Grüner Tee gegen Heuschnupfen und Allergien

Histamin und Immunsystem 

Grüner Tee gegen Heuschnupfen und Allergien

Grüner Tee, vor allem Benifuuki Pulver und Tee, hilft gegen Allergien und allergische Reaktionen (Heuschnupfen, allergisches Asthma, Nesselsucht, Neurodermitis).

Allergien und Heuschnupfen

Allergien sind Krankheiten des Immunsystems, bei denen eine übersteigerte Antwort zur „Abwehr“ von Allergenen entsteht. Das Immunsystem gerät in eine unnötige Alarmbereitschaft und identifiziert bestimmte (oft auch harmlose) Stoffe (Allergene) als gefährlich. Eine Immunreaktion wird bei Kontakt ausgelöst. Nun werden viele Antikörper (IgE) ausgeschüttet, um die Antigene zu binden.

Beim Kontakt von Antikörper und Antigenen kommt es zu so heftigen Reaktionen, dass die die Antikörper tragenden Mastzellen verletzt werden und Histamin freigesetzt wird. Histamin ist verantwortlich für die allergische Symptomatik (Augen, Nase, Hals, Bronchien, Haut; von allergischem Asthma, Heuschnupfen, Nesselsucht, Neurodermitis bis zum anaphylaktischem Schock).

Zur Neurodermitis als spezielle atopische Erkrankung und zugleich allergischer Reaktion des Immunsystems siehe den Beitrag Grüner Tee gegen Neurodermitis

Diese Fehlregulation läuft oft lange erst im Verborgenen ab und steigert sich mit der Zeit. Die Allergiebereitschaft wächst. Nur wenige Allergene sind mit der Zeit nötig, um eine heftige Reaktion auszulösen. Dies erklärt die starken plötzlichen Symptome bei Allergen-Kontakt, insbesondere auch beim pflanzlichen Pollenflug, der die typischen und äußerst unangenehmen Heuschnupfen-Symptome (allergische Rhinitis) auslösen kann: Juckreiz in den Augen und der Nase, Niesen, rauher oder juckender Hals, Verengung der Bronchien und Atemnot, Unwohlsein, Müdigkeit etc.

Die folgende Abbildung gibt einen Überblick der gängigen Pollenflug-Saison für die einzelnen Pflanzen.

Gesunde Catechine im grünen Tee

Grüner Tee besitzt als einziges Lebensmittel die besonderen Polyphenole namens Catechine. Die herausragenden Heileffekte des grünen Tees sind zu einem guten Teil den Catechinen zu verdanken. Sie umfassen eine extrem große Bandbreite positiver Effekte auf den Körper. Von den Catechinen existieren unterschiedliche Gruppen und Arten. Jede Grünteesorte bzw. Saatsorte besitzt verschiedene Ausprägungen.

Catechine und Ellagitannine wirken antiallergisch

In mehreren wissenschaftlichen Studien konnte die starke antiallergische Wirkung von Catechinen gezeigt werden (vgl. 1, 2). Sie reduzieren die Mastzellen-Aktivierung, die Histamin-Ausschüttung, Überreaktionen des Immunsystems, insbesondere allergische Reaktionen des Typ I (z.B. allergisches Asthma, allergische Rhinitis (Heuschnupfen), Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Urtikaria (Nesselsucht), anaphylaktischer Schock, Neurodermitis, Larynxödem) und Typ IV (Spättyp / verzögert).

Für das Thema Allergien und Heuschnupfen am bedeutendsten sind die sogenannten methylierten Catechine (ECG3″MeGCG3″Me, EGCG3″Me und EGCG4″Me) und die hydrolisierbaren Gerbstoffe = Ellagitannine (Strictinin, G-Strictinin und Theogallin) (vgl. 2 4, 7). Aber auch das unmethylierte Hauptcatechin EGCG weist neben zahlreichen anderen positiven Eigenschaften antiallergische Effekte auf. Es sei noch angemerkt, dass die methylierten Catechine noch eine ganze Reihe weiterer positiver bioregulatorischer Effekte besitzen, darunter vor allem (vgl. 1, 2):

  • Wirkung gegen Übergewicht,
  • Förderung des Stoffwechsels und der Leber.

Antiallergische Inhaltsstoffe nach Teesorten

Unter Berücksichtigung der oben genannten wichtigen Inhaltsstoffe für antiallergische Effekte, stellt sich die Frage, in welchen Grünteesorten diese am stärksten ausgeprägt sind. Dem wird im folgenden nachgegangen.

EGCG3″Me am meisten im Benifuuki, aber auch in Okumidori, Yamatomidori und Yamakai

Das bedeutende methylierte Catechin EGCG3″Me ist in der speziellen Grünteesorte Benifuuki mit weitem Abstand am stärksten enthalten. Es findet sich hier mit 1,5% des Trockengewichts (vgl. 3). Der nächstfolgende Grüntee-Cultivar ist Okumidori, mit „nur“ noch 0,7% i.Tr. sowie Yamatomidori mit etwa 0,4% und Yamakai mit etwa 0,3% (vgl. 3).

Der deutlich am weitesten verbreitete Cultivar Yabukita (etwa 80% aller japanischen Grüntees) besitzt gar kein EGCG3″Me. Auch im schwarzen Tee findet sich dieses Catechin (wegen der Oxidation) kaum mehr. Nur im Oolong-Tee bestimmter Saatsorten kommt es noch signifikant vor (bis etwa 1% i.Tr.).

Ernten aus unteren Blättern besitzen den höchsten Gehalt an methylierten Catechinen

Den deutlich höchsten EGCG3″Me-Gehalt weisen diejenigen Benifuuki-Tees auf, die aus den sehr ausgereiften, unteren Blättern dieser Saatsorte gewonnen wurden. Dies sind vor allem die vierten oder noch tieferen Blätter spät in der ersten Ernte (D und E der unten folgenden Grafik) und die dritten und tieferen Blätter der zweiten Ernte (C, D und E)  (vgl. 4).  Beide besitzen sogar etwa 2% EGCG3″Me i.Tr.

Es ist also wichtig zu wissen, dass die Ernten der oben genannten Sorten Benifuki, Okumidori, Yamatomidori und Yamakai dann einen wesentlich höheren Gehalt an EGCG3″Me besitzen, wenn es sich um eine Ernte der unteren Blätter handelt. Man kann durch den Kauf der entsprechenden Sorte und Ernte also wie in einem Baukastensystem den Gehalt an EGCG3″Me für die eigene Anwendung auswählen.

Da für die geschmacklich besten Tees meist die erste Ernte der jungen oberen Blätter verwendet wird, sind Ernten der unteren Blätter im Markt sehr rar. Sie wirken für den antiallergischen Zweck besser, sind aber auch bitterer. Bislang habe ich im Markt z.B. nur einen Yamakai Bancha gefunden, der zugleich aus jüngeren und älteren Blättern gewonnen wird und zudem noch sehr gut schmeckt.

GCG3″Me: im Okumidori, aber auch im Benifuuki

Das methylierte GCG3″Me findet sich am meisten im Cultivar Okumidori (0,06%), Okumusashi (0,04%), Yamatomidori sowie Samidori (0,04%) und im Benifuuki immerhin noch mit 0,03%, während es in Yabukita nicht vorhanden ist (vgl. 3).

Strictinin im Sayamakaori und Benifuuki: obere Blätter, 1. Ernte

Den größten Strictinin-Gehalt findet man in den Tees der Saatsorte Sayamakaori mit etwa 2,2% i.Tr. Es folgen Benifuuki mit etwa 1,4% und Yabukita mit 1,3% (Quelle: NARO, Japan, 2009). Beim Benifuuki kommt es am meisten in den Knospen und den ersten Blättern der ersten Ernte vor (etwa 1,3-1,4% i.Tr.). In den dritten und vierten Blättern derselben Ernte wird es nur mit etwa 0,6% bzw. 0,5% gefunden. In der zweiten Ernte ist es insgesamt sogar noch weiter darunter, mit etwa 0,4% in den Knospen und den ersten Blättern und etwa 0,2% in den Blättern darunter (vgl. 4).

G-Strictinin: nur in Chachukanbohonnoh no.6

Dieser hydrolisierbare Gerbstoff kommt nur in der speziell gezüchteten Grünteesorte Chachukanbohonnoh no.6, ein Cultivar aus Camellia taliensis und Okumusashi, vor. Der Gehalt beträgt etwa 8,8% i.Tr. (Quelle: National Agriculture and Food Research Organization (NARO), Japan, 2009).

Theogallin: Chachukanbohonnoh no.6 aber auch im Benifuuki

Auch beim Theogallin besitzt die Chachukanbohonnoh no.6 den höchsten Gehalt mit etwa 0,7% i.Tr. Es folgen Da-ye-oolomg mit 0,26%, Benifuuki mit 0,16% und Makinoharawa mit 0,15% (Quelle: NARO, Japan, 2009).

EGCG im Benifuuki: obere Blätter, 1. Ernte

Zudem sei hervorgehoben, dass auch das (unmethylierte) Hauptcatechin EGCG in der Saatsorte Benifuuki mit Abstand am ausgeprägtesten gefunden wird. Etwa 10,1% der Trockenmasse des Benifuuki bestehen aus EGCG, danach folgen Tadanishiki mit 9,8%, Izumi und Okumusashi mit 8,7%, während Yabukita nur auf 7,7% kommt (vgl. 3). Im schwarzen Tee findet sich das EGCG je nach Qualität fast gar nicht bis sehr reduziert.

In den Knospen und ersten Blättern der ersten Ernte des Benifuuki findet sich sogar ein EGCG-Wert von fast 15% und in der zweiten Ernte sogar etwa 17% (!). In den dritten, vierten und fünften Blättern der ersten Ernte sind immerhin noch 12%, 11% und knapp unter 10% EGCG zu messen. Dies verhält sich in der zweiten Ernte noch leicht ausgeprägter, hier wurden etwa 13%, 11% und 10% gefunden (vgl. 4).

Koffeingehalt des Benifuuki in unteren Blätter der 2. Ernte niedriger

Zugleich sei angemerkt, dass der Koffeingehalt des Benifuuki in den unteren Blättern im Vergleich zu den oberen Blättern deutlich geringer ist. In der ersten Ernte befinden sich in den Knospen und dem ersten Blatt etwa 5% Koffein i.Tr., im 3., 4. und 5. Blatt noch 4,5%, 4% und 3,8%. In der zweiten Ernte liegt das Koffeinniveau noch tiefer, in den Knospen und jungen Blättern bei 4,5%, im 3., 4. und 5. Blatt bei etwa 3,8%, 3,5% und 3,7% (vgl. 4, S. 189). Für Kinder und koffeinsensible Menschen eignen sich die Tees aus den unteren Blättern also besser, als die Tees aus den oberen Blättern.

Benifuuki Blattordnung

Benifuuki Blattordnung

Quelle: 4, S. 187.

Zwischenfazit: Der Kauf des Benifuuki Tees und Pulvers aus den unteren Blättern stellt bei der Auswahl der antiallergischen Inhaltsstoffe die beste Wahl und den besten Kompromiss dar (am meisten EGCG3″Me, und guter Gehalt an EGCG, GCG3″Me, Strictinin und Theogallin). Da vor allem für späte Ernten auch untere Blätter verwendet werden, empfiehlt sich für die akute Anwendung und Vorbereitungskur ein Benifuki Pulver und Tee Sanbancha (aus dritter Ernte) zu kaufen.

Kombination aus Benifuuki Pulver und Benifuuki Tee am Besten

Bei der Anwendung von Benifuuki gegen Allergien und Heuschnupfen sollten sowohl das Benifuuki-Pulver, als auch der lose Benifuuki-Blatttee zum Einsatz kommen. Beide haben unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Nur Benifuuki-Pulver liefert ausreichend Catechine, aber Toxizität beachten

Die einzelnen Catechine sind verschieden wasserlöslich. Nur ein Bruchteil findet so aus den Teeblättern in den Teeaufguss. In einer Untersuchung von Chu und Juneda wurde gezeigt, dass je nach Grünteesorte nur etwa 0,03% (Bancha), 0,07% (Sencha) bis etwa 0,27% (Gyokuro) der Catechine in der Trockenmasse in das Teewasser übergehen (vgl. 5, S. 17). Ganz anders verhält es sich mit dem Tee-Pulver. Hier verzehrt man natürlich die gesamte Menge der Catechine, also beim Benifuuki etwa 26% der Trockenmasse (!) (vgl. 3, S. 66). Um auf die notwendigen 34mg EGCG3″Me pro Tag für die vorbereitende Kur und für die Akutphase zu kommen, die als effektiv gefunden wurden, ist also der Verzehr des Benifuuki-Pulvers notwendig. Zudem wurde in einer Untersuchung gezeigt, dass das Benifuuki-Pulver fein (etwa 2 μm) – aber nicht zu fein – vermahlen sein sollte, da so die Catechine deutlich besser ins Blut resorbiert werden (vgl. 6).

Benifuuki-Tee: weniger potent, aber für Kinder, unterwegs, über den Tag und für länger geeignet

Da in den Teeaufguss des Benifuuki weniger potente Inhaltsstoffe als beim Verzehr des Pulvers gelangen, wirkt er insgesamt wesentlich milder und verträglicher. Frau Banri Yamamoto, Leiterin eines Forschungsteams der National Agriculture and Food Research Organization (NARO) in Japan, die umfassende Untersuchungen zum Benifuuki betrieben hat, sieht ihn wegen seiner milderen Wirkung daher auch besser für Kinder geeignet.

Um aus dem Tee als Ersatz für das Pulver aber noch zumindest signifikant große Mengen der Catechine zu erhalten, sollte er für eine bestimmte Zeit gekocht werden (siehe dazu den Abschnitt Zubereitung weiter unten). Die Forscher von NARO äußerten sich in einem Interview, dass ihrer Beobachtung nach der Benifuuki-Tee beim Kochen über einen Zeitraum von 5 Minuten eine ähnliche Wirkung wie das Pulver entfaltet.

Benifuki-Pulver zügig trinken (toxisch)! 

Ein weiterer Nachteil des Pulvers besteht darin, dass es sehr zügig nach der Zubereitung getrunken werden sollte! Denn eine gewisse Zeit nach der Zubereitung des Pulvers bildet sich aus dem Cholorophyll das photoaktive Abbauprodukt Pheophorbid. Dieses wird von den Körperzellen aufgenommen und ist giftig. Pheophorbid ist dafür bekannt ab einer bestimmten Menge die Photodermatose auszulösen, d.h. bestimmte Hautveränderungen bzw. -krankheiten, die durch Sonnenstrahlen oder UV-Strahlen getriggert werden. Ausserdem bilden sich weitere giftige Substanzen, die zu Übelkeit führen können. Trinkt man das zubereitete Pulver aber zügig, ist der Verzehr in dieser Hinsicht bedenkenlos möglich.

Benifuki-Tee kann gekühlt mehrere Tage aufbewahrt werden

Der Tee hingegen besitzt deshalb noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Er hält kühl gelagert für mehrere Tage seine antiallergische Wirkung und kann entsprechend besser vorbereitet werden. Man sollte ihn nach Möglichkeit im Kühlschrank lagern. Dafür gibt es sehr praktische und hübsche Mizudashi-Glasflaschen. In einer praktischen Flasche kann man ihn auch unterwegs dabei haben und so zusätzlich zum Pulver, oder bei Kindern auch alleine, über den Tag verteilt trinken. Dies erhöht die Wirkung zusätzlich. Ausserdem gelingt es so, bei einer starken allergischen Reaktion, z.B. draußen in der Natur bei Pollenflug, schnell eine weitere Dosis des Tees zu trinken, um sich Linderung zu verschaffen.

Zwischenfazit: Um die besten antiallergischen Effekte zu erzielen, sollte sowohl das Benifuuki Pulver als auch der Tee eingenommen werden (beide möglichst von den unteren Blättern). Im Markt findet sich dies unter Benifuki Pulver Sanbancha und Benifuki Tee Sanbancha.

Einnahme gegen Heuschnupfen / Allergien

Bei der Zubereitung und Einnahme sind entsprechend den o.g. Kenntnissen einige sehr wichtige Dinge zu beachten.

34mg EGCG3″Me = 2,3g Benifuki-Pulver täglich für Erwachsene

Die Untersuchungen ergaben auch, dass die antiallergische Wirkung deutlich signifikanter ist, wenn mindestens etwa 34mg des EGCG3″Me täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen wurden (bezogen auf einen Erwachsenen mit etwa 60-70kg Körpergewicht). Verwendet man Benifuuki Pulver von unteren, ausgereiften Blättern, dann beträgt der EGCG3″Me-Gehalt etwa 2% i.Tr., eher sogar bis 2,6%.  Um 34mg EGCG3″Me zu erhalten sind bei 2% entsprechend etwa 1,7g Pulver nötig. Nimmt man aus Vorsichtsgründen nur 1,5% Gehalt an, bräuchte man etwa 2,3g. Diese Menge stellt auch bezogen auf 60-70kg Körpergewicht meine empfohlene tägliche Menge dar.

Zur einfacheren Dosierung: Ein gestrichener Teelöffel trägt etwa 1,6g Benifuuki-Pulver, ein sehr gut gehäufter TL etwa 3,1g; 2,5g läge also in etwa dazwischen. Unterhalb der 60-70kg Gewicht ist diese Menge anteilsmäßig (pro rata) zu reduzieren.

Für Kinder unter 12 Jahren und Schwangere oder Stillende ist weder das Benifuuki-Pulver noch der -Tee zu empfehlen.

Beste antiallergische Wirkung erst nach 4 (ideal nach 12) Wochen Kur

Die Studien zeigten auch, dass die beste Wirkung erst nach einigen Wochen täglicher Einnahme erzielt wird. Bei Heuschnupfen sollten es mindestens 4 eher 6 Wochen sein, bei chronischen, stärkeren Themen macht sich die wesentliche Wirkung eher ab etwa 12 Wochen bemerkbar. Es lohnt sich also mindestens 4-6 Wochen vor der Pollenflug-Saison mit der Kur zu beginnen und sie über die ganze Saison beizubehalten.

In einer weiteren Studie von Yasue wurde sowohl die Wirkung als auch die Nebenwirkungen und Sicherheit der Einnahme von Benifuki an 75 Menschen mit leichter allergischer Rhinitis untersucht. Es wurde täglich 700ml Benifuki-Tee (34mg methylierte Catechine) gegeben. Die allergischen Symptome der Nase konnten auch hier nach etwa 7-12 Wochen Einnahme signifikant reduziert werden, die Symptome der Augen nach etwa 4-12 Wochen (vgl.10, S. 117).

Ingwerpulver verstärkt die Benifuuki-Wirkung

Forschungsergebnisse von Maeda Yamaoto zeigten, dass die antiallergische Wirkung des Benifuuki kräftig zu steigern ist, wenn er in Kombination mit etwa Ingwerpulver oder Ingwerextrakt eingenommen wird (vgl. 8). Es ist daher empfehlenswert in den Benifuuki-Tee hochwertiges Ingwerpulver hinzuzugeben. In einer klinischen Doppelblind-Studie mit 10 gesunden Menschen, die an Zedernpollen-Allergie litten, reduzierte die zusätzliche Gabe von 30mg Ingwerextrakt zum Benifuki die Symptome Augenjucken und Laufende Nase nochmals deutlich und brachte auch schnellere Ergebnisse (vgl. 10, S. 117).

Keine Nebenwirkungen bei richtiger Einnahme

In der o.g. Studie von Yasue wurden speziell die Nebenwirkungen der Benifuki-Einnahme an gesunden Menschen untersucht. Im Ergebnis wurden keinerlei Nebenwirkungen gefunden. Es wurden sowohl physiologische, als auch die biochemische und hämatologische Parameter betrachtet. Auch die Immunantwort der peripheren Blutleukozyten war nicht beeinträchtigt. Es traten zudem auch keine subjektiv empfundenen Nebenwirkungen auf (vgl.10, S. 117). Wie an obiger Stelle eingehend erläutert, sollte man aber nur darauf achten, dass der Benifuki-Tee nicht zu lange stehen darf (Pheophorbid-Bildung) und der Tee oder das Pulver nicht auf nüchternen Magen einzunehmen ist (Leberbelastung).

Es sei erwähnt, dass bei Einnahme von Medikamenten der Verzehr von Grüntee und insbesondere Benifuki-Pulver, mit dem Arzt oder Heilpraktiker abzustimmen ist. Für Kinder unter 12 Jahren und Schwangere oder Stillende ist weder das Benifuuki-Pulver noch der -Tee zu empfehlen.

Benifuki-Pulver nur zur Allergiesaison und akut einnehmen, danach auf milde Sorten sukzessive ausweichen

Wie oben erwähnt ist die Einnahme von Benifuki-Pulver zusammen mit einem Tee und Ingwer die beste Wahl als vorbereitende Kur vor einer Pollensaison, oder zur akuten Abwehr von Symptomen. Um eine hohe Wirksamkeit zu erzielen, empfiehlt sich eine dritte Ernte des Benifukis (Sanbancha).

Mit dem Abklingen der Symptome und der jeweiligen Allergie-/Pollen-Saison sollte das Benifuki-Pulver jedoch nicht mehr täglich eingenommen werden. Neben den Catechinen liefert der heiß aufgebrühte Benifuuki-Pulvertee auch relativ viele Gerbstoffe. Beide Stoffgruppen belasten bei höherer täglicher Menge den Körper (vor allem die Leber). Es empfiehlt sich daher, die intensive Einnahme mit Pulver auf die Allergiesaison (Symptomdauer) und die vorbereitende vier- bis zwölfwöchige Kur zu beschränken.

Allergiker, die nicht saisonal oder längere Zeiträume (mehr als vier-sechs Monate) im Jahr an Symptomen leiden (auch bei Neurodermitis), sollten ein milderes Benifuki-Pulver und Tee wählen. Hierzu nimmt man eine erste Ernte (Ichibancha). Diese ist zwar teurer, schmeckt aber weniger bitter, ist milder und kann daher länger eingenommen werden. Hier sollte das Pulver für maximal drei Monate eingenommen und dann für eine Woche pausiert werden. Parallel wird der Teeaufguss getrunken, auch während der Pulver-Pause. Dann wiederholt man die Kur, bis sich eine deutliche Besserung der Symptome zeigt (wird unten genauer erläutert). 

Nach der Vorbereitungskur bzw. Akutphase sollte den Rest des Jahres ein Grüntee täglich als normaler Aufguss getrunken werden, der methylierte Catechine enthält. Dabei handelt es sich um Benifuki Sanbancha, Benifuki Ichibancha und Yamakai Bancha in absteigender Reihenfolge ihrer Wirkintensität. Starke Allergiker sollten dabei möglichst den stärksten Tee, also den Benifuki Sanbancha wählen. Bei mittlerer Belastung empfiehlt sich der Benifuki Ichibancha (etwas milder und schmeckt besser, aber auch teurer). Bei geringer Belastung sollte der mildeste Tee gewählt werden, der Yamakai Bancha. Im Idealfall reduziert sich die Allergie im Laufe der Einnahme der Pulver / Tees, so dass man sukzessive auf den nächst milderen Tee umschwenken kann.

Die folgenden beiden Tabellen zeigen die verschiedenen Anwendungen je nach Intensität und Saison im Überblick. 

Für den Akutfall, während der Allergie-Saison und zur vorbereitenden Kur:

 Stärke + GeschmackProdukt / PaketZur Produktsuche im InternetWie lange / wann?
1.sehr kräftig, sehr bitterBenifuki-Pulver und -Tee mit unteren Blättern (späte Ernte) sowie Ingwerpulver, alles möglichst BioBenifuki Sanbancha Pulver + Tee + Ingwer bioErwachsene: 4-12 Wochen Kur vor der Allergiesaison und während Pollen-Saison, oder bei akuten Problemen
2.kräftig, bitterBenifuki-Pulver und Tee erste Ernte, möglichst BioBenifuki Ichibancha Pulver + Tee + Ingwer bioBesser schmeckende Alternative zu (1.), etwas teurer, aber weniger wirksam und etwas weniger belastend. Gut für sensible Menschen, oder bei vorliegender Belastung der Leber.

Nach der Saison bzw. zur ganzjährigen Einnahme (je nach Allergiestärke):

 Stärke + GeschmackProdukt / PaketZur Produktsuche im InternetFür wen und wann?
3.mittel bis kräftig, recht bitterBenifuki-Tee mit unteren Blättern (späte Ernte), möglichst BioBenifuki-Tee Sanbancha BioGanzjährig bei starker / langer Allergie
4.mittel, ok im GeschmackBenifuki-Tee mit jungen, oberen Blättern (erste Ernte), möglichst BioBenifuki-Tee Ichibancha BioGanzjährig bei mittlerer Allergie
5.mild, wohlschmeckendYamakai Bancha, möglichst BioYamakai Bancha BioGanzjährig bei geringer /kurzer Allergie
     
 6. Kaltwassertee-FlascheTeekanne Kaltwasser MizudashiSpeziell für die erfrischende Kaltwasserzubereitung der o.g. Tees im Kühlschrank

Was tun bei spontanen allergischen Attacken unterwegs?

Pollenallergiker mit akuten Schüben, zum Beispiel beim Spaziergang auf einer Wiese, oder auch andere Allergiker mit spontanen Anfällen können Benifuuki-Tee trinken, der auf Vorrat hergestellt und für unterwegs abgefüllt wurde. Er kann gelagert werden, da die methylierten Catechine bei Kühlung sich mehrere Tage lang im Wasser halten. Er ist sowohl heiß als auch kalt zu geniessen.

Das Teewasser kann in einer praktischen Mizudashi-Flasche (Kaltwassertee-Flasche) im Kühlschrank aufbewahrt werden und auch sehr gut mit nach draußen mitgenommen werden. So hat man schnell Tee zur Hand, wenn ein Pollen-Schub droht. Nüchtern getrunken, wirkt der Tee wesentlich schneller und stärker, aber so gelangen auch die leberbelastenden Stoffe schneller ins Blut. Man sollte dies also nur in Ausnahmefällen machen.

Im Sommer kann man alle 3 Tees als erfrischenden und wohlschmeckenden Kaltwassertee (Mizudashi) zubereiten. Damit die Catechine aber in das Teewasser ganz übergehen, sollte man ihn tendenziell über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Pulver im Kühlschrank lagern, Tee in der Teedose

Nach dem Öffnen der Packung sollte das Benifuuki-Pulver möglichst gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Den Tee hingegen, wie üblich, in einer dafür geeigneten Teedose luftdicht aufbewahren und nicht in den Kühlschrank stellen.

Zwischenfazit: Benifuuki Pulver und Tee sind als Kur mindestens 4-12 Wochen und einer täglichen Pulvermenge von 1 TL einzunehmen bevor sich eine deutliche antiallergische Wirkung zeigt. Zudem sollte man Ingwerpulver dem Tee zugeben. Nach der Kur sollte je nach Alergiestärke ganzjährig ein Benifuki Tee dritter Ernte, erster Ernte oder ein Yamakai Bancha getrunken werden.

Einnahme- und Zubereitungsplan gegen Heuschnupfen

Einen Einnahmeplan, Informationen zur Zubereitung, Qualitätskriterien und zur Lagerung finden sich im Beitrag Einnahmeplan gegen Heuschnupfen.

Quellen:

  1. Maeda-Yamamoto, Mari, Kawahara H.,  et al.: „Effects of tea infusions of various varieties or different manufacturing types on inhibition of mouse mast cell activation“, Biosci Biotechnol Biochem, 1998, Nov 62(11), S. 2277-2279.
  2. Maeda-Yamamoto, Mari, Ema, K., et al.: „Epicatechin-3-O-(3″-O-methyl)-gallate Content in Various Tea Cultivars (Camellia sinensis L.) and Its in Vitro Inhibitory Effect on Histamine Release.“,  2012, J Agric Food Chem, 60, S.: 2165-2170.
  3. Maeda-Yamamoto, Mari; Sano, Mitsuaki, et al.: „The Change of Epigallocatechin-3-O-(3-O-methyl) gallate Content in Tea of Different Varieties, Tea Seasons of Crop and Processing Method“, Nippon Shokuhin Kagaku Kogaku Kaishi, Vol. 48 (2001) No. 1, 2001, S. 64-68.
  4. Maeda-Yamamoto, Mari; Nagai, Hiroshi; et al.: „Changes in Epigallocatechin-3-0- (3-0-methyl) Gallate and Strictinin Contents of Tea (Camellia sinensis L.) Cultivar ‚Benifuki‘ in Various Degrees of Maturity and Leaf Order“, Food Sci. Technol. Res., 10 (2), 2004, S. 186-190.
  5. Chu, D.-C. und Juneja, L.R., General Chemical Composition of Green Tea and its Infusion, in Chemistry and Applications of Green Tea, 1997, S. 14.
  6. Maeda-Yamamoto, Mari; Ema, K.; et al.: „Effect of green tea powder (Camellia sinensis L. cv. Benifuuki) particle size on O-methylated EGCG absorption in rats; The Kakegawa Study.“, Cytotechnology, 2011 Mar, 63(2), S. 171-179.
  7. Masuda, Sawako; Maeda-Yamamoto, Mari; et al.: „Benifuuki’ Green Tea Containing O-Methylated Catechin Reduces Symptoms of Japanese  Cedar Pollinosis: A Randomized, DoubleBlind, Placebo-Controlled Trial“, Allergology International, 2014, 63, S. 211-217.
  8. Maeda Yamamoto, Mari; Nagai, Hiroshi; et al.: „Effects and Safety of Consecutive Intake of Benifuuki Green Tea and Enhancement of the Effect by Ginger Extract in Subjects with Japanese Cedar-pollinosis“, NIPPON SHOKUHIN KOGYO GAKKAISHI 52(12), 2005, S. 584-593.
  9. Maeda-Yamamoto, Mari; Nagai, Hiroshi; et al.: „Manufacturing Method for Low Caffeine ‚Benifuki‘, ‚Banihomare‘ Green Tea Remaining the Contents of Anti-allergic Compounds“, Nippon Shokuhin Kagaku Kogaku Kaishi, Vol. 51, No. 8, 2004, S. 435-439.
  10. Maeda-Yamamoto, Mari; Tachibana, Hirofumi; Sameshima, Yoichi; Kuriyama, Shinichi: „Green Tea (Cv. Benifuuki) Powder and Catechins Availability“; Tea in Health and Disease Prevention; edited by Preedy, R. Victor; Elsevier, 2013, S. 115-125.


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