Cultivars und EGCG 

Catechine nach Saatsorte

Die verschiedenen Saatsorten (Cultivars) von grünem Tee besitzen große Unterschiede beim Catechingehalt: zwischen 14-26% Gesamt-Catechine, davon 5-10% EGCG.

Wichtigste Catechine

Die Catechine (synonym: Flavanole) sind die für die Gesundheit wichtigste Untergruppe der Polyphenole des grünen Tees. Es werden im allgemeinen folgende 10 wesentliche Catechine (davon 2 methylierte Catechine) unterschieden: 

Abk.Catechine
CCatechin
ECEpicatechin
CGCatechingallat
GCGallocatechin
ECGEpicatechingallat
EGCEpigallocatechin
GCGGallocatechingallat
EGCGEpigallocatechingallat
EGCG3″MeEpigallocatechin-3-O-(3-O-Methyl)gallat
GCG3″MeGallocatechin3-O-(3-O-Methyl)gallat

Kombinationswirkung der Catechine

In den wissenschaftlichen Studien konzentriert sich die Arbeit vornehmlich auf das am meisten vorkommende Catechin, das sog. EGCG. Diesem konnte eine Vielzahl an positiven gesundheitlichen Effekten nachgewiesen werden. Allerdings weisen auch die anderen Catechine jeweils ihre eigenen Wirkungsschwerpunkte auf. Zum Beispiel entfaltet das EGCG3″Me eine starke Wirkung als Antihistaminikum und wird gegen Allergien und Neurodermitis eingesetzt. Zudem leisten die Catechine in der gesamten Kombination im Teeaufguss oder im Pulver eine breite und sich unterstützende Kombinationswirkung auf die Gesundheit.

Saatsorten des Grüntees 

Von der Grünteepflanze Camellia sinensis existieren zahlreiche native und gekreuzte Saatsorten bzw. Cultivare. Sie werden gezielt angebaut, da sie sich in folgenden Punkten unterscheiden: Geschmacklicher Charakter, Erntezeitpunkt, Frostsicherheit, Eignung für bestimmte Böden und Klimazonen, Eignung für bestimmte Grünteesorten, Anfälligkeit für Schädlinge. Die mit weitem Abstand am meisten verbreitete Saatsorte in Japan ist die Yabukita, eine besonders wohlschmeckende und gut anbaubare Sorte.

Inhaltsstoffe der Saatsorten

Jede Saatsorte verfügt über ein ganz eigenes Spektrum und Ausprägung der dem Grüntee eigenen Inhaltsstoffe. So eignen sich zum Beispiel Cultivare, die viele Aminosäuren besitzen sehr gut für Gyokuro und Matcha. Cultivare mit mehr Bitterstoffen, speziell Catechine, sind für Sencha geeigneter. In allgemeiner gesundheitlicher und geschmacklicher Hinsicht, ist es daher sehr von Vorteil, nicht das ganze Jahr den selben grünen Tee zu trinken. Neben einer Abwechslung in der Grünteesorte bietet auch eine Abwechslung in den Saatsorten der selben Grünteesorte erhebliche Vorteile für die Versorgung mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen.

Tabelle Catechin-Gehalt der Grüntee-Saatsorten

Angaben zum Catechin-Gehalt der einzelnen Saatsorten sind in den existierenden Studien nur sehr schwer zu finden. Umso erfreulicher ist es, dass Maeda-Yamamoto et. al. im Jahr 2001 eine detaillierte Analyse zahlreicher Saatsorten auf den einzelnen Gehalt der Catechine gemessen in der Trockenmasse veröffentlicht haben. Das Ergebnis dieser Analyse ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Es sei angemerkt, dass einige Saatsorten nicht im Markt erhältlich sind und nur für Kreuzungs- und Forschungszwecke genutzt werden. 

Catechine in % d. Tr.
SaatsorteGCEGCCECEGCGGCGEGCG3″
Me
ECGCGGCG3″
Me
Summe
Asagiri0,32,90,61,15,40,40,13,50,10,014,5
Asahi0,53,00,61,27,40,60,05,20,20,018,6
Asatsuyu0,32,40,51,05,60,50,04,00,10,014,5
Benifuji0,34,50,41,210,30,81,54,80,10,124,0
Benifuuki0,20,40,82,010,10,11,57,60,00,022,8
Benihikari0,24,10,51,49,50,00,50,10,00,016,3
Benihomare0,46,10,71,89,00,41,25,30,10,025,1
Fujimidori0,60,50,60,07,70,40,04,40,00,014,3
Gokou0,83,50,81,77,51,30,25,50,30,021,7
Hatsumomiji0,95,10,61,88,41,00,06,20,10,024,2
Himemidori0,64,30,60,27,30,70,44,60,10,018,9
Inzatsu 1310,32,40,40,88,20,70,24,40,10,017,6
Izumi0,83,40,61,28,71,60,05,80,20,022,3
Kanayamidori0,54,80,71,67,50,50,03,50,10,019,1
Karabeni0,75,81,01,68,00,60,23,80,10,021,9
Komakage0,64,10,81,98,00,80,07,80,20,024,2
Kuritawase0,02,50,71,18,51,60,45,40,20,020,4
Makinoharawase0,44,20,61,97,80,50,16,90,20,022,6
Meiryoku0,83,30,61,27,61,40,04,40,10,019,5
Natsumidori0,34,20,41,78,00,40,35,60,20,021,0
Okumidori0,74,50,51,48,00,80,75,10,10,121,9
Okumusashi0,43,41,01,28,90,90,35,20,20,021,5
Okuyutaka0,63,60,71,58,50,90,35,90,10,022,2
Ooba-oolong0,65,80,61,59,30,20,63,70,00,022,3
Ooiwase0,63,10,51,56,40,80,04,00,10,017,1
Samidori0,23,00,61,68,10,30,04,60,10,018,5
Sayamakaori0,43,81,21,58,50,50,05,90,20,021,9
Sayamamidori0,24,10,92,08,00,40,16,50,10,022,3
Seishin-taipan0,55,60,51,38,60,30,52,90,00,020,4
Surugawase0,53,90,61,58,70,60,05,20,10,021,0
Tadanishiki0,74,80,71,79,80,70,07,60,10,026,1
Takachiho0,44,80,62,38,60,40,07,70,10,024,9
Tamamidori0,54,30,51,38,00,50,15,00,10,020,3
Toyoka1,23,31,21,57,31,50,05,70,30,022,0
Ujihikari0,43,00,61,86,60,60,36,40,20,019,9
Yabukita0,21,70,71,17,70,40,03,90,10,015,7
Yaeho0,53,50,51,77,00,70,35,60,10,020,0
Yamakai0,22,60,41,07,20,70,34,20,10,016,7
Yamanami0,44,40,91,18,40,30,04,10,10,019,7
Yamatomidori0,52,81,11,38,20,90,46,60,20,022,0
Yutakamidori0,74,71,01,77,20,70,13,80,10,020,0
Z-10,22,20,40,96,60,60,35,30,10,016,6

Anmerkung: Bei „0-Wert“ unter Detektionslimit von <0,01%
Quelle: 1., S. 66.

Benifuuki besitzt am meisten EGCG und Gesamt-Catechine aller Tees

Fazit der Tabelle: Auffällig ist, dass die spezielle Züchtung Benifuuki am meisten EGCG (etwa 10%) und zugleich unter den am Markt erhältlichen Saatsorten eine der höchsten Gesamtcatechin-Werte (etwa 23%) aufweist. Zudem ist es die einzige Saatsorte am Markt mit einem hohen Wert an dem methylierten Catechin EGCG3″Me (etwa 1,5%). Die besondere Wirkung des Tees ist im Beitrag Benifuuki-Tee ausführlich beschrieben.

Starke Catechin-Tees

Da Benifuuki wegen seiner Biterkeit nicht Jedem mundet, lohnt es sich auch nach alternativen Saatsorten Ausschau zu halten, wenn man viel Gesamt-Catechine zu sich nehmen möchte. Positiv zu nennen ist der Sayamamidori, Okumidori, Yamatomidori, Izumi, Sayamakaori und Gokou und weitere, die alle ungefähr 22% Gesamtcatechine zeigen. Ihre Schwerpunkte liegen bei den einzelnen Catechinen unterschiedlich, Abwechslung lohnt sich.

Starke EGCG-Grüntees

Da Benifuuki wegen seiner Biterkeit nicht Jedem mundet, lohnt es sich auch nach alternativen Saatsorten Ausschau zu halten, wenn man viel EGCG zu sich nehmen möchte: Tadanishiki, Surugawase, Izumi und Okumusashi kommen auf rd. 9% versus der rd. 10% des Benifuuki. Diese Saatsorten sind aber selten. Okumidori und vor allem Yabukita sind leichter zu finden und besitzen immerhin noch rund 8% EGCG. 

Signifikant EGCG3″Me

Wohlschmeckende Alternativen zum Benifuuki für das EGCG3″Me sind die folgenden Saatsorten: Okumidori (0,7%), Kuritawase, Yamatomidori und Yamakai (alle etwa 0,3-0,4%). Diese Saatsorten schmecken deutlich weniger bitter und harmonischer als Benifuuki und besitzen noch einen ordentlichen Gehalt an methylierten Catechinen. Sie können dauerhaft getrunken werden, während sich der Benifuuki eher als zeitlich beschränkte Kur bzw. während der Symptomsaison eignet. Wählt man eine späte Ernte, dann wird der Tee zwar etwas bitterer und weniger edel, besitzt aber noch deutlich mehr Catechine als in der Tabelle oben angegeben.

Soll man möglichst Catechin-starke Grüntees trinken?

Grundsätzlich ist diese Frage mit einem Nein zu beantworten. Die auch in der Yabukita vorhandenen Catechine reichen für die allgemeine gesundheitliche Vorbeugung und bei leichten Krankheiten absolut aus. Ja es ist sogar für den Körper belastend, wenn man zu viele Catechine aufnimmt.

Nur für bestimmte Erkrankungen und Probleme ist es sinnvoll und wichtig, spezielle Saatsorten nach ihren Inhaltsstoffen und vor allem nach den Catechinen auszuwählen. Dies betrifft vor allem das Thema Krebs (EGCG) und Allergien (EGCG3″Me)

Es sei noch darauf hingewiesen, dass auch zahlreiche andere Aspekte zum Thema Catechine zu beachten sind, insbesondere der Erntezeitpunkt (welche Ernte?) des Tees, die Grünteesorte, die Zubereitung (Ziehzeit, Ziehtemperatur) und das Thema Grünteepulver, -kapseln und Grünteeextrakt versus Teeaufguss.

Quellen:

  1. Maeda-Yamamoto, M.; Sano, M.; Matsuda, N.; et. al.: „The Change of Epigallocatechin-3-O-(3-O-methyl) gallate Content in Tea of Different Varieties, Tea Seasons of Crop and Processing Method“, Nippon Shokuhin Kagaku Kogaku Kaishi, Vol. 48, No. 1, 2001, S.64-68.



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