zufolge erst nach der dreijährigen Reifung zu Medizin wird und bei viele besonderen Krankheiten (z.B. Masern) zum Einsatz kommt.

Mittlerweile ist aufgrund des geringen Angebots und er großen Nachfrage nach Sannenbancha in Japan aber kaum mehr Tee zu finden, der volle drei Jahre gereift wurde. Es bleibt zu hoffen, dass einige Teefarmer der Verlockung nach größeren Verkaufszahlen widerstehen.

Sannenbancha Kaufen: wichtigste Tipps

Beim Kaufen des Sannenbanchas sollten idealerweise auf folgende Eigenschaften geachtet werden:

  • Volle Reifung über 3 Jahre,
  • Bio– oder pestizidfreier Anbau, da Pflanzenschutzmittel die Reifung behindern könnten,
  • die Teefarm sollte schon seit möglichst vielen Jahren pestizidfrei sein,
  • am besten zwei verschiedene Tees kaufen, d.h. einen mit ausschließlich Stängeln und einen mit signifikantem Blätteranteil (20-40%),
  • Sehr gute Regionen sind: Uji, Shizuoka, Miyazaki, Kumamoto, Kagoshima,
  • Rösten über offenem Feuer aus japanischer Kastanien-Eiche sowie Sonnentrocknung (aber beides kaum mehr zu finden, daher auf Sorgfalt bei der maschinellen Herstellung achten),
  • Rösten der Blätter und Stängel getrennt voneinander, in kleinen Chargen,
  • Möglichst späte Ernte (Herbst / Winter) und Verwendung nur der unteren Stängel und Blätter.

Qualitätstipp: Sannenbancha + Bio + Herbsternte + 3 Jahre gereift

Sannenbancha Zubereitung je nach Anwendung

Für die verschiedenen o.g. Anwendungsfälle ist der Sannenbancha auf unterschiedliche Weise zuzubereiten, um seine Wirkung zu optimieren. Hier reicht die Bandbreite von der Zubereitung als Kaltwassertee (Mizudashi), zur normalen „60°C, 2 Minuten“-Regel, bis zum Köcheln des Tees für 45 Minuten. Alle Details werden im Beitrag Sannenbancha Zubereitung beschrieben.

Geschmack des Sannenbancha

Der Sannenbancha schmeckt mild, weich, erdig und besitzt viele Röstaromen. Er wird sehr gerne zum oder nach dem Essen in Japan getrunken und unterstützt u.a. die Verdauung. Der Tee besitzt ein besonderes Umami, dass an das Umami von qualitativ hochwertiger, fermentierter Sojasauce oder Miso erinnert. Sannenbancha schmeckt bei moderater Ziehzeit und Ziehtemperatur ähnlich, aber milder als Hojicha und deutlich milder als Bancha. In der Teetasse zeigt der Tee ein schönes dunkles Braun. Bei medizinisch bedingter längerer Ziehzeit und heißerer Temperatur wird der Geschmack bitterer und härter.

Geschichte des Sannenbancha

Der Überlieferung nach brachten chinesische Mönche die Methode zur Herstellung des Sannenbancha bereits in der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.) mit nach Japan. Es handelt sich im Ursprung also um eine chinesische Erfindung, so wie die meisten Errungenschaften in der Geschichte des Tees. Die damalige Herstellung sah vor, die älteren Blätter und Stängel des wildwachsenden Tees in einer kalten Jahreszeit (späte Ernte; Herbst oder Winter Bancha, jap.: 秋冬番茶) zu ernten und kleinzuschneiden.

Danach wurden sie geröstet und in einer Tee-Urne (Chat-tsubo: 茶壺) aufbewahrt, die mit verschiedenen Schichten japanischen Papiers versiegelt wurde. Der Tee wurde so in einer Scheune gelagert und reifte für drei Jahre. Anschließend konnte er je nach Bedarf entnommen und gekocht werden. Der Tee wurde speziell durch die Tsunajiro-Familie in Kumamoto (Kyushu) von Generation zu Generation weiter gegeben und bewahrt. Diese Familie unterstützte den Gründer der Makrobiotik Georg Ohsawa.

Herstellung von Sannenbancha

Es existieren leicht unterschiedliche Methoden bei der Herstellung von Sannenbancha. Dies ist sowohl auf traditionell regionale Unterschiede bei der Bancha-Herstellung, aber auch auf den Umstand zurückzuführen, dass nicht jeder Teefarmer den vollen Aufwand für die Herstellung leisten möchte oder kann. Im Grunde sieht der ideale Herstellungsprozeß wie folgt aus.

Es werden bei der Ernte nur Stängel oder Blätter aus der Herbst- oder Winterernte des Grünteestrauchs verwendet. Nicht selten müssen Sannenbancha-Teefarmer hierzu die richtige Ware von anderen Teefarmen zukaufen, da diese besonderen Blätter und Stängel nur begrenzt verfügbar sind. Anschließend werden sie, wie bei japanischem Grüntee üblich, mit Wasserdampf schonend gedämpft, um die Oxidation zu stoppen. Dann wird der Tee klein geschnitten und getrocknet. Bei der Trocknung werden heute meist spezielle Maschinen verwendet. Traditionell kam jedoch die Trocknung an der Sonne zum Einsatz, was noch etwas bessere Qualitäten hervorbrachte.

Das wesentlichste Merkmal bei der Produktion des Sannenbancha ist die anschließende dreijährige Reifung des Tees. Aufgrund der Knappheit des Tees, kommt es nicht selten vor, dass Teefarmer die Reifezeit auf 1-2 Jahre verkürzen, oder sogar wenig gereiften Tee beimischen. Dies bringt aber deutlich geringere gesundheitliche Wirkungen hervor.

Im letzten Schritt wird der Tee einer Röstung unterzogen. Auch die Grünteesorte Hojicha wird auf gleiche Weise geröstet, aber besteht in der Regel aus jüngeren Blättern und Stängeln, einer geringeren Anzahl an Stängeln im Verhältnis zu den Blättern und wird nicht gereift. Idealerweise werden für den Sannenbancha die Blätter und Stängel getrennt voneinander geröstet, da sie sonst unterschiedliche Röstergebnisse erzielen. Aus diesem Grund verwenden manche Teefarmer sogar nur 100% Stängel. Außerdem sollte die Röstung in kleinen Chargen erfolgen, damit eine ausreichend hohe Qualität erreicht wird.

In gesundheitlicher Sicht ist es von Vorteil abwechselnd sowohl Sannenbancha mit signifikantem Blattanteil und nur mit Stängeln zu trinken.

Stängelanteil im Sannenbancha

Je nach Hersteller kann der Tee stark im Stängel- bzw. Blätteranteil variieren. Aus gesundheitlicher Sicht empfehle ich abwechselnd einen Sannenbancha mit signifikantem Blätteranteil von 20-40% und einen Sannenbancha mit ausschließlich Stängeln (100% Stängel) zu trinken. Je höher der Stängelanteil desto geringer der Koffeingehalt und je stärker der YangCharakter. Für die verschiedenen Gesundheitsanwendungen empfiehlt es sich die verschiedenen Ausprägungen abwechselnd zu trinken.

Sannenbancha (100% Stängel)

Sannenbancha (100% Stängel)

Sannenbancha mit Blätteranteil

Sannenbancha mit Blätteranteil

Unterschied von Hojicha und Sannenbancha

Die Grünteesorte Hojicha (auch Houjicha) ist dem Sannenbancha grundsätzlich recht ähnlich. Für beide Tees wird ein Bancha, also typischerweise gröbere, spätere Blätter geerntet. Sowohl Hojicha als auch Sannenbancha werden am Ende des Herstellungsprozesses geröstet, was entsprechend intensive Aromen verleiht und der Verdauung zu gute kommt.

Der Hauptunterschied besteht jedoch darin, dass für Sannenbancha nur besonders alte Blätter und Stängel verwendet werden und dass eine dreijährige Alterung unter bestimmten Lagerkonditionen vorgenommen wird. Die Top-Hersteller von Sannenbancha in Japan sind angesichts ihrer hohen Qualität und der steigenden Nachfrage vor dem Hintergrund der besonderen Gesundheitswirkungen häufig ausverkauft. Einige Farmer haben deshalb damit begonnen den Tee nur noch 1-2 Jahre reifen zu lassen, was aber die spezielle Wirkung deutlich schmälert.

Regionen für Sannenbancha

Die wichtigsten Regionen für die Herstellung von Sannenbancha sind Kyoto (hier besonders Uji), Kumamoto, Shizuoka, Kagoshima, Miyazaki, Mie, Nara und Shiga.

Beste Sannenbancha Qualitäten

Die besten Qualitäten werden durch die Verwendung hochwertiger alter Bancha-Blätter und -Stängel am Boden der Teepflanzen erzielt. Hier gilt identisch was für grünen Tee allgemein gilt: der richtige Boden, die richtige Lage und das richtige Klima sind Voraussetzung für hohe Qualität.

Als wichtige Voraussetzung für eine gute gesundheitliche Wirkung ist die Verwendung einer Bio-Qualität oder eines pestizidfreien Anbaus anzusehen, da Pestizide den wichtigen Reifungsprozess deutlich stören könnten.  Als wertvoll ist die Sonnentrocknung anstelle einer Maschinentrocknung zu betrachten, aber kaum mehr im Markt zu finden. Speziell gilt beim Sannenbancha noch, dass der Tee volle drei Jahre gereift und die Blätter und Stängel separat geröstet werden.

Das Rösten findet idealerweise über offenem Feuer aus japanischer Kastanien-Eiche (lat.: Quercus acutissima, englisch: sawtooth oak) statt. Sie gewährleistet ein besonders gleichmäßiges Feuer. Fast alle Hersteller nutzen heute verständlicherweise jedoch eine Röstung durch elektrische Maschinen oder starke Infrarotbestrahlung.

Inhaltsstoffe des Sannenbancha

Sannenbancha besitzt ähnliche Inhaltsstoffe wie Bancha, insbesondere die wichtigen Flavonoide, jedoch in besonders ausgeprägtem Maße sehr gesunde Polysaccharide (Stoffwechsel und Diabetes 2), die nicht hitzestabil sind und vor allem bei der Kaltwasserzubereitung zur Geltung kommen.

Zudem verfügt der Tee über das Provitamin C, eine Vorstufe des Vitamin C, das in Stärke gebunden vorliegt und daher, im Gegensatz zum hitzeempfindlichen Vitamin C, auch beim Kochen keinen Schaden nimmt.

Der Sannenbancha besitzt auch die beim Grüntee so hoch angesehenen Catechine, jedoch in weniger ausgeprägterem Maße. Die Tannine, die in manchen Fällen Reizungen des Darms und der Schleimhäute sowie Belastungen der Leber hervorrufen können, sind wie das Koffein durch den hohen Stängelanteil und die Fermentation nur in sehr geringem Umfang vorhanden.

Hervorzuheben sind die zahlreichen besonderen Bitterstoffe, die im Tee durch die Reifung ausgebildet werden. Sie sind größtenteils noch unerforscht. Insgesamt handelt es sich beim Sannenbancha um einen starken Basenbildner, der sich sehr bei der Entsäuerung (vgl. 2), der Leber- und Nierenstärkung und bei der Blutreinigung von den anderen Grüntees abhebt.

Koffeingehalt des Sannenbancha

Bancha-Tee besitzt mit 1,5-2% Koffein bezogen auf die Trockenmasse bereits deutlich weniger Koffein als Sencha der 1. Pflückung mit 2,3-3,2%. Der Sannenbancha hingegen besitzt einen noch höheren Stängelgehalt und verliert zudem einen großen Teil des Koffeins durch die dreijährige Alterung. Sein Koffeingehalt beträgt bei einem Sannenbancha mit signifikantem Bläteranteil laut Schätzung nur unter 0,5% und bei einem reinen Stängelanteil sogar fast gegen 0%.  Er liegt also sogar noch deutlich unter dem Kukicha- und Hojicha-Tee.

Sannenbancha ist damit der japanische Grüntee mit dem geringsten Koffeingehalt und gilt als äußerst verträglich und mild. Er kann auch von Schwangeren und stillenden Müttern sowie von Kleinkindern und koffeinsensiblen Menschen getrunken werden. Eine Übersicht des Koffeingehalts der einzelnen Tees und anderen Genussgetränken findet sich im Beitrag Koffeingehalt in mg.

Sannenbancha: der zentrale Tee in der Makrobiotik

Der Begründer der modernen Makrobiotik Yukikazu Sakurazawa (englischer Name: George Osawa) fand an dem Sannenbancha großen Gefallen, da er basenbildend und Yin-/Yang-neutral ist (je nach Zubereitung bis hin zu deutlich Yang-ausgeprägt). Der japanische Begriff für Makrobiotik ist „shokuyo“ (食養).

Der Sannenbancha wurde unter dem Begriff Shokuyocha (jap.: 食養茶), oder Shokuyobancha (jap.: 食養番茶), also übersetzt Makrobiotik-Tee bzw. –Bancha, in Japan breit gehandelt. Heute hat sich die Herstellung des Tees leicht geändert, aber das Prinzip ist gleich geblieben.

Bancha und vor allem Sannenbancha gelten als die zentralen Tees der Makrobiotik. Die Makrobiotik folgt – wie einige andere Ernährungs- und Heil-Philosophien – der Lehre der Harmonie der chinesischen Elemente Yin und Yang. Nur wenn Yin und Yang im Körper ausgeglichen sind, ist hiernach die notwendige Harmonie zur Erhaltung oder Erreichung der Gesundheit gegeben (Homöostase). Die Makrobiotik war zunächst mehr in den USA, Kanada und den UK populär, ist aber mittlerweile auch in Japan in zunehmendem Maße beliebt und es wird berichtet, dass selbst die kaiserliche Familie ihr strikt folgt.

Sannenbancha: starke Yang-Ausprägung

Die verschiedenen Nahrungsmittel besitzen unterschiedlich starke Ausprägungen der chinesischen Elemente Yin (kalt, weiblich, Ausdehnung) und Yang (männlich, schwer, Zusammenziehen, wärmend). Grüner Tee gilt allgemein als Yin lastig und damit in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) als „kühlend“.

Betrachtet man die verschiedenen Sorten jedoch genauer, ist dies zu kurz gesprungen. Am ausgeprägtesten ist das Yin in den jungen Blättern und Knospen der ersten Ernte der Teepflanze. Dies gilt z.B. für die Sorten Gyokuro, Matcha und Sencha der ersten Pflückung. Spätere Ernten und gröbere Blätter, wie beim Bancha, besitzen aber schon ein fast ausgewogenes Yin und Yang-Verhältnis. Tees mit großem Stängelanteil, wie Kariganes und Kukicha tendieren zum Yang. Auch geröstete Tees wie der Hojicha (leicht Yang), aber auch der Genmaicha (gerösteter Reisanteil, deutlich Yang) sind Yang-lastig.

Der Sannenbancha ist je nach Zubereitung und Blattanteil Yin-/Yang ausgeglichen bis stark Yang-lastig. Das stärkste Yang entwickelt der Sannenbancha, wenn er sowohl aus später Ernte gewonnen wurde, nur aus Stängeln besteht, diese geröstet und anschließend 3 Jahre gereift wurden.

Diese starke Yang-Eigenschaft kann für Menschen mit zu hohem Yin-Anteil von besonderem gesundheitlichen Nutzen sein. Hohe Yin-Anteile finden sich in folgenden Nahrungsmitteln: Kaffee, Alkohol, Zucker, Schokolade, chemische Zusatzstoffe, Früchte, Nachtschattengewächse, Tee, Milch, Yoghurt, raffiniertes Getreide, Fertigprodukte, grünes Blattgemüse etc.).

Entsprechend kann eine unausgewogene Ernährung sowie Stress und bestimmte Krankheiten zu einem Yin-Milieu führen. Wichtig ist aber auch, dass vermeintlich besonders gesunde vegane bzw. vegetarische Ernährungsweisen dann eine große Yin-Lastigkeit erreichen, wenn viel rohes grünes Blattgemüse, Früchte, Milchprodukte und Yin-lastige Tees verzehrt werden.

Die Yin-/Yang-Betrachtung erklärt auch, weshalb es zur Erhaltung der Gesundheit von Vorteil ist, beim täglichen Grüntee-Genuss verschiedene Grünteesorten über den Tag verteilt zu trinken. Im Basis-Paket empfehle ich auch aus diesem Grund die deutlichen Yin-Tees Gyokuro und Sencha (morgens und nachmittags) möglichst mit einem ausgeglichenen Yin-/Yang-Tee (Bancha, Genmaicha) oder einem stärkeren Yang-Tee Sannenbancha) abends zu kombinieren.

Dabei unterliegen diese Tees keiner aggressiven Ausprägung, sondern entfalten den Yang-Charakter eher rund und harmonisch. Menschen, die unter einer Yin-Lastigkeit leiden, können sich gezielt mit dem Genuss von Sannenbancha ins Gleichgewicht bringen. Dieser Effekt kann durch die Beigabe anderer, speziell fermentierter japanischer Heilnahrung, insbesondere drei Jahre fermentierte Sojasauce, Miso, Umeboshi, Ingwer und natürliches Salz verstärkt werden (siehe die Rezepte weiter unten).

Spezielle Gesundheitsrezepte der Makrobiotik mit Sannenbancha

Zur Verstärkung des Yang-Effekts und bei speziellen Erkrankungen, bietet die Makrobiotik einige besondere Rezepte mit Sannenbancha und anderen fermentierten und natürlichen Mitteln. Diese sind besonders bei folgenden Problemen zu empfehlen:

  • Inaktiver Stoffwechsel, Magersucht, erkalteter Körper,
  • Appetitlosigkeit,
  • Schlechte Verdauung / Maldigestion (schlechte Nährstoffaufnahme),
  • Darmkrämpfe,
  • Magenprobleme,
  • Herzprobleme,
  • Grippe,
  • Zu niedriger Blutdruck ,
  • Blähungen,
  • Rheumatismus,
  • Menstruationskrämpfe,
  • Übersäuerung,
  • Schlaflosigkeit,
  • Augeninfektionen, überanstrengte Augen,
  • Hang-over (Alkohol und Drogen).

Die einzelnen Empfehlungen finden sich im Beitrag Sannenbancha Makrobiotik Rezepte.

Quellen:

1 Kushi, Michio; Excerpt from Macrobiotic Home Remedies, ed. Marc Van Cauwenberghe, M.D. ‘’, Japan Publications, Inc., 2005 2 Omori, Kazue; Karadano shizenchiyuryokuwo hikidasu shokuji to teate, Tokyo: Soleil Publishing, 2000




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