Kabazaiku: Teedose aus Kirschbaumrinde

 

Kabazaiku: Teedose aus Kirschbaumrinde

Japanische Teedosen aus Kirschbaumrinde (Kabazaiku, 樺細工) stellen die optimalen Behälter für die Lagerung von Tee dar, vor allem für grünen und weißen Tee.

Kabazaiku: Birke oder Kirschbaumrinde?

Teebehälter bzw. Teedosen (japanisch: Chazutsu, oder Chatsubo, 茶壺) besitzen in Japan eine lange und äußerst kultivierte Tradition. Traditionelle, besonders hochwertige Teedosen aus Kirschbaumrinde, aber auch viele andere Accessoires (von Tabletts, Iphone-Hüllen, Visitenkartenhüllen bis Schmuckkästchen) werden in Japan Kaba-zaiku (japanisch: 樺細工) genannt. Kaba (樺) bedeutet Birke auf japanisch und Saiku (細工) steht für Kunsthandwerk und Handarbeit.

Kirschbaumrinde Einlegearbeit

Kirschbaumrinde Einlegearbeit

Kirschblüte in Kakunodate

Kirschblüte in Kakunodate

Der Begriff „Birke“ führt dabei leicht in die Irre, denn für die Dosen wird heute keine Birke selbst verwendet. Es wird zum einen vermutet, dass die weiße Birke, die als Symbol für wohlgestellte Häuser gilt, als Zeichen für die edlen Arbeiten aus Kirschbaumrinde genutzt wurde. Eine andere Variante spricht vom Ursprung des Begriffs im Lied Manyoshu, in dem der Autor den Begriff Wildkirsche „Kaniha“ verwendete, was später in Kaba umgeändert wurde. Es ist aber auch möglich, dass früher auch die Birkenrinde bei der Herstellung Verwendung fand. Kabazaikus werden heute ausschließlich aus der Rinde wilder Gebirgs-Kirschbäume (Oyama Sakura) hergestellt. Die Fertigung erfolgt vollständig von Hand und ist daher äußerst zeit- und kostenintensiv.

Wildkirsche Sakura Beni

Wildkirsche Sakura Beni

Wildkirsche Sakura Kasumi

Wildkirsche Sakura Kasumi

Beste Teedosen weltweit

Es hat seinen guten Grund, weshalb die japanischen Handwerker die Kunst der Teedosenherstellung in Form der Kabazaikus perfektioniert haben. Denn der gehobene grüne Tee ist eine leicht verderbliche Ware und reagiert empfindlich auf Feuchtigkeitsveränderungen. Wer ihn möglichst lange frisch und wohlschmeckend und vor allem auch medizinisch wirkungsvoll genießen möchte, der tut gut daran, in einen bestmöglichsten Teebehälter zu investieren.

Meiner Erfahrung nach, stellen die Teedosen aus Kirschbaumrinde die besten Behälter dar, um gehobenen Tee jeder Art optimal zu lagern. Sie sind in der Anschaffung nicht billig, halten aber ein Leben lang und entschädigen nicht nur mit dem perfekten Anblick, sondern auch mit einer unerreichten Lagerung des Tees. In Japan stehen sie sowohl für Kunst, als auch für hohes Handwerk. Sie gleichen wie kein anderes Material Luftfeuchtigkeitsveränderungen  aus, sind leicht atmungsaktiv und halten trotzdem eine hohe Dichtigkeit.

Kabazaiku Teedose aus Kirschbaumrinde

Original-Kabazaiku-Teedose aus Kirschbaumrinde

Kabazaiku mit Sencha

Kabazaiku mit Sencha

Nachteile der Kabazaiku Chazutsus

Wo so viel Licht ist, muss auch Schatten sein? Meine Erfahrung mit den Teedosen aus Kirschbaumrinde ist dann absolute Spitze, wenn die darin aufbewahrten Tees nicht zu stark wechseln. Bei einem deutlichen Wechsel kann sich der enorme Vorteil der Kirschbaumrinde allerdings in einen Nachteil wandeln. Lagert man zum Beispiel darin lange einen weniger guten Tee und wechselt auf eine Spitzenqualität, dann wird das dem Spitzentee etwas von seinem Aroma rauben und ihn verwässern. Die Öle und Düfte des Vorgängertees werden sich auf den neuen Tee etwas übertragen. Um das zu verhindern, müsste man die Teedose über einen längeren Zeitraum leer lagern, was ihr aber nicht sonderlich gut bekommt, da sie dann austrocknet. Es empfiehlt sich also vergleichbare Tees und vergleichbare Teesorten in der selben Kabazaiku-Teedose zu lagern. Will man den Tee eher öfter wechseln und in der Qualität und Sorte variieren, dann wäre eine Hartholz-Teedose (z.B. Zelkove) mit Yamanaka Lack oder eine japanische Teedose aus Zinn oder Kupfer angebrachter. Diese Dosen sind ebenfalls sehr gut in der Lagerqualität – wenn auch ein Stück schlechter als die Kabazaiku – dafür aber weniger empfindlich und wechselgeeigneter.  

Kabazaiku Kaufen und Preise

In Japan existieren nur eine Handvoll Hersteller von Original-Kabazaikus. Wegen der zeitintenisven reinen Handfertigung und den verwendeten Naturmaterialien sind die Teedosen aus Kirschbaumrinde nicht billig.

Preislich wird die Standardgröße und Standardausführung für etwas mehr als 100g Tee (etwa 11,5-12 cm hoch, 8 cm Durchmesser) in Europa oft für 100-120 € und damit etwas überteuert angeboten. Ein fairer Preis dürfte allerdings eher bei rund 80 € liegen. Etwas günstiger sind die „nur“ etwa 9 cm hohen Teedosen, in die immer noch bequem 100g Sencha oder Gyokuro hineinpassen. Sie haben außerdem den Vorteil, dass sich hier weniger Luft in der Teedose befindet. Ich selbst verwende aber viele 12cm Teedosen und habe trotz der größeren Luftmenge kaum einen Nachteil erschmecken können. Der Vorteil der größeren Teedose ist, dass man frühzeitig eine neue Packung des gleichen Tees nachschütten kann und dafür genügend Platz vorhanden ist.

Allerdings gibt es auch noch sehr viel kunstvollere und verzierte Stücke, die selbst in Japan deutlich über 100 € kosten können. Dabei existieren auch zahlreiche moderne Formen und Interpretationen der traditionellen Stücke, auch mit Einlegearbeiten, oder z.B. mit Farbbänder (siehe weiter unten) zur Unterscheidung der Teedosen.

Rauhe Kirschbaumrinde

Rauhe Kirschbaumrinde

Glatte Kirschbaumrinde

Glatte Kirschbaumrinde

Kirschbaumrinde mit Einlegearbeit

Kirschbaumrinde mit Einlegearbeit

Teedose mit Band

Teedose mit Band

Ulmenholz - innen Kabazaiku

Ulmenholz – innen Kabazaiku

Kabazaiku-Teedose mit Band

Kabazaiku-Teedose mit Band

Kaki-Holz- innen Kabazaiku

Kaki-Holz- innen Kabazaiku

Verschiedene Kirschbaumrinden

Verschiedene Kirschbaumrinden

Wegen ihrer hervorragenden Eigenschaften werden die Dosen aus Kirschbaumrinde, nicht nur für Tee geschätzt, sondern auch für viele andere sensible Naturgüter, wie z.B. Tabak und Kräutermedizin. Früher wurde das Material auch für viele andere wichtige Gegenstände des Alltags genutzt, wie Schwertscheiden, Schreibpinsel, Schmuckkästchen etc.

Teeuntertasse

Teeuntertasse

Tablett aus Kirschbaumrinde

Tablett aus Kirschbaumrinde

Visitenkartenetui

Visitenkartenetui

Briefpapierbox

Briefpapierbox

Herkunft der Teedosen: Kakunodate

Die Geschichte der Kabazaiku geht auf das 18. Jahrhundert Japans zurück. Das Handwerk wurde der Überlieferung nach 1781 durch die Goshono Familie (jetzt Kamanosawa, Akikawamachi in Akita Präfektur) an den Samurai Hokoroku Fujimura (Sadake-Kitake Familie) in Kakunodate weitergegeben. Fujimura begann so mit der Fertigung des ersten Kabazaikus in Kakunodate. Unter seiner Obhut entwickelte es sich zunächst als Beschäftigung von Samurais von niedrigerem Rang. Die Teedosen und Accessoires stammen heute aus der Region Akita rund um und aus der japanische Kleinstadt Kakunodate, die seit 2005 mit zwei anderen Orten zur Stadt Semboku (etwa 430km Luftlinie nördlich von Tokyo, Akita Präfektur) zusammengelegt wurde. Kakunodate (jap.: 角館町) – früher auch Sakurakaba genannt – ist bekannt für seine sehr gut erhaltenen Samurai-Häuser (Bukeyashiki) und seine wunderschönen Kirschbäume. Dadurch wurde es ein berühmter Ort für das Betrachten der Kirschbaumblüte (Hanami) und erhielt auch teilweise die Bezeichnung „Kyoto von Tohoku“.

Kakunodate

Kirschbaum und traditionelles Samurai-Haus in Kakunodate

Nachwachsende Rinde wilder Gebirgs-Kirschbäume

Der wilde Gebirgs-Kirschbaum wird für die Herstellung der Teedosen aus Kirschbaumholzrinde nicht gefällt. Vielmehr wird nur seine Rinde mittels einer speziellen Technik abgeschält. Dadurch nimmt der Baum keinen Schaden, kann weiter wachsen und innerhalb einiger Jahre die Rinde komplett neu ausbilden. Der Teedosen-Handwerker kann so auf einen geschlossenen natürlichen Kreislauf zur Gewinnung seines Rohprodukts zurückgreifen. Eine ähnliche Technik ist aus der Keimzelle des alten Russlands – Nowgorod – bekannt. Seit dem frühen Mittelalter war die Stadt u.a. für die Herstellung besonders praktischer Gegenstände aus Birkenrinde berühmt.

Kirschbaumrinde

Kirschbaumrinde

 Verschiedene Texturen und Qualitäten

Es existieren etwa 12 unterschiedliche Texturen an Kirschbaumrinden, aus denen entsprechend verschiedene Typen an Teedosen gefertigt werden. Je nach Alter und Qualität werden sie unterschiedlich bezeichnet. „Cracked“ wird als beste Qualität angesehen, „Candy“ besitzt eine schöne glatte Oberfläche und „Crepe“ bietet einzigartige Muster.

Kabazaiku-Texturen

Kabazaiku Texturen

Beste Eigenschaften als Teedose

Die Kirschbaumrinde außen und das Kirschbaumholz innen sorgen für ein optimales Klima und einen optimalen Schutz für den sensiblen grünen Tee. Dies gilt allerdings auch für alle anderen Teesorten und auch für die vielen Kräutertees. Die Luftfeuchtigkeit darf weder zu hoch, noch zu niedrig sein und der Tee soll vor Schwankungen des Klimas (Temperatur, Feuchtigkeit), fremden Aromen und Licht geschützt sein. Die Teedose soll möglichst luftdicht sein und zugleich aber eine gewisse Atmungsaktivität zeigen. Außerdem soll das Material den Tee bei längerer Lagerung energetisch eher aufwerten, als ihm Energie entziehen. Nur ganz wenige Materialien schaffen dieses Spagat gut. Teedosen aus Kirschbaumrinde kommen fast allen diesen hohen Anforderungen in exzellenter Weise nach. Die herausragende Eigenschaft der Kirschbaumrinde besteht darin, die Feuchtigkeit und das Klima in einer Teedose optimal zu regulieren. Eine zu große äußere Luftfeuchtigkeit wird abgewiesen und gleichzeitig eine Austrocknung des kostbaren Inhalts bei zu geringer Luftfeuchtigkeit weitgehend verhindert.

Kabazaiku-Teedosen mit Farbband zur Unterscheidung

Kabazaiku-Teedosen mit Farbband zur Unterscheidung

Verbesserter Geschmack und Aroma des Tees

Im Ergebnis gewinnt meiner Beobachtung nach guter grüner Tee sogar noch an Aroma und Geschmack, einige Tage nachdem er aus der verschlossenen Originalverpackung in die Kirschbaumteedose gefüllt wurde. Öffnet man die Teedose kann man dies deutlich bereits sowohl am Duft der aus ihr strömt, als auch an dem Aussehen des Tees beobachten. Die hervorragende Klimaregulierung einer guten Kirschbaum-Teedose tut dem Tee einfach gut. Dieser vorteilhafte Effekt hält sich für etwa zwei Wochen relativ prägnant und schwächt sich dann sukzessive ab.

Sehr gute Tee-Lagerzeiten für eine Teedose

Erfahrungsgemäß schafft es die Teedose aus Kirschbaumrinde einen guten grünen Tee nach dem Öffnen der luftversiegelten Originalverpackung ungefähr 3 Monate relativ frisch und aromatisch zu halten. Dabei hält er sich deutlich besser, als in jeder anderen Teedose. Selbstverständlich ist es dabei hilfreich, wenn sich in der Teedose relativ wenig Luft befindet und sie nicht häufig geöffnet wird.

Kabazaiku Teedose mit edlem Gyokuro

Kabazaiku Teedose mit edlem Gyokuro

Welche Größen der Teedosen sind optimal?

Japanische Teefreaks lagern geöffneten Tee daher häufig in kleineren Dosen und verwenden eine Dose zum häufigen Öffnen und eine Dose zum Zwischenlagern. Ich persönlich denke aber, dass dies weniger nötig ist. Alle meine wertvollen Tees lagern fast ausschließlich in Kabazaikus und ich verwende hier meist die rund 12 cm langen Standard-Teedosen, mit exzellenten Erfahrungen. In diese Größe passen sowohl etwa 150g des größer volumigen Gyokuros als selbst 100g eines weißen Silbernadeltees. Nur für Tees mit Super Premium-Qualität und höher, verwende ich die kleineren Kabazaikus. Diese Tees kommen aber auch meist in geringerer Menge, also z.B. 40 oder 50 Gramm-Tüten und sollten eh in einem kleineren Behälter aufbewahrt werden.

Teedose 12cm hoch, 8 cm Ø

Teedose 12cm hoch, 8 cm Ø

Teedose 11cm hoch, 7 cm Ø

Teedose 11cm hoch, 7 cm Ø

Teedose 9cm hoch, 8 cm Ø

Teedose 9cm hoch, 8 cm Ø

Für jeden Tee einen eigenen Behälter?

Wer Erfahrungen mit einer guten Kabazaiku gesammelt hat, weiß, dass die Teedose den Geruch des Tees im Laufe der Zeit annimmt und verfeinert. Es liegt auf der Hand, dass sehr wohl überlegt werden sollte, welchen neuen Tee man nach dem Aufbrauchen des gelagerten Tees hineinfüllen sollte. Einen zu großen Wechsel der Sorte oder des Charakters würde ich also nicht unbedingt empfehlen. Es könnte sich also nachteilig erweisen, z.B. einen kräftigen Bancha später Pflückung in eine Teedose zu füllen, in der zuvor ein eleganter Gyokuro lagerte. Mit der Zeit gewinnt man hier aber sicher ein gutes Gefühl, welche Tees in welche Teedose passen.

Teedosen aus Kirschbaumrinde reinigen?

Von einer üblichen Reinigung der Teedose würde ich in jedem Fall abraten. Selbst beim Neukauf sind die Dosen in der Regel so pfleglich behandelt worden, dass eine Reinigung nicht nötig ist. Vor allem nach einer längeren Benutzung mit Tee, sollte man die sich so angesetzte innere „Tee-Patina“ keinesfalls zerstören. Allerdings sollten kleine Teekrümel oder Teestaub mit einem sauberen und trockenen Tuch vor der nächsten Benutzung sehr wohl entfernt werden. Denn diese Stücke könnten den neuen Tee geschmacklich „infizieren“. Falls unbedingt nötig, kann man die Teedose mit kaltem oder warmen klaren Wasser auswaschen und geöffnet gut trocknen lassen.

Pflege der Kabazaikus

Die Kabazaikus sollten möglichst nicht der direkten Sonne, keinen Flüssigkeiten oder zu großer Feuchtigkeit, aber auch nicht zu großer Trockenheit ausgesetzt werden. Die beste Pflege dieser Teedosen ist die Einhaltung der vorgenannten Faktoren, aber vor allem die Nutzung der Dosen selbst mit Tee. Dadurch absorbieren die Dosen feine ätherische Öle und Fette des Tees und werden automatisch gepflegt. 

Kabazaiku mit Metall-Innenbehälter oder andere Hölzer?

Die japanischen Teedosen aus Kirschbaumrinde werden in Europa häufig zu relativ hohen Preisen angeboten. Vielfach fallen dann solche Angebote ins Auge, die einen nur halb bis etwa einen Drittel so hohen Preis anbieten. Hier stellt sich aber beim Näheren Hinschauen meist heraus, dass sich der niedrigere Preis durch einen billigen Metall-Innenbehälter erklärt, der zwar eine schöne äußere Optik durch eine durch die Kirschbaumrindenhaut wahrt, aber alle vorteilhaften Eigenschaften der Lagerung vermisst. Ich rate dem qualitätsbewussten Teetrinker dringend vom Kauf einer Teedose mit einem solchen Metallinnenbehälter ab.

Kabazaiku-Teedose mit Blechinnenbehälter

Kabazaiku-Teedose mit Blechinnenbehälter

Ähnlich verhält es sich mit Teedosen aus anderen Hölzern, die im Außen eine Kirschbaumrindenhaut zeigen, im Inneren aber ein anderes Holz verwenden. Diese Dosen sind zwar teilweise wunderschön und weisen manchmal hervorragend lackierte Hölzer auf, doch reichen sie in ihrer Eigenschaft und Qualität meist nie an eine Original Kabazaiku heran.

Teedose aus Holz mit Kirschbaumrinde aussen

Teedose aus Holz mit Kirschbaumrinde aussen

Herstellung der Kabazaiku

Die Herstellung der Original-Kabazaikus erfolgt vollständig per Hand und mit natürlichen Materialien. Sie ist zeitaufwendig und kostenintensiv. Die wenigen Hersteller können keine großen Stückzahlen herstellen, so dass es immer wieder zu Lieferengpässen kommt. Zum Glück bleibt eine Kabazaiku-Teedose für den Teegeniesser ein treuer Begleiter, das Leben lang.

 Mit einigen Abweichungen, je nach Hersteller, läuft der Herstellungsprozeß ungefähr wie folgt ab:

FotoSchrittHerstellung
Kabazaiku-WerkzeugWerkzeugeDie Herstellung verlangt eine ganze Reihe von speziellen Werkzeugen und besonders viel Geschick und Erfahrung: Hammer, Säge, Hobel, Stanzwerkzeuge, spezielle Messer etc.
Kabazaiku-Schaben-Kirschbaumrinde Schaben der RindeZunächst wird ein Stück Kirschbaumrinde auf die gewünschte Größe für die Teedose zugeschnitten. Danach wird es mit einem kleinen heissen Eisen „gebügelt“, um es weicher und glatter machen. Anschließend wird die Oberfläche mit einem langen Messer abgezogen, um ihr zum so beliebten Glanz und zur Ebenheit zu verhelfen.
Kabazaiku-KlebenKlebenEs wird ein natürlicher Kleber auf die Rinde aufgebracht und einer Trocknung unterzogen.
Kabazaiku-Vorbereitung VorbereitungDrei Lagen dünnen Holzes werden auf eine Form mittels des heissen Eisens gerollt und so eine zylindrische Basis für das Aufziehen der Rinde geschaffen.
Kabazaiku-InnenrindeInnere RindeDie Innenseite wird ebenfalls mit einem natürlichen Kleber bestrichen und mit einer dünnen Rinde versehen. Dieses Stück stellt die Innenwand der Dose dar. 
Kabazaiku-Mundstueck-RindeMundstückEine besondere Rinde wird benutzt für den inneren Teil, der sich beim Öffnen des Deckels zeigt.
Kabazaiku-Mundstueck-platzieren Mundstück platzierenDas Mundstück wird an der Innenseite verklebt.
Kabazaiku-TrennenTeilungDeckel und Dosenkörper werden mit einem kleinen Messer getrennt.
Kabazaiku-Teedose-KoerperDosenkörperDer Dosenkörper wird nun außen mit einem schönen Rindenstück versehen. Dazu wird die richtige Temperatur des Eisens und viel Fingergeschick benötigt, so dass die Rinde glatt wird und gut sitzt sowie keine Risse oder Falten bekommt.
Kabazaiku-KnotenKnotenDie Rinde wird mittels kleinster Knoten durch das Eisen zusammengeführt. Alle Kanten werden durch verschiedene Werkzeuge geglättet.
Kabazaiku-Polieren PolierenMit einem feinen Sandpapier wird die Oberfläche poliert. Das Finish erfolgt durch ein spezieller Wetzsteinpulver und Rapsöl.


8 Responses to “Kabazaiku: Teedose aus Kirschbaumrinde”

  1. Danke für Ihre wunderbaren Ausführungen,
    Suche eine Teedose aus Zelkova-Holz – oder gibt es Teedosen aus heller Rinde?
    Besten Dank für freundliche Rückäußerung
    Ute Gerriets

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, vielen Dank. Teedosen aus Zelkoven Holz gibt es aus Japan durchaus. Bitte schauen Sie in den Beitrag Grüner Tee Online Kaufen, dort habe ich Händler mit Zubehör aufgelistet. Aus heller Rinde habe ich noch keine Teedosen gesehen. Wenn dann aus hellem Holz. Interessant sind aber vielleicht die fast weiß schimmernden Kabazaikus aus nicht geschliffener Rinde. viele Grüße Jörg Schweikart

  2. wow. So viel Informationen. Ich würde mich auf keinen Fall als Teekenner bezeichnen daher verzeihen Sie mir meine Frage. Ist ausschließlich Kirschbaum RINDE sinnvoll zur Teeaufbewahrung oder hat Kirschbaum HOLZ ähnlich gute Eigenschaften?

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, Kirschbaumrinde ist in der Tat das Beste für guten grünen Tee. Aber eine billige Dose aus Weißblech, die innen mit Kunststoff leicht beschichtet ist, leistet auch ganz gute Dienste. Und die Original-Verpackungen mancher Hersteller, mit Zipper, sind auch ganz gut. viele Grüße Jörg Schweikart

  3. Hallo,
    erstmal vielen Dank für den interessanten Artikel.
    Haben sie vielleicht eine Empfehlung bei welchem Shop man eine solche Dose in einer guten Qualität erhalten kann?

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, bitte schauen Sie den Beitrag „beste Online Shops“ in der rechten Spalte an, dort ist eine Liste der besten Zubehör-Händler aufgeführt. viele Grüße Jörg Schweikart

  4. Interessanter Text und bin immerwieder fasziniert was fuer eine grosse kultur hinter jedem kleinen Detail von gruenen Tee steckt.

    Persoenlich kann ich mich bisher allerdings weniger mit japanischem oder auch chinesischen gruenen Tee anfreunden da die meisten grasig schmecken.

    Habe gerade noch ein Wasserfilter bestellt, um first flush tees auch mal unterscheiden zu koennen, das haette ich wohl schon frueher machen sollen, gibt ja irgend ein japanischen weisen der glaub im 18 jahrhundert schon mal gesagt hat, das wasserqualitaet 80% des teegeschamcks aus macht.

    Trinke fast nur gruenen Darjeeling, der wie gesagt vorallem first flush steht wohl ziemlich auf kriegsfuss zu hartem wasser.

    Nun endlich zu meiner Frage, ich lese vieles verschiedenes ueber lagerung von tees, macht es ueberhaupt sinn fuer darjeeling solch eine Dose zu kaufen?

    Auch hat ja china auch eine lange gute Tee Tradition, allerdings scheint dort traditionell eher auf luftdichte edelstahl oder frueher eben kupfer oder was auch immer gesetzt, kann kupfer mehr atmen?

    Bei wikipedia steht sogar das zusammengerollte Teetueten noch besser seien weil da keine luft mehr drin ist, dachte zuerst die meine spezielle Tueten fuer lange lagerung, aber die tueten von meinem haendler sind innen auch beschichtet und sie haben einen wiederverschliesbaren zipper heist das glaub.

    Sie empfehlen ja diese Verpackungen als gleichwertig zu z.B. Edelstahldosen.

    Kurzum was empfehlen sie mir fuer darjeeling fuer dosen, den geschlossenen Tee kann ich wohl beruhigt in den tueten lassen, den angebrochenen in ne Kupferdose oder doch so einen Kabazaiku.

    Denke halt auch das ich 100gramm fast in ner woche weg trinke, bin vielleicht zu verschwenderisch, vielleicht sinds auch 2 wochen, mag mich teuschen :) Von daher frag ich mich ob da in ner billigeren dose so viel an qualitaet kaputt gehen kann?

    • Dr. Jörg Schweikart:

      Hallo, spannende Gedanken 😉 Ja, der Teufel liegt beim guten Tee im Detail. Zu Ihren Fragen: Bei wirklich guten grünen Darjeelimgs (die meisten sind extrem schlecht) macht die Teedose sehr wohl einen riesigen Unterschied. Persönlich ziehe ich hier die lackierten Hartholzdosen am meisten vor, z.B. Zelkovenholz. Auch eine Kupferdose wäre willkommen, aber sie muss gut gearbeitet sein. Kirschbaumrinde in diesem Fall eher weniger. Die Zipper-Verpackung ist auch ok, wenn auch sicher deutlich weniger gut als die Hartholzdose. 100g Tee in einer Woche sind für einen Teeliebhaber nicht unbedingt viel. Ich kenne Teemeister in Japan, die 100g Gyokuro in 2 Tagen verbrauchen und trotzdem oder auch deshalb bester Gesundheit sind. Es macht schon einen gesundheitlichen und geschmacklichen Unterschied, wie man den Tee lagert. Geschmack und Wirkung liegen hier nahe beieinander. Ich rate dazu viel zu Experimentieren und sein eigenes Optimum zu entdecken. viele Grüße Jörg Schweikart

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