Grüner Tee aus Chiran (Kagoshima)

Top-Region 

Grüner Tee aus Chiran (Kagoshima)

Die Region Chiran im Südwesten Kagoshimas ist eine der Top-Regionen für Sencha und Fukamushi Sencha in ganz Japan. Bestes Preis-/Leistungsverhältnis im Süden.

Chiran Top-Region in Kagoshima

Chiran (jap.: 知覧) ist neben Kirishima die angesehenste Region für Grünen Tee aus der Präfektur Kagoshima und damit einer der besten Terroirs Japans.

Der berühmte Chiran Tee stammt aus der Umgebung von Chiran Town (知覧町) in Minami Kyusyu City (南九州市), in der Süd-Satsuma Region (南薩摩エリア), am Südzipfel der Satsuma Peninsula(薩摩半島), im Südwesten Kagoshimas (鹿児島).

Etwas kälter und mehr Niederschlag als Kagoshima

Die durchschnittliche Temperatur liegt bei 17°C und ist durch die teilweise bergige Geografie damit zwei Grad kühler als der Durchschnitt (Median) Kagoshimas. Die Niederschlagsmenge liegt mit 2.527mm entsprechend höher als die 2.266mm der Präfektur.

Der Chiran cha

Der „Chiran cha“ (cha = Tee) ist die führende Teemarke Kagoshimas und seit 2006 als Trademark eingetragen. Die Region baut hauptsächlich die früh zu erntende Saatsorte Yutakamidori, aber auch zahlreiche andere Saatsorten an. Zudem wird relativ viel Aufwand in den Cultivar Asatsuyu gesteckt, eine ebenfalls frühe Sorte. Der erste Tee des Jahres (Shincha) kann im milden Süd-Chiran meist schon anfangs April geerntet werden.

Berühmt für Sencha und Fukamushi

Die Region produziert vor allem Sencha (inkl. Yonbancha (4. Ernte)), Fukamushi (tief gedämpfter Sencha) und Bancha und ist dafür in ganz Japan angesehen. Es werden aber auch kleine Mengen an Kabusecha und Gyokuro hergestellt.

Seit 1996 erhielt es für 6 Jahre hintereinander den Preis der „am besten produzierenden Region“ in der Kategorie Sencha der nationalen Teemesse Japans. Im Jahre 2007 konnten die Präfektur Kagoshima erstmals mit zwei Senchas aus Chiran einen Spezialpreis im 61. Nationalen Wettbewerb in der 30kg-Kategorie gewinnen.

Der besondere Geschmack der Chiran-Tees

Die Chiran-Tees besitzen einen ganz besonderen, hoch geschätzten Geschmack. Der Geschmackskörper ist meist sehr vollmundig, betont vulkanisch mineralisch mit einer leichten Adstringenz und grossen Kraft. Dies verbindet die unterschiedlichen, eher raren Saatsorten der Region (Saemidori, Okumidori, Asatsuyu, Yutakamidori) und unterstreicht ihre Besonderheit. Die tiefgedämpften Senchas (Fukamushi) bringen diesen besonderen Charakter noch stärker zur Geltung.

Die Region Chiran kann in die Unterregionen Nord- sowie Zentral-/Südchiran unterteilt werden:

Nord-Chiran – ein Top-Terroir Japans für Sencha

Die nördliche Chiran-Region ist ausgesprochen bergig mit den herausragenden Hahagatake (母ヶ岳) und Ushirodake Gipfeln (後岳). Es verfügt über ein relativ kühles und frisches Klima mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Die Landschaft ist ausgesprochen malerisch. Die Teefarmen liegen meist in den Hügeln am Fuße der Berge, auf etwa 400m Höhe, reichen aber auch teilweise in die gebirgigen Lagen hinein.

Hier wird der hochwertigste Sencha aus Chiran angebaut. Er zählt zusammen mit den Senchas aus Kirishima (Makizono) zu den besten Japans. Aufgrund der schwer bewirtschaftbaren Lage gestaltet sich der Anbau jedoch sehr kostspielig. Entsprechend teuer sind Preise der Tees im Markt.

Malerisches Teefeld in den Bergen Nord-Chirans

Malerisches Teefeld in den Bergen Nord-Chirans

Der erste Tee des Jahres, der Shincha, kann in dieser kühleren Region erst gegen Ende April geerntet werden. Die in Kagoshima weit verbreitete Saatsorte Yutakamidori kommt hier wegen ihrer geringen Frostbeständigkeit kaum zum Einsatz.

Der Überlieferung nach reicht der Anbau von grünem Tee in dieser Region in das 12. Jahrhundert n.Chr. zurück. Er wurde durch die Taira-Familie (平家) aufgenommen, die vor ihren Feinden, den Minamoto (源家) in die Berge Nord-Chirans flüchtete. Der umfängliche Grünteeanbau startete in Chiran aber erst 1872, als die Felder und Hügel im größeren Stile kultiviert und Grüntee-Samen ausgebracht wurde.

Zentral- und Süd-Chiran: gehobene und zugleich preisgünstige Tees

Im Gegensatz zu Nord-Chiran sind die übrigen Chiran-Gebiete Flachland, die in einer sehr milden Klimazone liegen und im Süden an das Ost-Chinesische Meer grenzen. Hier wird seit Jahrhunderten erfolgreich Landwirtschaft betrieben und die Böden sind äußerst fruchtbar. Heute werden sie vornehmlich für den Teeanbau verwendet und zunehmend dem Bio-Anbau gewidmet.

Fruchtbare, gut bewirtschaftbare Teefelder in Süd-Chiran, im  Hintergrund der Mt. Sakurajima

Fruchtbare, gut bewirtschaftbare Teefelder in Süd-Chiran, im Hintergrund der Mt. Sakurajima

Das vorteilhafte Klima, das fruchtbare und flache Land sowie der hohe Grad an Mechanisierung erlauben diesem Teil Chirans hochwertigen und trotzdem preisgünstigen grünen Tee zu erzeugen. Die Produktivität liegt hier im japanischen Vergleich mit am höchsten und das Preis-/Leistungsverhältnis dürfte an vorderster Stelle liegen. Hervorzuheben ist auch, dass die Region eine hervorragende Bio-Qualität erzeugt.

Fazit: Für Grünteekenner ist die Region Chiran geradezu ein Muss. Die charakterstarken, vollmundigen Senchas sind aus Süd-Ciran besonders preisgünstig (hier auch unbedingt auch ein Fukamushi Sencha probieren) und bringen höchste Bio-Qualität hervor. Für Gourmets gehört das bergige Nord-Chiran zusammen mit der Region Kirishima (Makizono) zu den besten Anbauregionen Kagoshimas und ganz Japans.

Frisches Quellwasser vom Shirasu Plateau

Chiran liegt auf dem Minami Satsuma Plateau (Minami Satsuma daichi, jap.: 南薩摩台地) im Süden Satsumas, das Teil des Shirasu Plateaus (シラス台地) ist. Durch dieses profitiert die Region und der Teeanbau von frischem Quellwasser, dass unterhalb des Shirasu-Kliffs entspringt.

Fruchtbare Böden aus Vulkanasche

Der Hauptbestandteil der Chiran-Böden ist Vulkanasche mit Kieselsäure und Aluminiumoxid sowie Plagioklas (Feldspat) und Quarz. Die obere Schicht der Böden ist auf dem Minami Satsuma Plateau mit einer dünnen Schicht dieser Böden überzogen. Darunter befindet sich eine dicke, dichte Schicht aus Tuff. 




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