Theaflavin 

Theaflavine im schwarzen Tee

Theaflavine entstehen aus den Catechinen bei der Fermentation von grünem Tee hin zu Oolong-, Pu Erh- und schwarzem Tee. Sie besitzen besondere Wirkungen.

Theaflavine entstehen aus den Catechinen durch Fermentation

Die Theaflavine (TF) gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen der Teepflanze und sind in den unfermentierten grünen Blättern ursprünglich nicht als Inhaltsstoff der grünen Teepflanze vorhanden. Erst durch die Oxidation von grünem Tee, hin zum weißen, gelben, Oolong-, Pu Erh- oder gar schwarzen Tee (volle Oxidation) entstehen die Theaflavine aus der Umwandlung der Catechine. Mit zunehmender Fermentation werden also die Catechine reduziert und die Theaflavine und auch die Thearubigine gebildet. Grüner Tee enthält somit keine Theaflavine, jedoch noch den vollen Catechin-Gehalt der natürlichen Teeblätter.

Erst im Jahre 1956 wurde der Begriff Theaflavine für die rötlich-orangefarbenen Pigmente im Tee verwendet. Sie entstehen aus 2 Catechin-Monomeren  und bilden hauptsächlich verschiedene Verbindungen aus Theaflavin und Gallussäureester (vgl. Hilal, S. 271). Insgesamt erreichen sie im schwarzen Tee einen Gehalt von bis zu etwa 2,5% der Trockenmasse der Blätter. Der Gehalt schwankt jedoch recht stark je nach Qualität, Herkunft und Anbauweise desTees bzw. dem Fermentationsgrad. Bis zu etwa 0,1% der Trockenmasse bilden seltene Theaflavine namens Isotheaflavine, Theaflagalline, Theaflavinsäuren und das stereoisomere Neotheaflavin (vgl. Hilal, S. 271).

Die wichtigsten Theaflavine heissen:

  • Theaflavin (TF),
  • Theaflavin-3-gallat (TF3G),
  • Theaflavin-3′-gallat (TF3’G),
  • Theaflavin-3,3′-gallat (TF33’G).

Theaflavine Gehalt im schwarzen Tee

Eine der wenigen Untersuchungen zum Gehalt von Theaflavinen im schwarzen Tee wurde durch Friedman et al. 2006 an 32 schwarzen Tees durchgeführt.2 Leider wurden vornehmlich Teebeutel (mindere Qualität) des US-Marktes verwendet, so dass die von Hilal oben erwähnten 2,5% nicht erreicht wurden. Die große Schwankungsbreite zeigt auch hier wieder einmal, wie sehr der Gehalt an Inhaltsstoffen von der Qualität und Herkunft des Tees abhängig ist.

<td „15“>Mittelwert<td „15“>Minimalwert<td „15“>Maximalwert

0,24%0,31%0,16%0,51%1,22%
0,04%0,00%0,00%0,06%0,37%
0,91%0,59%0,38%1,09%2,07%

Quelle: Friedman, Levin et al., 20062, alle Werte aus der Ethanolextraktion (Wasserextraktion lag 5-10% tiefer). 32 schwarze Tees.

In der gleichen Untersuchung wurden auch 24 grüne Tees und 7 Kräutertees analysiert. Der Gehalt an Theaflavinen betrug hier erwartungsgemäß gleich null.

Wirkung der Theaflavine im schwarzen Tee

Da den Catechinen eine sehr große gesundheitliche Wirkung bescheinigt werden, wird der grüne Tee für Zwecke der Vorbeugung und zur Erhaltung der Gesundheit meist deutlich über den schwarzen Tee gestellt. Es ist aber auch aus Analysen bekannt, dass schwarzer Tee von sehr hoher Qualität (bestimmte Darjeeling- und Sri-Lanka-Sorten) trotz der Fermentation noch signifikante Mengen an Catechinen besitzen (teilweise fast 12% i.Tr.). Die meist im Markt erhältlichen niedrigen Qualitäten hingegen, besitzen jedoch nur  sehr geringe Catechinmengen. Zusätzlich verfügen die fermentierten Tees im Gegensatz zum grünen Tee eben auch über Theaflavine und Thearubigine, die besondere gesundheitliche Eigenschaften aufweisen.  

Die Theaflavine und die Thearubigine gelten beide noch als relativ unerforscht. aus der beschränkten Anzahl an Untersuchungen sind folgende besondere Wirkungen bekannt:

  • Stark antibakterielle Wirkung, auch teilweise gegen Antibiotika-resistente Stämme,
  • Hohes Potenzial bei der Hemmung von HIV-1-Viren,
  • Cholesterin-Spiegel senkend,
  • Reduzierung des Low-Density Lipoproteins (LDL),

Interessanterweise entstehen die Theaflavine auch bei der Verstoffwechselung der Catechine in der Leber. Es könnte entsprechend der Fall sein, dass die besonderen Wirkungen der Theaflavine auch durch den Verzehr des grünen Tees sich im Körper entfalten.

Quellen:

  1. 1 Hilal, Yumen; Untersuchungen über Polyphenole in weißen und grünen Tees; Cuvillier-Verlag, 2010. 
  2. 2 Friedman, Mendel, Levin, Carol E., Choi, Suk-Hyun et al., HPLC Analysis of Catechins, Theaflavins, and Alkaloids in Commercial Teas and Green Dietary Supplements: Comparison of Water and 80% Ethanol/Water Extracts, Journal of Fod Science, Vol. 71. Nr. 6, 2006, C328-337.


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