Grüner Tee gegen chronische Blasenentzündung

Rezidivierende Zystitis 

Grüner Tee gegen chronische Blasenentzündung

Gegen chronische Blasenentzündungen ist eine Kombination aus dem südafrikanischen Buchu-Tee und den japanischen Grünteesorten Gyokuro und Bancha zu empfehlen.

Chronisch rezidivierende Blasenentzündung

Im Hauptbeitrag Tee gegen Blasenentzündung wurden die Definitionen, Ursachen und naturheilkundliche bzw. ganzheitliche Massnahmen gegen eine Blasenentzündung aufgeführt. Dabei wurde auch erläutert, dass beim Vorliegen einer komplizierten Blasenentzündung, bei Fieber (>38°C) und starken Unwohlsein immer ein Arzt aufgesucht werden muss.  In diesen Fällen sollte die Einnahme von Tee nur in Abstimmung mit einem Arzt erfolgen.

Die Möglichkeiten der Therapie reichen neben speziellen Tees von der Meditation, über Cranberries bis hin zu Kürbiskernen, Himbeerblätter, Maca-Pulver, Basenpulver, Inulin, Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse. Das ganze Spektrum an Maßnahmen sollte hier ausgeschöpft werden. Bitte lesen Sie dazu den Artikel im o.g. Link. Der vorliegende Beitrag soll hingegen eine spezielle Erläuterung der besten Tees leisten.

Es ist empfehlenswert, dass bei einer akuten Zystitis erst die Symptome mit geeigneten Massnahmen soweit therapiert werden sollten, dass diese weitgehend abgeklungen sind. Erst dann sollte die Einnahme der nachfolgende geschilderten sanfteren und nachhaltigen Tees erfolgen. Näheres findet sich im Beitrag Tees bei akuter Blasenentzündung.

Grüner Tee und Buchu Tee gegen chronische Blasenentzündung

Um eine immer wiederkehrende Blasenentzündung zu kurieren, sollten die beteiligten Tees vor allem wirksam gegen die wichtigsten beteiligten Erreger sein, ohne jedoch zu starke Nebenwirkungen zu entfalten. Schließlich sollte die Einnahme der Tees über mehrere Wochen bzw. Monate erfolgen. Gleichzeitig muss auf eine massive Unterstützung der Nieren wert gelegt werden. Des weiteren gilt es die Entzündungswerte zu senken, bzw. vorzubeugen, die Harnwege zu spülen, ein basisches Milieu zu unterstützen, Stress und einer Disbalance der Hormone entgegenzuwirken. Von den zahlreichen möglichen Tees, die dies leisten können, erscheinen die beiden japanischen grünen Teesorten Gyokuro und Bancha sowie der südafrikanische Buchu-Tee als am besten geeignet und sich am besten ergänzend. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Wirkungsschwerpunkte im Überblick.

Buchu-Tee

Gyokuro-Tee

Bancha-Tee

Mittel- bis langfristige Wirksamkeit gegen spezielle Harnwegserreger++++++
Nieren unterstützend+++++++
Antientzündlich+++++
Diuretisch, durchspülend++++++++
Wundheilend+++++
Entsäuernd, basenbildend+++++
Darmflora unterstützend+++++
Stress hemmend und abbauend+++++++
Immun-modulierend++++++
Hormon-stabilisierend++++++

Buchu-Tee gegen Blasenentzündung

Der Buchu-Tee (Agathosma Betulina) ist ein wohlschmeckender, zitronig-minziger und wohltuender Tee aus dem Buschland Südafrikas und ein wichtiges medizinisches Erbe der dortigen Ureinwohner „Khoi San“. Seine antibakterielle Wirkung im Urogenitalbereich (auch für Vaginalspülungen gegen Hefepilze geeignet), aber auch seine Heilwirkung bei Magenproblemen, Rheuma, Nierensteinen und seine heilende Eigenschaft bei offenen Wunden, Blutzucker-regulierend und als Detox ist den westlichen Medizinern bereits seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Er war einer der Hauptpfeiler der Naturmedizin der Khoi San und wurde von Ihnen als „Jungbrunnen“ angesehen. Buchu zeichnet sich vor allem durch besondere Flavonoide, insbesondere Diosmin, Hesperidin, Quercitin und Rutin aus. Im Vergleich zum Bärentraubenblättertee besitzt er zwar eine deutlich geringere antiseptische Wirkung gegen die typischen Erreger der Blasenentzündung, jedoch mit deutlich geringeren Nachteilen und Nebenwirkungen. Er kann zudem langfristig eingenommen werden und wirkt auch positiv auf die Nieren. Der Tee reduziert auch das typische Brennen beim Wasserlassen.

Nebenwirkungen treten in der Regel erst ab einer größeren Menge pro Tag auf. Dazu zählt die mögliche Reizung der Verdauung, der Toxizität auf Leber und Nieren und eine Gebärmutter-stimulierende und damit ggf. abtreibende Wirkung in der Schwangerschaft und eine Erhöhung des Menstruationsflusses. Wie bei allen Naturheilkräutern ist also auch hier auf die richtige Menge zu achten. Bei Einnahme von Medikamenten sollte die Einnahme vorab mit dem Arzt abgestimmt werden. Buchu kann die Blutgerinnung verlangsamen, so dass seine Einnahme etwa 2 Wochen vor Operationen zu stoppen ist und bei Einnahme von Medikamenten, die die Blutgerinnung beeinflussen (zB Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen, Heparin, Warfarin etc.), dies berücksichtigt werden muss. Bei Einnahme von Lithium ist zu beachten, dass Buchu die Ausscheidung von Lithium reduzieren kann.

Gyokuro-Tee für die Nieren

Gyokuro gilt als einer der edelsten und wohlschmeckendsten grünen Tees Japans. Er wird aufwendig etwa 20-30 Tage vor der Ernte beschattet und aus jungen Blättern gewonnen. Dadurch besitzt er besondere Inhaltsstoffe, die ein unbeschatteter Grüntee in nur deutlich geringerem Umfang besitzt. Dazu zählen insbesondere wichtige Aminosäuren. Neben zahlreichen anderen gesundheitlichen Vorteilen ist der Gyokuro meiner Ansicht nach das beste Nierenheilmittel in der Naturheilkunde. Außerdem wirkt er sehr beruhigend auf das Nervensystem und hilft Stress abzubauen.

Bancha-Tee basenbildend und entzündungshemmend

Der Bancha stammt im Gegensatz zum Gyokuro aus den gröberen und großen Blättern der Grünteeernte. Er besitzt weniger Koffein und ist besonders mineralisch und erdend. Bancha ist stark basenbildend und besitzt einen enorm positiven Effekt auf die Darmflora. Zudem verfügt er über einen signifikanten Anteil an Catechinen und wirkt entzündungshemmend.

Blasenpaket chronisch: Zubereitung und Einnahme

Die Einnahme von Bancha und Gyokuro empfehle ich über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten täglich nach dem in der Tabelle aufgeführten Muster für Erwachsene (ohne sonstige Erkrankungen). Damit diese Tees eine nachhaltige Wirkung bei wiederkehrenden hartnäckigeren Blasenentzündungen zeigen, sind sie regelmäßig über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten einzunehmen. Ausserdem sei nochmals erwähnt, dass das Trinken von Tees in der Regel nicht alleine ausreicht, sondern dass auch wichtige weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Bitte lesen Sie dazu nochmals den Beitrag Tees gegen Blasenentzündung. Zudem gilt: Je länger das Leiden bereits existierte, desto mehr Geduld sollte der Betroffene aufbringen.

Der Buchu-Tee sollte aufgrund seiner ab einer bestimmten täglichen Menge reizenden und ggf. toxischen Inhaltsstoffe vorsichtshalber nicht länger als 6 Wochen und nicht in größeren Mengen pro Tag eingenommen werden. Bei einer akuten Nierenentzündung sollte Buchu-Tee gar nicht getrunken werden.

Die Qualität aller drei Tees sollte sehr hoch sein und von besten Erzeugern stammen. Die drei Tees, vor allem der Buchu, sollten nicht nüchtern eingenommen werden, da sie die Schleimhäute reizen können. Optimal wäre etwa 20 Minuten nach einer Mahlzeit. Gyokuro und Bancha sollten schnell nach der Zubereitung getrunken werden. Buchu kann morgens für den ganzen Tag zubereitet werden.

Nach einer erfolgreichen Kur ist es ratsam, den Bancha und den Gyokuro fortdauernd zu trinken. Den Buchu sollte man zumindest einmal wöchentlich, vermischt mit einem Rooibos-Tee zuführen.

 TeesorteDosierung pro PortionWasser pro PortionZieh-TemperaturZiehzeitWann?Wie oft?Dauer
Buchu-Tee, pur1-2 gehäufte TL0,2-0,3lkochend5 Min.3 x über den Tag verteilt eine große Tasse trinken. Nicht nüchtern einnehmen.3 x tägl.In der Regel 6 Wochen, dann 1 Woche Pause u. erneut, bis keine Blasenentzündung über 6 Monate mehr aufgetreten ist.
Gyokuro-Tee3 sehr gut gehäufte TL0,2-0,3l55°C2 Min. exaktmorgens, nicht nüchtern1 x tägl.dauerhaft möglich u. sinnvoll
Bancha-Tee, 1. Pflückung2 sehr gut gehäufte TL0,2-0,3l60°C2 Min. exaktfrüh abends trinken. Je nach Gefühl u. Wohltun auch zusätzlich nachmittags. Nicht nüchtern.1 – 2 x tägl.dauerhaft möglich u. sinnvoll

Bei Schwangerschaft und in der Stillzeit

Schwangere oder stillende Mütter sollten den Gyokuro wegen des Koffeins durch die mildere Sorte „Gyokuro Karigane“ (aus den weniger intensiven Stängeln des Gyokuro-Tees) und den Bancha durch einen 2-3 Jahre gereiften und damit milderen Bancha namens Sannenbancha ersetzen. Gyokuro Karigane sollte mit 60°C, 2 Minuten, und Sannenbancha mit 70°C, 2 Minuten, zubereitet werden. Beide Tees enthalten deutlich geringere Mengen an Koffein.

Buchu enthält u.a. Pulegon und Diosmin. Ab einer bestimmten Menge kann Pulegon in der Schwangerschaft Gebärmutter-stimulierend und damit abtreibend wirken und den Menstruationsfluss erhöhen. Während der Schwangerschaft sollte auf die Einnahme entweder ganz verzichtet oder auf die Einnahme einer nur geringen, unschädlichen Menge geachtet werden. Es ist dann auch besser, den Buchu-Tee stärker verteilt über den Tee einzunehmen, als dies in der o.g. Tabelle beschrieben ist.



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