Grüner Tee bei Neurodermitis

Grüner Tee kann auf verschiedene Weise bei Neurodermitis helfen: gerbstoffhaltig, antiallergisch, entzündungshemmend, förderlich für die Leber und den Stoffwechsel.

Neurodermitis

Neurodermitis (auch atopische Dermatitis, atopisches Ekzem, endogenes Ekzem) ist eine chronisch-rezidivierende Entzündung der Haut, die mit Juckreiz, Nässen, Röten, Krusten- und Schuppungsbildung einhergeht. Diese Erkrankung ist äußerst unangenehm, nimmt in den letzten Jahren in ihrer Ausbreitung stark zu und trifft auch vor allem Kinder und Babys bereits im Säuglingsalter.

Es handelt sich insgesamt um ein komplexes Krankheitsgeschehen. Die Ursachen gelten als durch die Hochschulmedizin nicht hinreichend geklärt. Aus naturheilkundlicher Sicht spielen aber vor allem die Belastung mit Toxinen, Leberbelastungen, der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel (Milch, Eiweiß, Nüsse, Zitrusfrüchte, Meeresfrüchte, Fisch, Getreide), Übersäuerung, ein angegriffenes, sich nicht im Gleichgewicht befindliches Immunsystem, Stress, unbewältigte Konflikte und Fehlbesiedlungen der Darmflora eine Rolle.

Neurodermitis und gerbstoffhaltige Tees

In der äußerlichen Lokalbehandlung kommen erfolgreich gerbstoffhaltige Heilpflanzen zum Einsatz, die entzündungshemmend und Juckreiz-lindernd wirken. Dazu zählen: Stiefmütterchen, Eichenrinde, Walnuss, Bittersüß und Johanniskraut, die in Cremes verarbeitet werden (vgl. 1, S. 880). Innerlich werden stoffwechselanregende Pflanzen (z.B. Löwenzahn) und entzündungshemmende Pflanzen (z.B. Bittersüß und Stiefmütterchen) verwendet (vgl. 1, S. 880).

Besondere Inhaltsstoffe und Eigenschaften von Grüntee

Insbesondere die Eignung spezieller Grünteesorten sei an dieser Stelle hervorgehoben. Zum einen ist Grüntee auch sehr gerbstoffhaltig und entzündungshemmend, zum anderen besitzt er spezielle Flavonoide, die sog. Catechine, die ihm einzigartige Eigenschaften zusprechen. Dazu zählt die stark ausleitende, entgiftende Wirkung (Detox), die starke antiallergische Wirkung und positive Wirkungen für die Leber und den Stoffwechsel.

Antiallergische Wirkung der Catechine

Für die antiallergische Wirkung sind neben den herkömmlichen Catechinen (insbesondere das EGCG) vor allem die methylierten Catechine (EGCG3″Me,GCG3″Me, EGCG3″Me und EGCG4″Me) und die hydrolisierbaren Gerbstoffe (Strictinin, G-Strictinin, Theogallin) wichtig. Besonders die methylierten Catechine kommen aber nur in ganz speziellen Grünteesorten vor. Siehe für einen detaillierteren Überblick den Beitrag Grüner Tee und Allergien.

Der antiallergische Effekt der Catechine reicht von der Reduktion der Histamin-Ausschüttung und der Mastzellen-Aktivierung bis hin zu einer Dämpfung von Überreaktionen des Immunsystems, vor allem allergische Reaktionen des Typ I (inkl. Neurodermitis). Zudem kann der grüne Tee zur Bekämpfung und Ausleitung der Ursachen eingesetzt werden (Detox, Leber, Stoffwechsel).

Unter allen Teesorten besitzt die besondere Züchtung Benifuuki den höchsten Gehalt an methylierten Catechinen. Außer Benifuuki findet man sie nur noch vorwiegend in den Grünteesorten Okumidori, Yamatomidori und Yamakai, aber in deutlich geringerer Menge. 

Den größten Gehalt an methylierten Catechinen erhält man über Benifuuki-Pulver aus der Ernte unterer Blätter (meist späte Ernte, insbesondere Sanbancha). Etwas milder, teurer und wohlschmeckender ist das Benifuuki-Pulver aus erster Ernte (Ichibancha). Die Pulver sollten nicht dauerhaft eingenommen werden, da die Gerbstoffe und Catechine in höherer Menge den Körper (vor allem die Leber) belasten.

Der Verzehr des Aufgusses der Teeblätter von Benifuuki Sanbancha ist deutlich milder als die Einnahme des Sanbancha Pulvers. Eine weitere Abmilderung kann durch das Trinken eines Blends aus den ersten 3 Ernten erreicht werden. Sehr mild und schonend und vor allem sehr wohlschmeckend ist der Bancha Yamakai. Der Kultivar Yamakai besitzt im geringeren Umfang methylierte Catechine. Diese Tees können dauerhaft getrunken werden.

Benifuuki-Extrakt-Creme gegen Neurodermitis

Fujisawa zeigte in seiner Studie an 27 Patienten mit (gemäßigter) atopischer Dermatitis, dass das Auftragen einer Creme, die Benifuuki-Extrakt enthielt, auf die betroffenen Hautstellen für acht Wochen, die Symptome signifikant reduzieren konnte. In Folge war es den Patienten möglich, die Menge an Kortikosteroid in ihrer normalen Salbe entsprechend zu reduzieren (vgl. 2, S. 1022).

Quellen:

1 Bierbach, Elvira (Hrsg.), „Naturheilpraxis Heute“,Elsevier, 4. Auflage. 

2 Fujisawa, T.; Horikawa, T.; Adachi, Y., et al., Jap. J. Allerg., 2005, 54 (8/9), S. 1022.